Am ehemaligen Flughafen Tegel bleibt die Unterbringung von Geflüchteten weiterhin ein zentrales Thema. Nach der Schließung der großen Notunterkunft Anfang 2026 wurde im Terminal C eine neue, kleinere Notunterbringung eingerichtet. Sie soll als Übergangslösung dienen, bis das geplante Ankunftszentrum fertiggestellt ist.

Container Flüchtlingsunterkunft

Anfang 2026 wurde im Terminal C eine kleinere Notunterkunft eingerichtet, die als Übergangslösung bis zur Fertigstellung des geplanten Ankunftszentrums Tegel dient. / © Foto: depositphotos.com

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Nach der Schließung der großen Notunterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel bleibt der Standort weiterhin Teil der Berliner Infrastruktur zur Aufnahme von Geflüchteten. Anfang 2026 wurde im Terminal C eine kleinere Notunterkunft eingerichtet, die vorübergehend Plätze für neu ankommende Schutzsuchende bereitstellt. Die Einrichtung soll den Zeitraum überbrücken, bis das geplante Ankunftszentrum Tegel vollständig aufgebaut ist.

Der Senat hatte bereits im Mai 2025 beschlossen, die bisherigen Ankunftsstrukturen für Asylsuchende und Geflüchtete aus der Ukraine am Standort Tegel zusammenzuführen. Geplant ist ein Ankunftszentrum mit insgesamt 2.600 Plätzen, das künftig zentrale Funktionen der Registrierung, Erstversorgung und Unterbringung bündeln soll. Erste Bauabschnitte dieser Anlage werden nach aktuellen Planungen im zweiten Halbjahr 2026 erwartet.

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Terminal C in Tegel: 500 Plätze für temporäre Notunterbringung bis 2026 eingerichtet

Bis zur Fertigstellung der neuen Unterkünfte dient Terminal C als Übergangslösung. Dort wurden zwischen 500 und 900 Plätze für die Notunterbringung vorbereitet, zunächst jedoch nur rund 500 Plätze eingerichtet. Die vorhandene Leichtbaustruktur des Terminals wurde genutzt, um kurzfristig eine Unterkunft schaffen zu können.

Betrieben wird die Einrichtung von der Tamaja Betreuungs- und Beherbergungs gGmbH, die im Bereich der Notunterbringung bereits Erfahrung hat. Die Beauftragung des Betreibers ist zunächst bis Ende 2026 vorgesehen, mit einer Option auf Verlängerung. Das eingesetzte Personal umfasst unter anderem Mitarbeitende für Sozialbetreuung, Verwaltung, Registrierung, medizinische Versorgung sowie Sicherheits- und Reinigungsdienste.

Notunterkunft Tegel: Vor allem Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine werden im Terminal C untergebracht

Die Notunterkunft wird derzeit vor allem für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine genutzt, die neu in Berlin registriert werden. Sie dient als Teil der erweiterten Erstversorgung, bevor die Betroffenen in reguläre Unterkünfte weiterverlegt werden. Ziel des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten ist es, die Aufenthaltsdauer möglichst kurz zu halten und die Menschen zeitnah in passende Gemeinschaftsunterkünfte zu verlegen.

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Im Unterschied zur früheren Notunterkunft, in der zeitweise bis zu 4.800 Menschen gleichzeitig untergebracht waren, ist die neue Einrichtung deutlich kleiner angelegt. Aufgrund der aktuell geringeren Ankunftszahlen rechnet der Senat derzeit nicht mit einer vollständigen Auslastung der Plätze.

Übergangslösung im Terminal C in Tegel soll bald ersetzt werden

Für den Betrieb der Einrichtung kalkuliert der Senat bei einer vollständigen Belegung von 500 Plätzen mit rund 3,27 Millionen Euro im Jahr 2026. Hinzu kommen Kosten für die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner, etwa für Cateringleistungen. Diese könnten bei voller Auslastung rund 1,88 Millionen Euro betragen.

Langfristig soll die Notunterkunft im Terminal C jedoch wieder verschwinden. Sobald die ersten Bauabschnitte des neuen Ankunftszentrums in Betrieb gehen, wird die Übergangslösung schrittweise ersetzt.

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Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, dpa, rbb, taz, Tagesspiegel

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