In Reinickendorf wächst der Protest gegen die Neuplanung der Ollenhauerstraße. Initiativen demonstrieren vor dem Rathaus gegen die geplante Fällung von 116 Bäumen und den Rückbau des Radfahrstreifens.

Der vorhandene Radfahrstreifen in der Ollenhauerstraße soll nach der aktuellen Planung zurückgebaut werden. / © Foto: NFR
© Titelbild: NFR
Der Streit um die Ollenhauerstraße verlagert sich vor das Rathaus Reinickendorf. Am 8. Juli 2026 wollen Initiativen vor der BVV-Sitzung gegen die geplante Fällung von 116 Straßenbäumen und den Rückbau des bestehenden Radfahrstreifens protestieren. Im Mittelpunkt stehen die Neuplanung, offene Fragen zur Variantenwahl und die Forderung nach einem Planungsstopp.
- Bezirk: Reinickendorf
- Adresse: Ollenhauerstraße, 13403 Berlin
- Projektstatus: Planung weiter umstritten
- Baubeginn: ab 2027 vorgesehen
Der Protest gegen die Neuplanung der Ollenhauerstraße erreicht am Mittwoch das politische Zentrum des Bezirks. Das Netzwerk Fahrradfreundliches Reinickendorf und die Initiative Ollenhauerstraße rufen zu einer Kundgebung vor dem Rathaus Reinickendorf auf.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Ab 17 Uhr tagt die BVV Reinickendorf zum letzten Mal vor der Sommerpause. Zu Beginn steht die Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung. Zur Ollenhauerstraße sollen nach Angaben der Initiatoren drei Einwohneranfragen vorliegen.

Entlang der Ollenhauerstraße prägen zahlreiche Straßenbäume das Straßenbild. Ihr Erhalt ist einer der zentralen Streitpunkte der Planung. / © Foto: NFR
Ollenhauerstraße: Protest vor der BVV Reinickendorf
Die Demonstration startet bereits um 15.30 Uhr mit einer Zubringer-Fahrraddemo am S-Bahnhof Waidmannslust auf der Nordseite. Die Route führt über den Waidmannsluster Damm, den Oraniendamm, die Oranienburger Straße und den Eichborndamm zum Antonyplatz.
Von 16 bis 17 Uhr folgt die Kundgebung vor dem Rathaus-Altbau. Die Veranstalter bitten Teilnehmende um eigene Plakate und Trillerpfeifen. Die Kundgebung ist nach Angaben der Initiative bei der Polizei angemeldet.
Kern des Konflikts bleibt die geplante Neuordnung der Ollenhauerstraße. Nach Angaben der Initiative sieht die aktuelle Planung vor, alle 116 gesunden und klimarangepassten Straßenbäume zu fällen. Zudem soll der bestehende Radfahrstreifen zurückgebaut werden. An seine Stelle soll ein Hochbord-Radweg rücken, der nach Darstellung der Kritiker dort verlaufen würde, wo heute die Bäume stehen.

Mit selbst gestalteten Plakaten machen Demonstrierende auf ihren Protest gegen die geplanten Baumfällungen an der Ollenhauerstraße aufmerksam. / © Foto: NFR
Ollenhauerstraße: Radweg, Bäume und Variantenwahl im Fokus
Die Debatte rund um die Ollenhauerstraße läuft seit Monaten. Neben der ausgewählten Planung wurden auch Alternativen diskutiert. Nach Darstellung der Initiativen hätte eine Variante den bestehenden Radfahrstreifen und die Bäume erhalten. In der Bewertungsmatrix lag diese Variante nach ihren Angaben nur zwei Punkte hinter der ausgewählten Lösung. Kritiker halten deshalb die Entscheidung für nicht ausreichend nachvollziehbar.
Auch die Kosten bleiben Teil der Auseinandersetzung. Frühere offizielle Angaben nannten rund 14,5 Millionen Euro. Spätere Angaben aus der politischen Debatte und aus dem Protestumfeld verweisen auf rund 19,5 Millionen Euro beziehungsweise knapp 20 Millionen Euro. Da diese Werte aus unterschiedlichen Quellen stammen, bleibt die belastbare aktuelle Kostengrundlage ein offener Punkt.

Der bestehende Radfahrstreifen an der Ollenhauerstraße gehört zu den wichtigsten Argumenten der Protestinitiative gegen die aktuelle Planung. / © Foto: NFR
Einwohnerfragen zur Ollenhauerstraße sollen neue Antworten bringen
Die BVV Reinickendorf bestätigt den Sitzungstermin am 8. Juli 2026. Außerdem verweist der Bezirk darauf, dass jede BVV-Sitzung per Livestream übertragen wird. Die Einwohnerfragestunde dauert nach Bezirksangaben 60 Minuten. Fragen müssen vorher angemeldet werden; nicht behandelte Fragen können schriftlich beantwortet und als Drucksache veröffentlicht werden.
Die Initiativen fordern einen Planungsstopp und einen Stopp von Ausschreibungen für Baumaßnahmen zur Ollenhauerstraße in der laufenden Legislatur. Sie verweisen auf anhaltende Proteste seit November 2025 und auf inzwischen rund 4.200 Unterstützende der Online-Petition. Ob das Bezirksamt die Planung vor möglichen Fällungen noch einmal grundlegend prüft, bleibt offen.

Die Ollenhauerstraße in Reinickendorf wird seit Monaten zum Symbol des Streits um den Erhalt von 116 Straßenbäumen und die geplante Neuordnung des Radwegs. / © Foto: NFR
Ollenhauerstraße
Quellen: Bezirksamt Reinickendorf, Netzwerk Fahrradfreundliches Reinickendorf
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4 Kommentare
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Reinickendorf ist CDU-Land. Mit dieser absurden und menschenfeindlichen Planung schießt sich die CDU auch noch selbst ins Knie so kurz vor der Berlin-Wahl im September. Die Menschen, die rund um die Ollenhauerstraße wohnen, haben sicher keine Lust mehr CDU zu wählen. Durchdacht ist anders, egal ob verkehrspolitisch oder wahlstrategisch.
Wie es scheint, möchte die CDU-SPD Koalition in ihrem Kampf gegen Radfahrer, Fußgänger und Bäume vollendete Tatsachen schaffen. Ideologen zerstören Bäume.
Die SPD-Fraktion im Bezirk setzt sich vehement in zahlreichen Redebeiträgen oder Anträgen für eine Änderung der Planung ein. Anscheinend verfolgen Sie die Debatten in der BVV nicht.
Gibt es eine Übersicht der Beiträge wo es überall um Baumfällungen in Berlin geht, müssten gefühlt schon ein dutzend sein. :(