Seit vier Jahren wird die Bahnhofstraße in Lichtenrade grundlegend umgebaut. Inzwischen laufen Arbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig. Doch bis die zentrale Einkaufsstraße vollständig fertig ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Die Bahnhofstraße in Lichtenrade wird schrittweise umgebaut. Vertreter des Bezirksamts und weitere Projektbeteiligte informierten sich vor Ort über den Stand der Arbeiten. / © Foto: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
© Titelbild: Wikimedia Commons, Sebastian Rittau, CC BY 4.0
Der Umbau der Bahnhofstraße gehört zu den größten laufenden Straßenbauprojekten im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Neben Fahrbahn und Gehwegen wird auch ein großer Teil der Leitungen unter der Straße erneuert. Nach Verzögerungen und einem Wechsel der Baufirma arbeiten inzwischen mehrere Beteiligte parallel.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Adresse: Bahnhofstraße zwischen Steinstraße und Kirchhainer Damm, 12305 Berlin
- Projektstatus: im Bau
- Baubeginn: September 2022
- Fertigstellung: Mitte 2030 geplant
Der jüngste Ortstermin zeigt, wie viele Akteure inzwischen an der Lichtenrader Großbaustelle beteiligt sind. Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck nahmen Mitte September an einer der wöchentlichen Baubesprechungen teil. Neben dem Straßen- und Grünflächenamt waren das Ingenieurbüro Asphalta, die Berliner Wasserbetriebe, die BVG sowie die Firmen Göttsche und Beton & Rohr vertreten. Insgesamt zählt das Bezirksamt neun Bauherren: zwei Haupt- und sieben Nebenbauherren.
Dabei geht es längst nicht nur um eine neue Oberfläche für die Einkaufsstraße. Unter der Bahnhofstraße wird die Versorgungsinfrastruktur umfassend erneuert. Dazu gehören Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe sowie von Stromnetz Berlin, der NBB und mehreren Telekommunikationsunternehmen. Auch infraSignal und die BVG gehören zu den beteiligten Nebenbauherren.
Bahnhofstraße Lichtenrade: Zwei Bauabschnitte laufen parallel
Aktuell wird parallel in den Bauabschnitten 2.1 und 2.2 gearbeitet. Für den Abschnitt 2.1 auf der südlichen Seite zwischen Zescher Straße und Mellener Straße nennt das Bezirksamt inzwischen Mitte 2027 als voraussichtlichen Fertigstellungstermin. Die Gesamtmaßnahme soll Mitte 2030 abgeschlossen sein.
Im Sommer lag der Schwerpunkt zunächst tief unter der Straße. Nach Abschluss der Arbeiten an den Trinkwasserleitungen begann die Erneuerung der Schmutzwasserleitungen. Teilweise liegen die Hausanschlüsse nach Angaben des Aktiven Zentrums rund vier Meter tief. Im August kamen Arbeiten an Gasleitungen hinzu. Ende August begannen außerdem Erdarbeiten im Bereich vor dem Netto-Markt.

Geschäfte, Gehwege und Parkplätze prägen die Bahnhofstraße in Lichtenrade. Der laufende Umbau soll den Straßenraum neu aufteilen und unter anderem breitere Gehwege, Radverkehrsanlagen und neu geordnete Stellplätze schaffen. / © Foto: Wikimedia Commons, Sebastian Rittau, CC BY 4.0
Hoher Grundwasserstand verzögerte die Arbeiten in der Bahnhofstraße
Zusätzlichen Aufwand verursacht der Untergrund. Das Bezirksamt hatte bereits im Juni darauf hingewiesen, dass die Sanierung von Regenwasser-, Abwasser- und Trinkwasserleitungen umfangreicher ausfällt als zunächst in dieser Tiefe abgestimmt. Auch wegen eines unerwartet hohen Grundwasserstands. Durch paralleles Arbeiten wollen Bezirksamt und Wasserbetriebe einen Teil dieser Verzögerung wieder aufholen.
Die Schwierigkeiten reichen allerdings weiter zurück. Der Umbau startete im September 2022 zunächst zwischen Lichtenrader Damm und Mellener Straße. Weil die Arbeiten nicht schnell genug vorankamen, beendete das Bezirksamt 2024 den Vertrag mit der damaligen Baufirma. Nach einer Neuausschreibung übernahm Hans Göttsche Straßen- und Tiefbau im Juni 2024 die Arbeiten.
Breitere Gehwege und Radwege: So soll die Bahnhofstraße aussehen
Am grundlegenden Ziel hat sich dagegen nichts geändert. Zwischen Steinstraße und Kirchhainer Damm soll der Straßenraum neu geordnet werden. Vorgesehen sind breitere Gehwege, Radverkehrsanlagen in beide Richtungen, neu geordnete Stellplätze und zusätzliche Fahrradbügel. Die Gehwege sollen barrierefrei nutzbar sein und mehr Raum für Aufenthalt, Bänke und Gastronomie bieten.
Der Umbau steht zugleich im Zusammenhang mit weiteren Veränderungen rund um den S-Bahnhof. Das Umfeld der historischen Alten Mälzerei wurde in den vergangenen Jahren neu entwickelt. Dort entstand das „Lichtenrader Quartier“ mit 202 Wohnungen. Weitere Wohnungsbauprojekte wie der „Lichtenrader Bogen“ verändern das Umfeld zusätzlich.
Umbau der Bahnhofstraße Lichtenrade
Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Aktives Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße, meinBerlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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