Berlin hat eine neue S-Bahn-Verbindung. Seit dem heutigen Montag verkehrt die Linie S15 zwischen dem Nordring und dem Hauptbahnhof. Die kurze Strecke schließt eine Lücke im Netz und bildet zugleich den ersten Schritt eines deutlich größeren Bahnprojekts.

Der erste Zug der S15 ist heute um 11:57 Uhr am Hauptbahnhof abgefahren und hat damit den Startschuss für den Linienbetrieb gegeben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Das Warten hat ein Ende: Berlin hat eine neue S-Bahn-Verbindung bekommen. Seit dem 15. Juni ist die S15 offiziell in Betrieb und verbindet nun Gesundbrunnen, Wedding und den Hauptbahnhof im dichten Zehn-Minuten-Takt. Den symbolischen Auftakt bildete die erste Fahrt um 11:57 Uhr am Hauptbahnhof, kurz darauf rollte der erste Zug in Gegenrichtung in Gesundbrunnen von Gleis 2 ab.
Nach Jahren der Planung und Verzögerungen ist die neue Linie damit endlich Realität, und bringt die Innenstadt in nur rund fünf Minuten Fahrzeit ein Stück näher zusammen.
Zum Einsatz kommen dabei ausschließlich Vier-Wagen-Halbzüge. Grund dafür ist der provisorische Bahnsteig unter dem Hauptbahnhof, der als Interimsbahnhof nur für kürzere Züge ausgelegt ist.

Die S15 stellt seit ihrem Start eine direkte Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und Gesundbrunnen her und verkehrt dort im regelmäßigen Zehn-Minuten-Takt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neue Haltestelle am Hauptbahnhof: Interimsbahnhof soll wieder zurückgebaut werden
Am Hauptbahnhof nutzt die S15 einen Interimsbahnhof, also eine provisorische Tunnelstation unter der Invalidenstraße. Eine Verbindung, die sogenannte Passerelle, verbindet die Station mit dem Hauptgebäude. Direkt daneben hält außerdem die U-Bahn-Linie U5.
Der provisorische Bahnsteig soll bei der geplanten Verlängerung der Linie wieder verschwinden. Die Übergangshalle bleibt dagegen bestehen. Langfristig soll zudem ein zusätzlicher Bahnhof an der Perleberger Brücke entstehen.

Auf dieser Grafik ist der Interimsbahnsteig (hier noch mit „S21“ benannt) zu erkennen, der seit dem 15. Juni 2026 angefahren wird. Zukünftig soll aber ein größerer Bahnsteig unter der Stadtbahntrasse realisiert werden. / © Visualisierung: Deutsche Bahn AG
Nutzen der neuen Bahnverbindung: Weniger Umstiege im Zentrum
Mit der neuen Verbindung verkürzt sich die Fahrzeit vom Nordring zum Hauptbahnhof um rund zehn Minuten. Außerdem soll die Strecke den Bahnhof Friedrichstraße entlasten, weil dort bislang viele Fahrgäste umsteigen.
Die Deutsche Bahn kalkuliert mit täglich 40.000 Fahrgästen auf der Strecke. Der Konzernbevollmächtigte der DB für Berlin, Alexander Kaczmarek, geht laut Berliner Morgenpost davon aus, dass die Verbindung wegen ihrer Attraktivität sogar besser laufen könne als prognostiziert.
Verzögerte Inbetriebnahme: Eröffnung Jahre nach dem geplanten Termin
Die S15 gehört zum ersten Bauabschnitt des Gesamtprojekts S21. Die Strecke war bereits seit mehreren Monaten betriebsbereit. Zulassungs- und Abnahmeprozesse verzögerten den Start jedoch. Ursprünglich sollte die Strecke schon 2017 fertig sein.
Laut DB hätten unvorhergesehene Bodenbedingungen, die Corona-Krise, Materialengpässe infolge des Ukraine-Kriegs sowie Personalmangel zu den langen Verzögerungen geführt.
Der zweite Bauabschnitt führt vom Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz, die Planfeststellung erwartet die DB für diesen Herbst. Laut rbb rechnet der Projektleiter Holger Ludewig mit einem Abschluss Mitte oder Ende der 2030er Jahre, der dritte Abschnitt bis Südkreuz könne bis etwa 2044 folgen. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt vorerst abzuwarten.
Gesundbrunnen
Wedding
Perleberger Brücke (in Planung)
Quellen: S-Bahn Berlin, RBB, Berliner Morgenpost
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