Auf der Nikolai Insel in der Hamburger Altstadt entsteht derzeit ein neues, gemischt genutztes Quartier. Mit „NIK 8“ und „NIK 11“ sollen in den kommenden Jahren rund 100 Wohnungen und neue Arbeitsplätze realisiert werden. Die Fertigstellung erfolgt in mehreren Bauabschnitten bis 2030. Das erste Gebäude, „NIK 8“, soll bereits 2027 fertiggestellt werden.

So sah die Nikolai Insel vor 2023 aus: Das alte Gebäude der Commerzbank (rechts) und der weiße Altbau (links daneben) sind bereits abgerissen worden. Nun folgen die Bauarbeiten für die beiden Neubauten „NIK 8“ und „NIK 11“. / © Foto: Procom
© Visualisierung Titelbild: Beyond Visual Arts / Procom
Mitten in der Hamburger Altstadt, an einem der geschichtsträchtigsten Orte der Stadt, nimmt das Nikolai Quartier „NIK“ zunehmend konkrete Formen an. Dort, wo 1870 die Commerzbank Hamburg gegründet wurde und sich die historische Keimzelle der Kaufmannsstadt verorten lässt, entsteht in den kommenden Jahren ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Arbeiten und öffentlichen Angeboten.
Der Anspruch des Projekts ist hoch: Entstehen soll ein zeitgemäßer Stadtbaustein, der die historische Tiefe des Ortes aufnimmt und zugleich neue urbane Qualitäten schafft. Die Fertigstellung des ersten Neubaus ist für das Jahr 2027 vorgesehen und markiert einen wichtigen Schritt in der Neuordnung des zentralen Altstadt-Standorts.
Hamburger Altstadt: Nikolai Quartier „NIK“ entsteht auf altem Commerzbank-Gelände
Das Grundstück Am Neß 7-9 wurde ursprünglich vom Projektentwickler Procom Invest als Innenstadtquartier entwickelt. Nach einem zweistufigen Architekturwettbewerb entschied sich die Jury für den Entwurf des Berliner Architekturbüros Bruno Fioretti Marquez. Es konzipierte den Neubau als sogenanntes „Stadthaus“. Vorgesehen ist der Ersatz des früheren, 13-geschossigen Commerzbank-Hochhauses aus den 1960er-Jahren durch ein bis zu zehngeschossiges Gebäudeensemble, bestehend aus den zwei Baukörpern „NIK 8“ und „NIK 11“.
Der Abbruch des Altbestands erfolgte in den Jahren 2023 und 2024, der Verkauf des Projekts wurde 2024 abgeschlossen. Die weitere Realisierung der beiden Neubauten liegt heute in den Händen des Projektentwicklers Bilton Real Estate. Insgesamt sollen rund 100 Wohnungen sowie Büro-, Einzelhandels- und Gastronomieflächen auf der Nikolai Insel entstehen, die das Quartier dauerhaft beleben sollen.
Wohnen auf der Nikolai Insel: „NIK 8“ bietet bis zu 300 Wohneinheiten in der Altstadt
Mit „NIK 8“ wird am Neß ein rund 23.000 Quadratmeter großer Neubau realisiert, der Wohnen, Arbeiten, Einzelhandel und Gastronomie miteinander kombiniert. Am Standort des ehemaligen weißen Altbaus ist ein Gebäude mit heller Fassadengestaltung geplant. Vorgesehen sind 25 freifinanzierte Mietwohnungen, 30 geförderte Mietwohnungen sowie 45 Eigentumswohnungen. Die Wohnungsgrößen liegen überwiegend zwischen 50 und 80 Quadratmetern. Neu in Planung ist außerdem ein Boardinghouse mit rund 200 Apartments im selben Gebäudekomplex für Personen, die kurzzeitig in Hamburg sind.
Zur Wasserseite des Nikolaifleets sind Büroflächen geplant, während in den unteren Geschossen gastronomische Angebote und Einzelhandel einziehen sollen. Eine Tiefgarage mit rund 140 Stellplätzen sowie etwa 760 Fahrradstellplätze ergänzen das Mobilitätskonzept. Durch die direkte Lage am Wasser zählt der Standort zu den beliebten Innenstadtlagen.
„NIK 11“: Moderne Gewerbeflächen am Nikolaifleet entstehen bis 2030
Der zweite Neubau, „NIK 11“, ist als energieeffizienter, zehngeschossiger Backsteinbau mit markanter zweifarbiger Fassade geplant. Das Gebäude soll nach seiner Eröffnung Büro-, Einzelhandels- und Gastronomieflächen auf circa 16.000 Quadratmetern beherbergen.
Im Erdgeschoss ist eine Arkade vorgesehen, die Raum für Ladenflächen und Außengastronomie am Nikolaifleet schafft. Ergänzt wird das Konzept durch ein begrüntes, für Nutzerinnen und Nutzer begehbares Dach, das zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten soll.
Quartier „NIK“: Gesamtfertigstellung ist bis 2030 vorgesehen
Aktuell befindet sich das Projekt in der Ausführungsplanung. Das Gelände wird schrittweise auf die kommenden Bauphasen vorbereitet, erste Leitungsumverlegungen sind bereits erfolgt. Im Dezember 2025 wurde das Baufeld an den Spezialtiefbau übergeben.
Zu Beginn des Jahres 2026 starten im Baufeld „NIK 11“ die Vorbereitungen für die Herstellung der Schlitzwand. Parallel dazu beginnen auf dem Baufeld „NIK 8“ archäologische Grabungen durch das Archäologische Museum Hamburg. Ziel ist es, den historischen Kontext des Areals zu erfassen und fachgerecht zu dokumentieren. Im Anschluss sollen die Hochbauarbeiten beginnen. Nach aktuellem Stand soll „NIK 8“ bereits im Jahr 2027 fertiggestellt werden, während „NIK 11“ Anfang 2030 folgen soll.
Quellen: HIW Hamburg Invest, Bilton Real Estate GmbH, Procom Invest GmbH & Co. KG, BWPM Boardwalk Projektmanagement GmbH, Hamburger Abendblatt
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3 Kommentare
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Hier wäre es wichtig zu erwähnen, dass der Investor für „Nik 8“ ein spätklassizistisches Gebäude hat abreißen lassen, um mit einem „in der Kubatur“ ähnlichen Ersatzbau ohne ansprechende Fassade diese Ecke Alt-Hamburgs zu verschandeln. Schade.
Sehr geehrter Herr Karl,
das ursprüngliche Gebäude Nik 8 ist kein
spät klassizistisches Gebäude gewesen.
Es war ein „Sammelsorium“ verschiedenster
Baustile. Das Haus war auch mehrfach, auch
die Fassade, verändert um- und angebaut,
worden. Das hamburger Denkmalschutzamt
hat das Gebäude mehrfach! als nicht schutzwürdig festgestellt.
Trotzdem ist der Neubau wesentlich hässlicher und wird dem Ort nicht gerecht. Nur weil etwas Denkmalgeschützt ist, heißt es ja nicht, dass es schön ist. Also schade drum und ich kann dem ersten Kommentar nur beipflichten