Für das brachliegende Gelände des ehemaligen Postfuhramts an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte gibt es neue Entwicklungen. Das Grundstück wurde Ende 2025 an einen neuen privaten Eigentümer verkauft. Gleichzeitig steuert das Sanierungsgebiet „Nördliche Luisenstadt“ auf sein Ende zu, obwohl zentrale städtebauliche Ziele noch nicht vollständig umgesetzt wurden.

Die Planung für das Quartier um das ehemalige Postfuhramt stammen vom Architekturbüro Patzschke Planungsgesellschaft, während das Landschaftskonzept vom Büro von Bargen entwickelt wurde. / © Visualisierung: Patzschke & Partner Architekten / KoSP GmbH
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierungen: Patzschke & Partner Architekten / KoSP GmbH
Das Gelände des ehemaligen Postfuhramts an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte hat einen neuen Eigentümer. Wie das Bezirksamt Mitte auf ENTWICKLUNGSSTADT-Nachfrage bestätigte, wurde das rund 14.000 Quadratmeter große Grundstück Ende 2025 verkauft und befindet sich nun im Besitz eines privaten Investors. Angaben zur Identität des neuen Eigentümers machte das Bezirksamt nicht, da es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt.
Damit verändert sich die Ausgangslage für eines der größten Entwicklungsgrundstücke in der „Nördlichen Luisenstadt“. Auf dem Areal zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße sollte seit mehreren Jahren ein neues Quartier mit Wohnungen, Gewerbeflächen und öffentlichen Nutzungen entstehen. Bislang blieb das Gelände jedoch weitgehend ungenutzt, während ein teilweise errichteter Rohbau seit Jahren unverändert auf dem Gelände steht.
Postfuhramt an der Köpenicker Straße: Baugenehmigung für Projekt „Luisenstadt Mitte“ bleibt gültig
Nach Angaben des Bezirksamts verfügt der neue Eigentümer weiterhin über eine gültige Baugenehmigung sowie über eine sanierungsrechtliche Genehmigung. Diese beziehen sich auf die Planungen des vorherigen Eigentümers für das Projekt „Luisenstadt Mitte“. Zudem bleibt ein städtebaulicher Vertrag mit dem Bezirk Mitte bestehen, der bestimmte Nutzungen auf dem Grundstück festlegt.
Vorgesehen sind demnach Wohn- und Gewerbegebäude, ergänzt durch soziale Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem eine Kindertagesstätte, Wohnungen für soziale Träger sowie eine öffentliche Durchwegung des Areals. Ob der neue Eigentümer an den bestehenden Planungen festhält oder Änderungen anstrebt, ist derzeit nicht bekannt. Dem Bezirk lägen bislang keine neuen Bauabsichten vor.
Sanierungsgebiet „Nördliche Luisenstadt“ in Berlin-Mitte soll 2027 aufgehoben werden
Parallel zu diesem Eigentümerwechsel steht auch das Sanierungsgebiet „Nördliche Luisenstadt“ vor seinem Abschluss. Das Gebiet war 2011 förmlich festgelegt worden, um die städtebauliche Entwicklung des ehemaligen Grenzraums entlang der Spree zu fördern. Ziel war unter anderem die „Reurbanisierung des Quartiers“, die Aufwertung der Köpenicker Straße sowie die bessere Zugänglichkeit des Spreeufers.
Der Senat plant nun, das Sanierungsgebiet Anfang 2027 formell aufzuheben. Hintergrund ist der weitgehend abgeschlossene Sanierungsprozess, der über mehrere Jahre mit öffentlichen Fördermitteln und privaten Investitionen umgesetzt wurde. Insgesamt flossen nach Angaben der Senatsverwaltung rund 28,5 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in Projekte innerhalb des Gebiets.
„Nördliche Luisenstadt“: Wichtige Sanierungsziele bleiben bislang unerreicht
Allerdings konnten nicht alle ursprünglich formulierten Ziele umgesetzt werden. Zu den weiterhin offenen Projekten zählen unter anderem der Neubau der Waisenbrücke, die Aufwertung des Märkischen Platzes sowie Teile der geplanten Umgestaltung der Köpenicker Straße. Auch der geplante Grünzug entlang der Michaelkirchstraße ist bislang nicht realisiert.
Welche Folgen die Aufhebung des Sanierungsgebiets für die Zukunft des Postfuhramt-Areals haben wird, ist derzeit noch offen. Grundsätzlich könnten mit dem Ende des Sanierungsverfahrens bestimmte steuernde Instrumente der Stadtplanung entfallen, etwa besondere Genehmigungsvorbehalte oder Vorgaben zur Nutzungsmischung. Gleichzeitig bleiben bestehende Baugenehmigungen und städtebauliche Verträge bestehen. Entscheidend wird daher sein, ob der neue Eigentümer an den bisherigen Planungen festhält oder eigene Vorstellungen für die Entwicklung des Grundstücks einbringt.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Bezirksamt Mitte, Luisenstadt-Mitte, taz, Bürgerverein-Luisenstadt, KoSP GmbH, rbb24, Berliner Morgenpost, Wikipedia
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