Der südliche Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof wird ab Februar 2026 umgebaut. Ziel ist ein übersichtlicher, klimaangepasster und besser nutzbarer Vorplatz für die täglich Tausenden Reisenden und Passanten.

Der Europaplatz soll künftig als übersichtlicher, weitgehend autofreier und klimaangepasster Vorplatz funktionieren, der Fuß- und Radverkehr klar ordnet und mehr Raum für Aufenthalt bietet. / © Visualisierung: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
© Visualisierungen: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Wer den Berliner Hauptbahnhof verlässt, steht binnen weniger Schritte mitten in einem dichten Geflecht aus Wegen, Haltestellen und Verkehrsströmen. Der südliche Europaplatz ist Knotenpunkt für Reisende, Pendler und Besucher zugleich, und einer der meistfrequentierten Stadträume in Mitte. Doch bald soll sich die Situation am südlichen Europaplatz an der Invalidenstraße grundlegend verändern.
Die Arbeiten waren lange angekündigt, nun steht auch der konkrete Starttermin fest: Am 2. Februar 2026 soll es losgehen. Die Ausführung übernimmt im Auftrag des Landes Berlin das Bauunternehmen Strabag. Grundlage ist ein freiraumplanerischer Entwurf des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten. Die Kosten werden mit rund 3,1 Millionen Euro beziffert.
Mehr Übersicht und Schutz vor Hitze: So soll der Europaplatz neugestaltet werden
Im Zentrum der Neugestaltung stehen breitere, barrierefreie Wegeverbindungen zwischen dem Bahnhofseingang und den Haltestellen von Bus und Straßenbahn. Heute kommt es dort regelmäßig zu Engpässen, besonders zu den Stoßzeiten. Künftig sollen klar geführte Bewegungskorridore den Fußverkehr entflechten und Konflikte mit dem Rad- und Busverkehr reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Begrünung. Geplant ist die Pflanzung von 30 hitzeresistenten Bäumen. Ihr Regenwasser soll über unterirdische Rigolen versickern, um die Bäume auch in trockenen Sommern zu versorgen und gleichzeitig das Mikroklima zu verbessern. Ergänzt werden die neuen Grünstrukturen durch zusätzliche Sitz- und Wartebereiche, die den Platz nicht nur zum Durchgangsraum, sondern auch zum Aufenthaltsort machen sollen.
Auch der Radverkehr wird neu organisiert. Vorgesehen ist eine Abstellanlage für rund 220 Fahrräder in einem platzsparenden Doppelparksystem sowie Stellplätze für acht Lastenräder unter einem begrünten Dach. Geh- und Radwege werden neu sortiert, die Bushaltestelle erhält moderne Anzeigetafeln, und die Fußgängerfurt zur Straßenbahn wird um fünf Meter verbreitert, um dem hohen Andrang gerecht zu werden.
Bauen im laufenden Betrieb: Belastung soll begrenzt werden, Verkehrsführung ändert sich dauerhaft
Der Umbau soll in mehreren kleinen Abschnitten erfolgen. So will die Senatsverwaltung die Belastungen für Reisende und Anwohner begrenzen. Der Zugang zum Hauptbahnhof über den Europaplatz bleibt während der gesamten Bauzeit möglich, der Fußverkehr soll jeweils gesichert geführt werden.
Gleichzeitig ändert sich die Verkehrsführung dauerhaft: Der Platz wird künftig – abgesehen vom Rettungsverkehr – nicht mehr befahrbar sein. Taxis sollen stattdessen den Washingtonplatz ansteuern, wo bereits eine zusätzliche Fahrspur eingerichtet wurde.
Mit der Umgestaltung wird ein Projekt konkret, das seit Jahren diskutiert wird. Ob der neue Europaplatz tatsächlich die erhoffte Entlastung bringt und dem zentralen Ort mehr Aufenthaltsqualität verleiht, wird sich ab Mitte 2026 zeigen.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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4 Kommentare
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Hat ja lange genug gedauert bis die Betonwüste rd. um den immer noch dachamputierten Hauptbahnhof hergerichtet wird.
Wenn es jetzt noch ne Nird-Süd S-Bahn von Gartenfeld oder sogar Hakenfelde bis Rangsdorf und Stahnsdorf gäbe!!!???
Kleiner Hinweis. Der Europaplatz liegt nördlich. Und der Washingtonplatz südlich.
Es ist tatsächlich etwas missverständlich formuliert. Der Europaplatz, nördlich des Hbf gelegen, wird nochmal in zwei separate Planungsgebiete unterteilt, und die Rede ist in diesem Artikel vom südlichen Teil des Platzes, der direkt vor dem Gebäude des Hauptbahnhofs liegt. Der nördliche Teil des Europaplatzes liegt auf der Seite, wo u.a. das KPMG-Gebäude steht.
Kommt eigentlich irgendwann noch das im Bebaungsplan festgesetzte 100m Hochhaus direkt neben dem Europaplatz? Dort befindet sich ja momentan die Baustelle für die S21, ist damit der Bebauungsplan hinfällig oder geht man ernsthaft davon aus dass ein Investor auf die zukünftige S-Bahn Station einen 100m Turm errichtet?