Hamburg ringt um die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele, und mit ihr um Tempo in der Stadtentwicklung. Verbände der Wohnungswirtschaft sehen Chancen, knüpfen diese jedoch an klare Bedingungen.

So könnte Olympia in Hamburg aussehen: die meisten Sportstätten sollen zentral in der Stadt liegen und nah beieinander sein. Viele davon gibt es schon oder sie werden nur vorübergehend aufgebaut. / © moka-studio GbR
© Titelbild / Visualisierung: Freie und Hansestadt Hamburg / cobe
In Hamburg rückt eine richtungsweisende Abstimmung näher. Ende Mai entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, ob sich die Stadt um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewirbt. Die Befürworter verweisen auf mögliche Impulse für Wohnungsbau und Infrastruktur, doch sie formulieren auch klare Erwartungen an Planung und Umsetzung.
Drei Branchenverbände aus Norddeutschland unterstützen grundsätzlich eine Bewerbung. Sie sehen darin die Chance, zusätzliche Bundesmittel zu mobilisieren und Projekte zu beschleunigen, die ohnehin auf der Agenda stehen. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass die Effekte nicht automatisch eintreten, sondern von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.
Olympisches Dorf in der Science City Bahrenfeld: Wohnungsbau im Fokus
Ein zentrales Element der Überlegungen ist das geplante Olympische Dorf in der Science City Bahrenfeld. Dort soll ein neues Quartier entstehen, das nach den Spielen dauerhaft genutzt wird. Perspektivisch könnten rund 9.000 Menschen dort wohnen, ein erheblicher Teil in geförderten Wohnungen.
Aus Sicht der Verbände liegt hier ein möglicher Hebel zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes. Voraussetzung sei jedoch, dass Planungs- und Genehmigungsprozesse tatsächlich beschleunigt werden und die soziale Mischung gesichert bleibt. Ohne diese Faktoren drohe das Projekt hinter den Erwartungen zurückzubleiben.

So könnte Zentrum des Olympischen Dorfes in der Science City Bahrenfeld aussehen. / © Visualisierung: Cobe
Infrastruktur als Daueraufgabe der Stadt Hamburg
Auch beim Verkehr sehen die Organisationen Potenzial. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs könnte durch eine Olympiabewerbung zusätzlichen Schub erhalten. Verbesserungen würden nicht nur während der Spiele wirken, sondern langfristig die Mobilität in der Stadt erhöhen.
Gleichzeitig warnen die Verbände vor einseitigen Effekten. Eine steigende Attraktivität könne auch zu höheren Kosten führen. Entscheidend sei daher, die gesamte Stadt mitzudenken – von Schulen und Kitas bis hin zu leistungsfähigen Verkehrsnetzen.
Olympia in Hamburg? Abstimmung erfolgt Ende Mai 2026
Ob Hamburg diesen Weg einschlägt, liegt nun in den Händen der Bevölkerung. Das Referendum findet am 31. Mai 2026 statt, Briefwahl ist bereits möglich. Die Entscheidung wird nicht nur über ein Sportereignis fallen, sondern auch über die Frage, ob Olympia als Motor für ein größeres Stadtentwicklungsprojekt dienen kann.
Science City Bahrenfeld
Quellen: Landesverband Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen
(BFW) e. V., Immobilienverband Deutschland IVD Region Nord e. V. (IVD Nord), Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW), hamburg.de, Landessportamt
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


