Am Großbauprojekt „Ocean Berlin“ in der Rummelsburger Bucht schreitet der Bau zügig voran. Ab September 2025 bietet Coral World erstmals öffentliche Baustellenführungen an, für Interessierte wie Fachpublikum. Parallel laufen die Montagearbeiten für die großformatigen Aquarienscheiben.

Die Arbeiten an der Rummelsburger Bucht laufen auf Hochtouren. Der Neubau schließt mittlerweile direkt an das bestehende Wohnhaus „An der Mole“ an. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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© Visualisierung Titelbild: Ozean Berlin (CWB) GmbH
Das Großprojekt „Ocean Berlin“ in der Rummelsburger Bucht nimmt weiter Form an. Ab dem 13. September 2025 werden erstmals öffentliche Führungen über die Baustelle angeboten. Zwei Formate stehen zur Auswahl: eine allgemeine Tour für interessierte Besucherinnen und Besucher sowie eine Fachführung für Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Planungsbeteiligte.
Interessierte können sich über das Kontaktformular auf der Website des Projekts anmelden. Die Bestätigungen mit weiteren Informationen werden im August verschickt. Coral World will damit einen Einblick in die komplexen Bauprozesse und die Vision des Meeresparks geben.
Großbauteile im Einsatz: Einbau der Acrylscheiben markiert nächsten Bauabschnitt vom „Ocean Berlin“
Gleichzeitig schreitet der Bau auch technisch voran. Aktuell werden im ersten Obergeschoss die massiven Acrylscheiben eingesetzt, die später die Aquarien umschließen werden. Die bis zu 40 Zentimeter dicken Platten müssen per Kran millimetergenau in die Fassadenöffnung gehoben werden, ein aufwändiger und präziser Vorgang.
Diese Bauteile bilden später die räumliche Grundlage für die Ausstellung, die Besucherinnen und Besucher vom Roten Meer bis zum Great Barrier Reef führen soll. Trotz wechselhafter Witterung verläuft der Bau nach Angaben der Projektverantwortlichen weiterhin planmäßig. Bis Ende August soll der Einbau abgeschlossen sein.
Herausfordernder Baugrund: Fundament ruht auf 480 Pfählen im ehemaligen Flussbett
Die Bauarbeiten in der Rummelsburger Bucht laufen bereits seit Anfang 2024. Da das Gelände auf einem ehemaligen Flussbett der Spree liegt, waren umfangreiche Gründungsarbeiten nötig. Die gesamte Fundamentplatte ruht auf 480 Betonpfählen, die bis zu 32 Meter in den Boden reichen.
Trotz dieser Herausforderungen konnte der Rohbau bereits mehrere Etagen in die Höhe wachsen. Inzwischen ist die spätere Dimension des Gebäudes klar erkennbar, auch in seiner städtebaulichen Einbindung zwischen bestehenden Wohnbauten und Uferlinie.
35.000 Quadratmeter für Hotel, Ausstellung und Bildung mit Fokus auf Sicherheit und Technik an der Rummelsburger Bucht
Nach seiner Fertigstellung wird das Gebäude rund 35.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfassen. Neben einem Hotel mit 167 Zimmern sind große Flächen für Ausstellungen, Bildungsangebote und Gastronomie geplant. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermittlung mariner Ökosysteme.
Für die aufwendige Konstruktion der Becken wurde ein auf Unterwasserarchitektur spezialisiertes japanisches Unternehmen beauftragt. Sicherheit spielt dabei laut Projektverantwortlichen eine zentrale Rolle, auch mit Blick auf die Erinnerung an den geplatzten AquaDom in Berlin-Mitte.
Tierschutz in der Kritik: PETA fordert Stopp des Projekts Ocean Berlin und tierfreie Alternativen
Trotz des Baufortschritts bleibt das Projekt umstritten. Tierschutzorganisationen wie PETA lehnen das Konzept grundsätzlich ab und fordern einen Stopp des Vorhabens. Auch Petitionen gegen die Tierhaltung im Aquarium laufen weiterhin. PETA lehnt das Projekt Ocean Berlin ab, weil es aus Sicht der Organisation unnötiges Tierleid verursache. Man verweist auf hohe Sterberaten bei einem Partneraquarium auf Hawaii und kritisiert grundsätzlich die Praxis, Fische aus dem Meer zu entnehmen, über weite Strecken zu transportieren und in engen Becken zu halten. Stattdessen fordert PETA tierfreie Alternativen wie digitale Simulationen oder Robotik.
Coral World hingegen betont, man wolle nicht nur unterhalten, sondern für den Schutz der Meere sensibilisieren. Bis April 2026 soll Ocean Berlin fertiggestellt werden. Bereits ab Frühling 2026 sind erste Führungen im Rohbau geplant. Die Kombination aus Architektur, Technik und Meeresbiologie soll dann erlebbar gemacht werden, sowohl für das breite Publikum als auch für Fachbesucher.
Quellen: Coral World International, Der Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin, Coral World Berlin GmbH, Keller Grundbau GmbH, comcepta Gesellschaft für strategische Kommunikation GmbH, Investitionsbank Berlin, PETA, Merlin Entertainments Gruppe
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8 Kommentare
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Wenn du im Großaquarium von Okinawa oder S’pore stehst, dann begreift man augenblicklich, was die von PETA meinen. Die Teile können noch so groß sein, aber der Eindruck dieses Eingesperrtseins und diese Monotonie der Bewegungsabläufe bleibt trotzdem. Ich mußte sofort an die halb durchgedrehten Großkatzen in Zoos denken, die fast wie wahnsinnig von einer Seite auf die andere hin und her wechseln.
Eins von denen ist besonders grenzwertig (Ist schon so lange her, aber glaube, es war in S’pore), denn da ließen die doch allen Ernstes einen Walhai seine „Runden ziehen“…..
