Die Norderelbbrücke im Osten Hamburgs gilt als eine der meistbelasteten Autobahnbrücken Deutschlands und ist in einem schlechten Zustand. Nun laufen die Vorbereitungen für ihren Ersatz auf Hochtouren. Der Neubau ist Teil eines umfangreichen Ausbauprojekts auf der A1, das die Region für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig machen soll.

Zu sehen ist die bestehende Brücke über die Elbe mit ihren markanten Pylonen und laufendem Verkehr.

Die bestehende Norderelbbrücke der Bundesautobahn 1 ist stark belastet und weist erhebliche Schäden auf, weshalb ein Ersatzneubau im Zuge des achtstreifigen Ausbaus geplant ist. / © Foto: Wikimedia Commons, NordNordWest, CC BY-SA 3.0 DE

© Titelbild: Wikimedia Commons, Reinhard Kraasch, CC-BY-SA 4.0 DE

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Täglich rollen mehr als 130.000 Fahrzeuge über die A1 im Hamburger Osten, rund ein Viertel davon sind Lkw. Die Autobahn gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands und ist für Pendler, den Einzelhandel und die Logistikbranche gleichermaßen unverzichtbar. Bis 2030 rechnen Verkehrsplaner mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 160.000 Fahrzeuge am Tag.

Bereits heute kommt es regelmäßig zu Engpässen. Besonders kritisch ist das Autobahndreieck Norderelbe, wo die Fahrbahn auf zwei Streifen pro Richtung verengt. Die Autobahn GmbH des Bundes plant deshalb den achtstreifigen Ausbau eines rund 8,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Dreieck Hamburg-Südost und der Anschlussstelle Hamburg-Harburg. Zum Projekt gehören neben dem Fahrbahnausbau auch der Abriss und der Neubau der Norderelbbrücke sowie der Süderelbbrücke.

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A1 in Harburg: Warum der Neubau der Norderelbbrücke nicht warten kann

Beide Brücken weisen erhebliche Schäden auf und sind nach Einschätzung der Fachleute dauerhaft nicht mehr für die wachsende Verkehrsbelastung geeignet. Eine Studie des ADAC kommt zu dem Schluss, dass eine ungeplante Sperrung der Norderelbbrücke für die Hamburger Wirtschaft einen volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als 330 Millionen Euro jährlich verursachen könnte.

Um keine Zeit zu verlieren, greift die Autobahn GmbH auf ein besonderes Verfahren zurück. Im sogenannten Vorgriffsfall beginnen die Bauarbeiten für ein erstes Brückenbauwerk nördlich der bestehenden Brücke noch vor dem Planfeststellungsbeschluss, der zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht wird. Dieses Vorgehen ist aufgrund des schlechten Zustands der bestehenden Brücke und der hohen Dringlichkeit rechtlich möglich. Das Vergabeverfahren für den Ersatzneubau ist bereits veröffentlicht, wobei bei der Auftragsvergabe eine kurze Bauzeit ausdrücklich im Fokus steht.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Brückenneubau mit moderner Konstruktion und erweitertem Querschnitt über die Elbe.

Die geplante neue Norderelbbrücke soll breiter werden, künftig acht Fahrstreifen aufnehmen und bis Ende 2029 fertiggestellt werden. / © Visualisierung: DEGES

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Planungen für den Brückenneubau: Fertigstellung der Norderelbbrücke bis 2029

Der Baubeginn ist für Ende 2026 geplant, die Fertigstellung soll bis Ende 2029 erfolgen. Der Neubau entsteht westlich der bestehenden Brücke und wird acht Fahrspuren umfassen, was zwei Spuren breiter als der aktuelle Bestand ist. Verantwortlich für die Umsetzung ist die DEGES. Nach der Fertigstellung des Neubaus soll die alte Norderelbbrücke abgerissen werden.

Neben der reinen Verkehrsinfrastruktur plant das Projekt auch Maßnahmen für die Anwohner. Moderne Lärmschutzwände sollen die Belastungen durch den steigenden Verkehr begrenzen. Außerdem wird die bestehende Rastanlage Stillhorn durch einen Neubau ersetzt, der künftig unter dem Namen Rastanlage Elbmarsch betrieben wird.

Quellen: DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, Norddeutscher Rundfunk

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