Zwischen Hoppegarten und Friedrichshagen liegt ein Mobilitätsloch: Fahrgäste brauchen mit Bus und Bahn rund eine Stunde, während Autofahrten weniger als 15 Minuten dauern. Eine direkte Busverbindung wurde geprüft; realistisch könnte sie aber nicht vor 2030 starten.
Bahnhof Hoppegarten
Bahnhof Friedrichshagen
© Titelbild: Wikimedia Commons, Lappländer, CC BY-SA 4.0
Zwischen den S-Bahnhöfen Hoppegarten und Friedrichshagen besteht derzeit keine direkte Verbindung mit Bus oder Bahn. Obwohl die Orte nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen, müssen Fahrgäste lange Umwege sowie mehrere Umstiege in Kauf nehmen. Während Autofahrten vergleichsweise schnell verlaufen, dauert eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln rund eine Stunde.
Diese Situation sorgt seit Längerem für Kritik. Insbesondere Pendlerinnen und Pendler sowie Beschäftigte im Gewerbegebiet Hoppegarten sind betroffen. Auch Fahrten zu medizinischen Einrichtungen und Freizeitangeboten werden erschwert.
Abstimmung über Ländergrenzen hinweg: Neue Buslinie wird geprüft
Auf eine schriftliche Anfrage der Grünen‑Abgeordneten Antje Kapek hat der Berliner Senat kürzlich mitgeteilt, dass es bereits Überlegungen und erste Abstimmungen gibt, eine direkte Busverbindung zwischen Hoppegarten und Friedrichshagen einzurichten.
Beteiligte Akteure sind demnach neben der Senatsverwaltung für Mobilität auch der Verkehrsverbund Berlin‑Brandenburg (VBB), die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sowie Vertreter aus den betroffenen Gemeinden und dem Bezirk Treptow‑Köpenick. Der VBB hat zur Bewertung des Vorhabens bereits eine erste Potenzialanalyse durchgeführt, mit dem Ziel, die grundsätzliche Nachfrage sowie mögliche Linienführungen zu bewerten.
Verbindung zwischen den S-Bahnhöfen Hoppegarten und Friedrichshagen würde Alltag erleichtern
Für die Analyse ging der Verkehrsverbund von einer Busverbindung zwischen den beiden S-Bahnhöfen aus. Die Strecke würde unter anderem über die Dahlwitzer Landstraße sowie das Gewerbegebiet Hoppegarten führen. Ergänzend prüfte man unterschiedliche Taktungen.
Bei einem Angebot mit Halbstundentakt in der erweiterten Hauptverkehrszeit rechnet der VBB mit bis zu 700 Fahrgästen pro Tag. Selbst bei einem Stundentakt erscheint eine relevante Nutzung möglich. Der Bezirk Treptow-Köpenick geht davon aus, dass eine direkte Verbindung vor allem Alltagswege deutlich erleichtern würde.
Finanzierung und Prioritäten im Berliner Nahverkehr: Umsetzung vorerst nicht vorgesehen
Ein vollständiges Betriebskonzept liegt bislang jedoch nicht vor, und auch zur Finanzierung existieren keine verbindlichen Zusagen. Der Senat verweist trotz positiver Einschätzung auf die geltende Strategie „Stabilität vor Wachstum“ im Verkehrsvertrag mit der BVG: Neue Linien sollen vorrangig nur dort eingeführt werden, wo Kapazitäten frei werden.
Eine Umsetzung der Buslinie zwischen Hoppegarten und Friedrichshagen sei unter den derzeitigen Rahmenbedingungen deshalb erst nach 2030 realistisch. Ein früherer Start wäre nur möglich, wenn bestehende Leistungen an anderer Stelle reduziert würden, doch diese Option wird aktuell nicht favorisiert.
Bedeutender Verflechtungsraum zwischen Berlin und Brandenburg: Hoher Bedarf bleibt bestehen
In Friedrichshagen leben rund 19.000 Menschen, in Hoppegarten etwa 18.200. Gleichzeitig arbeiten in der Brandenburger Gemeinde über 10.000 abhängig Beschäftigte. Diese Zahlen verdeutlichen die enge funktionale Verflechtung beider Räume.
Trotz dieser Nachfrage müssen Pendlerinnen und Pendler mindestens bis 2030 weiterhin auf umständliche Verbindungen ausweichen. Doch auch wenn sich kurzfristig nichts ändert, ist davon auszugehen, dass das Thema langfristig auf der politischen Agenda bleibt und erneut diskutiert wird.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Abgeordnetenhaus von Berlin
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