Mehrheitlich Zustimmung, aber zunehmende Skepsis: Die Debatte um Olympia in Berlin gewinnt an Schärfe. Neue Umfragedaten offenbaren nicht nur regionale Unterschiede, sondern auch überraschende Meinungen innerhalb der Wählerschaften von Grünen und Linken. Was bedeuten die Zahlen für die Bewerbung?

Die Visualisierung zeigt, wie das Brandenburger Tor im offiziellen Olympia-Konzept für Berlin genutzt werden soll.

Die Visualisierung zeigt, wie das Brandenburger Tor im offiziellen Olympia-Konzept für Berlin genutzt werden soll. Laut einer aktuellen Umfrage ist eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner für eine Olympia-Bewerbung der Hauptstadt. / © Visualisierung: Kulturprojekte Berlin

© Titelbild: Kulturprojekte Berlin

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Die Diskussion um eine mögliche Olympia-Bewerbung Berlins für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bleibt eines der umstrittensten politischen Großprojekte der Hauptstadt. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap zeigt nun: Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner unterstützt eine Bewerbung weiterhin grundsätzlich. Gleichzeitig wächst jedoch auch die Skepsis.

Demnach sprechen sich 56 Prozent der Befragten für Olympische und Paralympische Spiele in Berlin aus. Im Vergleich zur vorherigen Erhebung im Frühjahr ist die Zustimmung damit leicht zurückgegangen. Die Zahl der Gegner ist gleichzeitig leicht gestiegen.

Berliner Olympia-Bewerbung stößt weiterhin auf breite Unterstützung

Trotz der leicht rückläufigen Werte sehen die Verantwortlichen im Senat die Ergebnisse als Bestätigung ihres Kurses. Die Umfrage signalisiere, dass eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner weiterhin Chancen in einer Bewerbung erkenne. Besonders bemerkenswert: Die Zustimmung für eine deutsche Olympia-Bewerbung insgesamt fällt sogar noch höher aus als für Spiele direkt in der Hauptstadt.

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Die Debatte hat in den vergangenen Monaten deutlich an Intensität gewonnen. Während der Senat auf nachhaltige Spiele mit überwiegend vorhandenen Sportstätten setzt, verweisen Kritiker auf mögliche Kostenrisiken sowie ungelöste Herausforderungen bei Infrastruktur, Wohnungsbau und Breitensport.

Olympia-Debatte: Deutliche Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken

Besonders interessant sind die Unterschiede innerhalb der Stadt. In elf der zwölf Berliner Bezirke überwiegt die Zustimmung zu einer Olympia-Bewerbung. Eine Ausnahme bildet jedoch Friedrichshain-Kreuzberg. Dort befürwortet nur rund ein Drittel der Befragten die Pläne, während die Mehrheit ablehnend eingestellt ist.

Ganz anders fällt das Bild in Reinickendorf aus. Dort erreicht die Olympia-Idee die höchste Zustimmung aller Berliner Bezirke. Auch in Spandau liegt die Unterstützung deutlich über den Werten von Friedrichshain-Kreuzberg.

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Überraschende Ergebnisse bei Grünen und Linken

Für Aufmerksamkeit sorgen zudem die Parteipräferenzen der Befragten. Obwohl sowohl Grüne als auch Linke die Berliner Olympia-Pläne bislang kritisch begleiten, befürwortet eine Mehrheit ihrer Anhängerinnen und Anhänger grundsätzlich eine Bewerbung.

Die Ergebnisse zeigen damit ein differenzierteres Bild als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Während die politischen Fronten oft klar erscheinen, ist die Stimmung in der Bevölkerung deutlich vielschichtiger.

Ob daraus am Ende eine erfolgreiche Bewerbung entsteht, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die wachsenden Zweifel vieler Berlinerinnen und Berliner auszuräumen.

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Quelle: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Kulturprojekte Berlin, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, Infratest Dimap

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