Im Berliner Ortsteil Nikolassee plant die degewo am „Wiesenschlag“ 182 Wohnungen, die Hälfte davon gefördert. Der Baustart verzögert sich aber seit Jahren. Nach aktuellem Stand rechnet die degewo mit einem Baubeginn Mitte 2028.

Blick auf das Haus an der Potsdamer Chaussee 87 in Berlin-Nikolassee.

Der Yehudi-Menuhin-Park befindet sich hinter diesem Gebäude an der Potsdamer Chaussee 86 im Berliner Ortsteil Nikolassee. Dort möchte die degewo drei Wohngebäude mit bis zu fünf Geschossen errichten. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley), CC BY-SA 3.0

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT (Symbolbild)

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In Zehlendorf plant die degewo das Wohnungsbauprojekt „Wiesenschlag“. Entstehen sollen 182 Wohnungen, davon 50 Prozent öffentlich gefördert. Doch seit dem ersten Antrag im Jahr 2017 kommt das Verfahren nur langsam voran. Neue Angaben des Senats zeigen, welche Gründe das Projekt bremsen.

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Aktuelle Planung: 182 Wohnungen
  • Geförderter Wohnraum: 50 Prozent
  • Gebäude: bis zu fünf Geschosse
  • Frühester Baustart: Mitte 2028
  • Fertigstellung: Mitte 2030

Das Projekt „Wiesenschlag“ hat eine jahrelange Vorgeschichte. Die degewo stellte am 29. Mai 2017 den Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Damals ging das Unternehmen von rund 260 Wohnungen am Yehudi-Menuhin-Park aus. Nach der ersten Behördenbeteiligung rechnete der Bezirk noch mit etwa 250 Wohnungen und einem Folgebedarf von 20 Kitaplätzen. Heute sieht die Planung noch 182 Wohnungen vor. Der Anteil geförderter Wohnungen blieb dabei nach Angaben des Bezirks durchgehend bei 50 Prozent.

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Warum die Zahl der Wohnungen am Yehudi-Menuhin-Park sank

Die Reduzierung hängt vor allem mit der Bauhöhe, der städtebaulichen Einbindung und dem Lärmschutz zusammen. Nach der frühen Beteiligung senkte die Planung die Gebäudehöhe von ursprünglich sechs auf maximal fünf Geschosse. Damit wollte der Bezirk den denkmalrechtlichen Umgebungsschutz stärker berücksichtigen. Außerdem musste die degewo die Baukörper anpassen und größere Abstände zu Nachbarn an der Potsdamer Chaussee 86a und 87 einplanen. Dadurch schrumpfte die nutzbare Fläche.

Doch der Verfahrenslauf zeigt große Lücken. Nach dem Einleitungsbeschluss des Bezirksamts am 21. November 2017 folgte am 4. Mai 2018 die frühzeitige Behördenbeteiligung. Die Öffentlichkeit konnte sich vom 11. Juni bis 12. Juli 2019 beteiligen. Die nächste Trägerbeteiligung fand jedoch erst am 21. Dezember 2022 statt.

Als Gründe nennt der Senat unter anderem die Corona-Pandemie, langwierige Verhandlungen über einen privatrechtlichen Nachbarschaftsvertrag und einen zeitweisen Bearbeitungsstopp kleinerer Bebauungspläne, weil das Verfahren „6-30“ für das Quartier „Lichterfelde Süd“ mit rund 2.700 neuen Wohnungen Vorrang hatte.

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Zu sehen ist der Rahmenplan für Neulichterfelde im Berliner Süden.

Hatte Vorrang: Mit der Ausschreibung der Erschließung hat in Lichterfelde Süd kürzlich die Umsetzung des neuen Quartiers „Neulichterfelde“ begonnen. Auf dem Areal sollen bis 2035 rund 2.700 Wohnungen entstehen. / © Visualisierung: degewo mit WÖHR + BAUER

Lärmschutz und Vertrag bremsen den Wohnungsbau in Zehlendorf

Seit 2023 verzögerten zusätzlich stockende Verhandlungen zum Durchführungsvertrag das Projekt „Wiesenschlag“. Dabei ging es vor allem um die rechtliche Absicherung passiver Lärmschutzmaßnahmen. Laut Senatsantwort konnte durch Vermittlung inzwischen eine Lösung erreicht werden. Der Bezirk hält eine Festsetzung des Bebauungsplans im ersten Halbjahr 2027 für realistisch, sofern keine neuen Probleme entstehen.

Auch die Kita ist nicht mehr Teil der ursprünglichen Planung. Der Bezirk sieht nach aktueller Bevölkerungsstatistik keinen Bedarf mehr; zudem zog sich der vorgesehene Träger zurück. Die degewo prüft deshalb, ob auf der dafür vorgesehenen Fläche eine Wohnnutzung über einen sozialen Träger finanziert werden kann. Dadurch könnte die Zahl der Wohnungen wieder leicht steigen.

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Wie hoch am „Wiesenschlag“ gebaut werden soll

Die aktuelle Planung umfasst mehrere Häuser mit vier bis fünf Vollgeschossen. Haus 1 soll vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erhalten. Die Häuser 3a und 5b erreichen fünf Vollgeschosse. Die höchsten Baukörper sollen 17,05 Meter hoch werden. Zum Vergleich nennt der Bezirk das Wohnhaus Charles-H.-King-Straße 26/28 mit sieben Obergeschossen und einer Gebäudehöhe von rund 24,3 Metern, verweist aber zugleich darauf, dass kein direkter städtebaulicher Bezug zum „Wiesenschlag“ bestehe.

Geplant sind neben rund 180 Wohnungen, von denen die Hälfte öffentlich gefördert und barrierefrei gebaut werden soll, auch Fahrradstellplätze sowie etwa 50 Pkw-Stellplätze, überwiegend in einer Tiefgarage. Zusätzlich sollen die Zufahrt verbreitert und ein neuer barrierefreier Gehweg zwischen der Potsdamer Chaussee und dem Grundstück „Wiesenschlag“ angelegt werden. Das Konzept basiert auf einem Gutachterverfahren von 2016; der prämierte Entwurf stammt von Müller Reimann Architekten.

Frühester Baustart für Wohnungen am „Wiesenschlag“ erst 2028

Nach aktuellem Stand rechnet die degewo mit der Baufeldfreimachung im Februar 2028 und einem Baubeginn Mitte 2028. Die Bauzeit soll etwa zwei Jahre dauern. Damit könnten die Wohnungen am „Wiesenschlag“ frühestens Mitte 2030 fertig sein.

Degewo-Projekt „Wiesenschlag“

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26049, degewo

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