Neuköllns berühmteste Baustelle ist Geschichte, der Umbau der Karl-Marx-Straße ist nach 15 Jahren fertig. Doch die nächste Baustelle steht mit dem Umbau des Karl-Marx-Platzes bereits in den Startlöchern. Ab Herbst 2025 soll der historische Stadtplatz aufwendig umgestaltet werden.

Vision: So soll der umgestaltete Karl-Marx-Platz in Neukölln einmal aussehen – der Umbau soll im Herbst 2025 beginnen. / © Visualisierung: Bezirksamt Neukölln
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons / Nicor, Tabsnic
© Visualisierung: Bezirksamt Neukölln
„Seit gestern fehlt vielen Menschen im Bezirk und in der Stadt eine sehr lieb gewonnene Institution – nämlich unsere Baustelle an der Karl-Marx-Straße. Ganze Generationen sind quasi damit groß geworden.“ Diesen launigen Satz hatte am Samstag Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) via Instagram verbreitet – und spielte damit auf den Abschluss einer der längsten Berliner Verkehrsbaustellen der vergangenen Jahre an.
Denn seit dem vergangenen Freitag ist der Umbau der Karl-Marx-Straße in Neukölln offiziell abgeschlossen, sämtliche Einschränkungen sind, man mag es kaum glauben, damit erst einmal aufgehoben. Der Umbau der Karl-Marx-Straße, der ursprünglich schon 2021 abgeschlossen sein sollte, hat damit insgesamt rund 15 Jahre gedauert.
Neukölln: Umbau der Karl-Marx-Straße nach 15 Jahren abgeschlossen
Über mehrere Jahre hinweg zogen sich die Bauarbeiten durch Neukölln – von Süden nach Norden entlang der Karl-Marx-Straße. Die Maßnahmen betrafen nicht nur die Straßenoberfläche, sondern reichten bis in den Untergrund: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sanierten schrittweise den Tunnel der U-Bahn-Linie 7, zudem wurden verschiedene Leitungen erneuert.
In dieser Zeit zählte die Karl-Marx-Straße zu den stauanfälligsten Verkehrsadern der Hauptstadt. Im Zuge des Umbaus wurde die Zahl der Fahrspuren für den motorisierten Verkehr pro Richtung reduziert. Dafür steht für Radfahrer nun eine eigene Spur zur Verfügung. Auch auf den Gehwegen gebe es mittlerweile deutlich mehr Platz und eine spürbar höhere Aufenthaltsqualität, erklärte Martin Hikel.
Das nächste Bauvorhaben steht an: Umbau des Karl-Marx-Platzes ab Herbst 2025
Doch der Umbau der Karl-Marx-Straße ist nicht das Ende aller Baustellen im Quartier, denn das nächste Bauvorhaben steht schon in den Startlöchern: Im Herbst 2025 soll der Umbau des Karl-Marx-Platzes, zwischen Körnerpark, Bethlehemsfriedhof und U-Bahnhof Karl-Marx-Straße gelegen, beginnen.
Der Karl-Marx-Platz soll, so versichert es das Bezirksamt, im Zuge des Umbaus in seiner historischen Dreiecksform erhalten bleiben und künftig sowohl den Anwohnenden als attraktiver Aufenthaltsraum dienen als auch den Anforderungen des regelmäßig stattfindenden Wochenmarkts gerecht werden.
Karl-Marx-Platz: Neues Betonsteinpflaster, mehr Sitzgelegenheiten und Versickerungsmulden sind geplant
Dafür soll ein robustes Betonsteinpflaster verlegt werden, ergänzt durch zusätzliche Sitzgelegenheiten. Auch die Platzspitze wird neu gestaltet – mit einer begrünten Versickerungsmulde, neuen Aufenthaltsbereichen und kleineren Spielgeräten. Der heute fast vollständig versiegelte Platz soll dadurch teilweise entsiegelt werden.
Die Entwässerung der Platzfläche soll zudem künftig zweigleisig erfolgen: Regenwasser wird zum einen über das natürliche Gefälle in die Straßenabläufe im Norden und Süden geleitet, zum anderen über eine Pflasterrinne in die Versickerungsmulde auf der Platzspitze. Zusätzlich kann es in einer weiteren begrünten Mulde im ehemaligen Brunnenbecken versickern – so der Plan der Projektverantwortlichen. Auch die Situation für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer soll durch den Umbau verbessert werden.
