Berlins Olympia-Bewerbung geht in ihre entscheidende Phase. Nun stellen sich 132 Unternehmen, Vereine, Verbände und Einrichtungen hinter BERLIN+. Doch die Erklärung ist mehr als ein einfaches „Ja“ zu den Spielen.

Die Visualisierung zeigt, wie das Brandenburger Tor im offiziellen Olympia-Konzept für Berlin genutzt werden soll. / © Visualisierung: Kulturprojekte Berlin
© Titelbild: Kulturprojekte Berlin
Berlin will Olympische und Paralympische Spiele ausrichten – und versucht wenige Tage vor der entscheidenden nationalen Abstimmung noch einmal, gesellschaftliche Unterstützung sichtbar zu machen. 132 Unternehmen, Institutionen, Verbände, Vereine, soziale Einrichtungen, Einzelhändler und Initiativen haben sich einer gemeinsamen „Berliner Erklärung“ angeschlossen. Am 26. September 2026 entscheidet sich, ob BERLIN+ überhaupt den nächsten Schritt gehen darf.
- Projekt: Bewerbung BERLIN+ für Olympische und Paralympische Spiele
- Austragungsjahre: Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044
- Status: Nationales Auswahlverfahren läuft
- Konkurrenz im deutschen Auswahlverfahren: München und KölnRheinRuhr
- Nächste Entscheidung: DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden
Die am 16. September veröffentlichte Erklärung soll zeigen, dass die Bewerbung nicht nur von Senat und organisiertem Sport getragen wird. Nach Angaben der Senatskanzlei reicht der Kreis der Unterzeichnenden von größeren Unternehmen und Institutionen über Sportvereine und Verbände bis zu sozialen Einrichtungen, Einzelhändlern und kleineren Initiativen. Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand wertet die 132 Unterschriften entsprechend als Zeichen dafür, dass BERLIN+ in unterschiedlichen Teilen der Stadtgesellschaft Unterstützung findet.

Die Visualisierung zeigt den geplanten „Stadteingang West“ in Berlin mit neuen Hochhäusern, Grünflächen sowie breiten Wegen für den Rad- und Fußverkehr. Das Quartier könnte im Zuge einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung zeitweise als Olympisches und Paralympisches Dorf dienen. / © Visualisierung Hosoya Schaefer Architects AG, Agence Ter.de GmbH
Berliner Olympia-Bewerbung: 132 Organisationen unterstützen BERLIN+
Dabei verbinden die Unterzeichnenden ihre Zustimmung mit sieben Grundsätzen. Dazu gehören der langfristige Nutzen für die Berlinerinnen und Berliner, Nachhaltigkeit, Inklusion und die Stärkung des Breiten-, Schul- und Leistungssports. Hinzu kommen wirtschaftliche Verantwortung, Beteiligung und Transparenz. Neubauten sollen auf das notwendige Maß begrenzt, bestehende Sportstätten und Infrastruktur dagegen stärker genutzt und saniert werden.
Die Erklärung knüpft damit unmittelbar an das inzwischen weit ausgearbeitete Konzept BERLIN+ an. Berlin plant keine Spiele, die sich auf einen neu errichteten Olympiapark konzentrieren. Stattdessen sollen vorhandene Anlagen über die Stadt verteilt genutzt werden. Das Olympiastadion soll für die Leichtathletik dienen, während unter anderem das Sportforum in Hohenschönhausen, die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark und die Regattastrecke Grünau eingeplant sind.
Olympia 2036, 2040 oder 2044: Berlin verzichtet auf Bürgerentscheid
Auch das Tempelhofer Feld spielt eine zentrale Rolle. Dort sieht das Konzept die Eröffnungsfeier sowie Wettbewerbe unter anderem im 3×3-Basketball, Sportklettern, Skateboarding und BMX-Freestyle vor. Ein sogenannter Olympischer Parcours soll zudem das Olympiastadion mit der Innenstadt und dem Tempelhofer Feld verbinden. Bereits im Frühjahr hatte Berlin dafür ein Host-City-Konzept mit Wettkämpfen an markanten Orten der Stadt vorgestellt.
Die 132 Unterzeichnenden dürfen allerdings nicht mit einem repräsentativen Votum der Berliner Bevölkerung gleichgesetzt werden. Berlin hat anders als München und KölnRheinRuhr keinen Bürgerentscheid über die Bewerbung durchgeführt. Dort erreichten die Bewerbungen nach Angaben des DOSB jeweils Zwei-Drittel-Mehrheiten. In Berlin bildet stattdessen der ebenfalls mit Zwei-Drittel-Mehrheit gefasste Beschluss des Abgeordnetenhauses die politische Grundlage für die Kandidatur.

Die Visualisierung zeigt, wie es bei den Olympischen Spielen in Berlin rund um die Siegessäule aussehen könnte. / © Visualisierung: Kulturprojekte Berlin
DOSB entscheidet am 26. September über Berlin, München und KölnRheinRuhr
Damit läuft der deutsche Auswahlprozess nun auf seine letzte Etappe zu. Berlin, München und KölnRheinRuhr haben ihre finalen Konzepte Anfang Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund eingereicht. Der DOSB und die olympischen Spitzenverbände prüfen die Bewerbungen anhand festgelegter Kriterien. Neben internationaler Wettbewerbsfähigkeit und nationaler Akzeptanz geht es um die sportfachliche und operative Eignung; auch Vision, langfristige Wirkung sowie Kosten und Finanzierung werden betrachtet.
Am 26. September kommt die außerordentliche DOSB-Mitgliederversammlung im Kurhaus Baden-Baden zusammen. Stimmberechtigt sind unter anderem die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen sowie persönliche Mitglieder und Mitglieder des DOSB-Präsidiums. Erst wenn Berlin diese nationale Auswahl für sich entscheidet, geht BERLIN+ in den internationalen Bewerbungsprozess.
Olympiastadion Berlin
Olympiapark Berlin
Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark
Sportforum Berlin
Regattastrecke Grünau
Messe Berlin
Max-Schmeling-Halle
Uber Arena Berlin
Stadion An der Alten Försterei
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Tempelhofer Feld und ehemaliger Flughafen Tempelhof
Arkenberge
Mellowpark
TC 1899 Blau-Weiss Berlin
Wannsee
Brandenburger Tor
Mommsenstadion
Quellen: Senatskanzlei Berlin, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), BERLIN+, meinBerlin
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