In Karlshorst sorgt eine geplante Uhr auf dem Odesaplatz für Diskussionen. Während der Bürgerverein das Projekt vorantreibt, wächst die Sorge um den Wochenmarkt.
Odesaplatz (Karlshorst)
© Titelbild: Wikimedia Commons, GodeNehler, CC BY-SA 4.0
In Karlshorst gibt es Streit um eine geplante Uhr auf dem Odesaplatz. Der Bürgerverein sieht darin ein Erinnerungsprojekt für den Ortsteil. Der Betreiber des Wochenmarkts warnt dagegen vor Problemen für den Marktstandort. Eine endgültige Entscheidung über mögliche Folgen für den Wochenmarkt gibt es bislang aber nicht.
Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst verfolgt das Projekt einer Standuhr für den Odesaplatz bereits seit mehreren Jahren. Die Uhr soll an das 130. Gründungsjubiläum von Karlshorst erinnern und nach Angaben des Vereins identitätsstiftend wirken.
Geplante Standuhr auf Odesaplatz in Karlshorst sorgt für Unruhe
Geplant ist eine rund 7,48 Meter hohe Standuhr mit Sitzmöglichkeiten am Fuß der Konstruktion. Die Finanzierung soll vollständig über Spenden erfolgen. Die kalkulierten Gesamtkosten liegen bei rund 85.000 Euro. Der bisherige Spendenstand lag Ende 2025 mit rund 3.000 Euro allerdings noch deutlich darunter.
Nach Angaben des Bürgervereins existiert bereits ein Überlassungsvertrag mit dem Bezirksamt für die benötigte Teilfläche auf dem Odesaplatz. Zudem erklärt der Verein, die Uhr sei baurechtlich genehmigungsfrei. Ein möglicher Baubeginn könnte jedoch frühestens nach dem 1. Januar 2027 möglich sein.

Mehrmals pro Woche bauen Händler ihre Stände auf dem Wochenmarkt am Odesaplatz in Karlshorst auf. / © Foto: Wikimedia Commons, GodeNehler, CC BY-SA 4.0
Karlshorst: Bürgerverein verweist auf Genehmigungen für die Uhr
Der Bürgerverein betont außerdem, dass die Uhr keine kommerzielle Werbeanlage werden solle. Geplant seien lediglich Hinweise auf Veranstaltungen in Karlshorst. Zudem wolle der Verein Reinigung, Pflege und mögliche Reparaturen übernehmen. Auch ein Stromanschluss für die Uhr ist vorgesehen.
Der Betreiber des Wochenmarkts befürchtet, dass durch das Bauprojekt wichtige Flächen verloren gehen könnten. Der Wochenmarkt findet zweimal in der Woche regelmäßig auf dem Odesaplatz und an der Ehrenfelsstraße statt und gilt für viele Anwohnende als wichtiger Bestandteil der Nahversorgung im Ortsteil.
Wochenmarkt in Karlshorst bleibt Mittelpunkt der Debatte um die Uhr
Marktflächen benötigen ausreichend Platz für Verkaufsstände, Lieferfahrzeuge und Rettungswege. Bei geplanten Umbauten kommt es immer wieder zu Diskussionen, zuletzt auch beim Kranoldplatz in Lichterfelde-Ost. Feste Einbauten können die Nutzung öffentlicher Plätze deshalb verändern. Ob die geplante Uhr tatsächlich Auswirkungen auf den Marktbetrieb hätte, ist derzeit aber offen.
Der Odesaplatz besitzt zudem eine besondere symbolische Bedeutung. Der Platz wurde nach der ukrainischen Hafenstadt Odesa benannt und dient in Karlshorst auch als Ort für Veranstaltungen und Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. Damit treffen auf engem Raum mehrere Interessen aufeinander: Erinnerungskultur, Aufenthaltsqualität, Nahversorgung und Nutzung des öffentlichen Raums.
Quellen: Berliner Morgenpost, Bürgerverein Berlin-Karlshorst
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3 Kommentare
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Wieso wird der eigentlich schon so lange nur mit einem „S“ geschrieben?
Wei das die ukrainische Schreibweise ist
Hoffen wir, dass es nichts mit dieser hässlichen Uhr wird. Am Ausgang des S-Bahnhofs wäre sie hingegen sogar nützlich. Ob ich mich an einem der Orte hingegen auf eine Bank im Verkehrslärm setzen würde, bezweifle ich. Vor der Bio Company wäre ein geschichtsträchtigerer Ort. Vielleicht mag Herr Duncker eine neue Uhr.