Schon erstaunlich, dass die Menschheit da nicht weiter ist und sich offensichtlich viele das eigene Eingesperrtsein unter solchen Bedingungen nicht vorstellen bzw. ausmalen können. Ich muss zugeben, dass es bei mir auch erst nach dem Besuch dieser beiden Einrichtungen mit dem Reflektieren und Nachdenken darüber eingesetzt hat.
Solche Aquarien und Zoos sollten ein für allemal untersagt werden. Das ist rückwärtsgewandte Volksbelustigung aus Zeiten, als Kino, Internet und Fernsehen nicht mal ansatzweise vorstellbar waren.
Die einzige Ausnahme, die ich machen würde: Aufzucht- und Forschungsstationen mit klar definierten Auswilderungsprogrammen.
Markus.M
Das sehe ich anders. Ein tolles Projekt, welches die Kids für die Unterwasserwelt begeistern und auch dazu beitragen wird zu verstehen, das wird die Meere schützen müssen!
Gleiches gilt auch für den Zoo. Ich verstehe die diskrepatnz, allerdings dürften auch auch keine Haustiere gehalten werden. Diese leben auch nicht in ihrer natürlichen Umgeben.
Zum achritektonischen Projekt. Was für ein geiles Design. Endlich baut man in Berlin mal etwas exquisiter, interessanter und mutiger. Das Gebäude wird ein Leuchtrumprojekt werden, das die Umgebung verzaubert – noch mehr als jetzt schon – und auch eine Sog für den weiteren Ausbau des Wasserzuganges in der Buch sorgen wird.
Toll. Freue mich darauf und gucke gern und voll Enthusiasmus beim wachsen zu….
Ich verstehe den Gedanken, dass Zoos, Aquarien und Co. immer kritisch betrachtet werden. Kein Gehege der Welt kann die freie Wildbahn ersetzen. Ich finde jedoch, dass man Unterschiede bei den Einrichtungen feststellen kann, vielleicht auch, weil ich schon verschiedenste Einrichtungen gesehen habe. Es gibt Zoos und Aquarien, bei denen die Tiere sich aus Platzmangel um sich selbst drehen. Ich habe aber auch schon Einrichtungen gesehen, in denen die Tiere enorm viel Platz haben, teilweise über einen Hektar und bei denen ein Rückzugsbereich zur Erholung nach dem Kontakt mit den Besuchern dazugehört.
Tatsächlich merkt man aber auch, wie wichtig es ist, für das Thema zu sensibilisieren. Die endlosen Diskussionen um die Rückkehr des Wolfes, die Panikmache, wenn eine Kreuzotter irgendwo gesehen wird und diese peinliche Aktion mit dem erschossenen Wels vor einigen Wochen zeigen ganz deutlich, wie rückständig auch Deutschland noch auf diesem Gebiet ist. Orte, an denen die Menschen Bildung in diesem Thema erfahren, sind daher zwingend erforderlich und bunte Animationen und Roboter haben dabei nicht den gleichen Effekt, wie echte Tiere. Ich fände es aber gut, wenn sie ergänzend eingesetzt werden.
Der Bau von Aquarien wie „Ocean Berlin“ treibt die Zerstörung von Korallenriffen voran. Von den marinen Zierfischen in europäischen Großaquarien sind 99 Prozent Wildfänge. Fang und Transport dieser Meeresbewohner führen zu zahlreichen Todesfällen. Bis zu 80 Prozent der im Riff gefangenen Korallenfische sterben, noch bevor sie im Aquarium eintreffen. Hinzu kommen technische Probleme in Aquarien, Unverträglichkeiten und die rasche Ausbreitung von Krankheitserregern in einem geschlossenen System. Tote Tiere werden von den Besuchern meist unbemerkt ersetzt. Daher trägt jeder Neubau eines Aquariums massiv zur Plünderung der Ozeane bei.
Besucher und vor allem auch Kinder lernen durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über das natürliche Verhalten dieser Tiere oder über Meeres- und Naturschutz. Was ihnen vermittelt wird, ist, dass es scheinbar natürlich ist, Lebewesen ihrer Heimat zu entreißen und zur menschlichen Unterhaltung einzusperren. Denn eine artgerechte Haltung ist in einem Aquarium nicht möglich: Viele Meeresbewohner legen im Ozean weite Distanzen zurück, tauchen tief, leben in Symbiosen, gehen sich aus dem Weg oder leben im Schwarm. In Gefangenschaft entwickeln sie hingegen oft Verhaltensstörungen, Depressionen und Aggressionen.
Architektonisch sicherlich ein sehr Interessanter Projekt doch inhaltlich leider absolut nicht zeitgemäß.
Ich würde Ihnen empfehlen sich mal intensiver mit dem Thema zu befassen. Googeln sie mal nach dem Meeresbiologen und ehemaligen Leiter des Aquariums Stralsund Robert Marc Lehmann.
Die Zoos tragen nachweislich nicht zum Verständnis zum Schutz der Ozeane bei. Oder warum lehnen praktisch alle Umweltschützer diese Art von Zurschaustellung von Tieren ab?
VG
Ich würde gerne an einer Baustellenführung zur Coral World teilnehmen. Wo genau kann man sich anmelden?
Man kann sich über das Kontaktformular auf deren Webseite für die Führung am 13. September anmelden:
https://www.oceanberlin.com/ocean-berlin
In der Salzwasser Aquaristik hat sich einiges getan. ORA und Dejong züchten ja schon in größeren Mengen nach (manchmal bekommt man auch entweder einen Fisch oder einen ableger aus dem ein oder anderen verein als nachzucht) Bei Bodengrund und Gestein gibt’s ja in zwischen auch gute Alternativen.