An der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg entsteht mit dem „Ocean Berlin“ eines der ambitioniertesten Aquarienprojekte Europas. Nun ist der Rohbau sichtbar abgeschlossen, die Dimensionen des Bauwerks sind deutlich erkennbar. Die Eröffnung ist für Ende 2026 geplant.

Rohbau des „Ocean Berlin“ - Berlin, Lichtenberg

An der Rummelsburger Bucht in Lichtenberg ist der Rohbau des „Ocean Berlin“ inzwischen weit fortgeschritten. Das Großaquarium mit einer Investitionssumme von rund 90 Millionen Euro wird nach seiner Fertigstellung über mehrere Ausstellungsebenen verfügen und die Lebensräume verschiedener Meeresregionen zeigen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierungen: Ozean Berlin (CWB) GmbH

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Mit dem „Ocean Berlin“ entsteht derzeit ein neues Großaquarium in Lichtenberg, unweit des Bahnhofs Ostkreuz. Verantwortlich für die Planung ist das Architekturbüro SG+ Architekten, Bauherrin ist das internationale Unternehmen Coral World, das bereits Meereszentren in Israel, Australien und auf Mallorca betreibt. Das Gebäude wird neben mehreren Ausstellungsebenen auch ein zentrales Becken mit sieben Millionen Litern Wasser beinhalten, in dem Haie, Rochen und andere Meeresbewohner gezeigt werden.

Geplant sind Nachbildungen verschiedener mariner Lebensräume, darunter das Great Barrier Reef mit selbst gezüchteten Korallen, die Nordsee sowie tropische Regionen wie Karibik und Rotes Meer. Das Aquarium soll Ende 2026 eröffnen und durch Führungen, Ausstellungen und Bildungsformate Wissen über Meere und Artenvielfalt vermitteln.

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Bauortschritte des Großaquariums in Lichtenberg: Rohbau steht und Fassadenmontage beginnt

Seit Sommer ist die gesamte Kubatur des Gebäudes klar erkennbar. Der Rohbau erstreckt sich entlang der Kynaststraße und lässt die späteren Dimensionen deutlich werden. In mehreren Etagen verlaufen bereits die zukünftigen Besucherwege, erste Fassadenelemente wurden montiert. Die Arbeiten verlaufen trotz wetterbedingter Unterbrechungen weitgehend planmäßig. Am Wochenende bietet Coral World geführte Baustellentouren an. Dabei erhalten Interessierte einen ersten Eindruck von der geplanten Ausstellung, die sich über mehrere Ebenen erstrecken wird.

Herzstück der Anlage ist das größte Becken, das 56 mal 30 Meter misst und von zehn Meter hohen Betonwänden eingefasst wird. Die Acrylscheiben stammen aus Japan, die größte von ihnen wiegt 26 Tonnen. Auch der eingesetzte Beton stellt eine Besonderheit dar. Da das Wasser salzhaltig sein wird, handelt es sich um ein spezielles Materialgemisch, das dauerhaft widerstandsfähig bleibt. Das Fundament des Gebäudes ruht auf 520 Betonpfählen, die bis zu 28 Meter tief ins Erdreich reichen.

Innenraumgestaltung des Aquariums „Ocean Berlin“: Soll umweltfreundlich und tiergerecht sein

Im Inneren des Gebäudes entstehen derzeit künstliche Felslandschaften, die später mit Korallen, Seegras und Meeresbewohnern besiedelt werden sollen. Für die Nachbildung der Riffe wird ein eigens entwickelter, umweltfreundlicher Ersatz für echtes Korallengestein verwendet. Dieser ist leicht, porös und gibt keine Stoffe ans Wasser ab.

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Vor dem Einzug der Tiere werden alle Becken mehrfach gespült und überprüft. Ziel ist es, naturnahe Lebensräume zu schaffen, die sowohl artgerecht als auch nachhaltig sind. Die Ausstellung soll den Besucherinnen und Besuchern ein möglichst realistisches Bild verschiedener Meeresregionen vermitteln.

Kritik an Standortwahl und Tierhaltung: Umweltverbände äußern Bedenken

Seit der Planung gibt es Kritik am Standort des Projekts. Anwohnende und Umweltverbände bemängeln vor allem die Nähe zu Wohngebieten und die ökologische Belastung. Auch das grundsätzliche Konzept, Meerestiere in künstlicher Umgebung auszustellen, wird hinterfragt. PETA lehnt das Projekt Ocean Berlin ab, da es aus Sicht der Organisation vermeidbares Tierleid verursache. Die Tierschutzorganisation kritisiert das Entnehmen und Halten von Meerestieren in engen Becken und fordert stattdessen tierfreie Alternativen wie digitale Simulationen oder robotische Nachbildungen.

Coral World betont, dass an allen Standorten höchste Tierschutzstandards gelten. Das Hotel im selben Gebäude wird unabhängig betrieben und ist laut Unternehmen eine städtebauliche Vorgabe. Der Bebauungsplan war bereits 2019 von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen worden.

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Abschluss des Großprojekts bis 2026: Innenausbau und Beckengestaltung als nächste Schritte

In den kommenden Monaten liegt der Fokus auf dem Innenausbau und der technischen Einrichtung der Becken. Parallel beginnt die schrittweise Gestaltung der Ausstellungsräume. Erst nach umfangreichen Tests werden die Becken mit Wasser gefüllt und mit Tieren besetzt.

Die Eröffnung ist für Ende 2026 geplant. Mit dem „Ocean Berlin“ entsteht ein neues Freizeit- und Bildungszentrum, das in seiner Größenordnung in Deutschland einzigartig ist. Das Projekt bleibt jedoch umstritten, sowohl mit Blick auf seine städtebauliche Wirkung als auch in Bezug auf Tierhaltung und Nachhaltigkeit.

Rohbau des „Ocean Berlin“ - Berlin, Lichtenberg

Blick auf die Baustelle des Ocean Berlin: Die Fassadenarbeiten schreiten voran, während im Inneren bereits mit dem Einbau der massiven Acrylscheiben begonnen wurde. Die Eröffnung ist für Ende 2026 geplant. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Visualisierung Ocean Berlin

So soll das Ocean Berlin nach Fertigstellung aussehen, / © Visualisierung: Ozean Berlin (CWB) GmbH

Ocean Berlin in Lichtenberg

© Visualisierung: Ozean Berlin (CWB) GmbH

Quellen: Ozean Berlin, Coral World International, Architektur Urbanistik Berlin, PETA

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