Mit seiner markanten Dreiecksform bildet der Karl-Marx-Platz von der Karl-Marx-Straße aus den Auftakt zum historischen Rixdorf. Umgeben ist er von gründerzeitlichen Wohn- und Geschäftshäusern mit zahlreichen kleinen Fachläden. Zweimal wöchentlich findet hier der beliebte „Wochenmarkt Rixdorf“ statt.
Bis 2026 soll der Umbau des Karl-Marx-Platzes abgeschlossen werden
Doch der Platz ist in die Jahre gekommen. Er weist deutliche Gestaltungs- und Funktionsmängel auf: beschädigte Beläge, ein leerstehender Pavillon und eine zunehmend verwildernde, vermüllte Platzspitze. Besonders kritisch ist die Radwegeführung an der Nordseite, wo der Radverkehr über Kopfsteinpflaster und entgegen einer schmalen Einbahnstraße geführt wird.
Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden im Herbst 2024 per Hauswurfsendung über die geplanten Bauarbeiten informiert. Nach RBB-Informationen soll der Umbau des Platzes bis 2026 abgeschlossen werden – wenn alles planmäßig verläuft. Eine ähnliche Verzögerung wie beim Umbau der Karl-Marx-Straße ist dem Projekt nicht zu wünschen.
Quellen: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH, Bezirksamt Neukölln, Wikimedia Commons, Wikipedia, berlin.de, RBB, Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße]
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8 Kommentare
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Tatsächlich habe ich von diesem Projekt und Vorhaben samt des Flyers mitbekommen und kann jetzt schon sagen, dass dieses Projekt nicht wie vorgegeben beendet wurde und während es lief auch verlängert wurde.
Angefangen im September 2024 sollten beide Spuren und der Platz mit allen Vorgaben bis Februar 2025 beendet sein laut Leitung und dem Info Flyer.
Aber wie immer hat man bis Februar nicht mal die eine Spur fertig geflastert bekommen und geschafft wurde es erst im April.
Die geflasterten neuen Steine sind schon nach paar Tagen aus dem Boden genommen wurden (anscheinend von fremden, weil diese Steine lose und mit bischen Sand zusammen „liegen“).
Der Plan auf der einen Spur Richtung Karl-Marx-Str. die komplette Fahrbahn für Fahrradfahrer zu teilen, alle Parkplätze an so einem wichtigen Ort wegzunehmen (wo sollen Anwohner parken, die gerne weniger Auto fahren würden) und im Gegenverkehr quasi sehr nah beieinander Fahrräder und Autos fahren zu lassen.
Auf der Karl-Marx-Str darf man nicht parken, am Platz mittlerweile auch nicht mehr und sonst sind Stellplätze auf maximal 2 Stunden begrenzt.
Das Ordnungsamt Neukölln verdient womöglich ihre Gehälter alleine durch diesen Platz, so oft wie sie dorthin gehen.
Es sind so viele Verkehrsentscheidende Entscheidungen diesbezüglich getroffen, wo man keine Logik dahinter finden kann.
Ja der Platz brauch definitiv ein „Glow up“ und Sanierung. Die Grünfläche genau so, wobei da keine „Müllberge ähnliche“ Situationen zu finden sind, vielmehr Kraut und Grün was keine Behandlung bekommen hat über die Jahrzehnte. Über die vielen Ratten im Grünbereich möchte ich nicht viel sprechen.
Ich bin für eine Sanierung, aber nicht auf Kosten der Parkplätze die schon Mangelware ist für speziell die Anwohner.
Aktuell ist die Spur die für den Verkehr Richtung Karl-Marx-Str und Gegenverkehr Fahrradfahrer gedacht ist eh wie vorher. Dort parken weiterhin die Autos und die Fahrradfahrer fahren weiterhin rücksichtslos durch die Gegend (ohne Rücksicht auf die Fußgänger!).
Mal schauen ob sich wirklich was tun wird mit dem eigentlich schon beendeten Projekt und mal sehen ob die ihren Zeitplan wirklich einhalten werden und können …
Seka Gerd
Guten Tag
Ich Wohne direkt am Karl-Marx-Platz und bin Zeuge wie oft ein Unfall zwischen Auto und Radfahrer passiert, denn beim U Abbiegen übersehen die Autofahrer oft die Radfahrer. Ich finde das sehr gefährlich. Der platz sollte erneuert werden wie auch im Kommentar ,bitte nicht auf Kosten der Parkplätze ,wir sind wirklich verzweifelt und wissen nicht mehr wo wir parken sollen. Wir lassen gerne den Wagen mal paar Tage stehen,aber als Familie sind wir auf ein Auto auch angewiesen. Alle Parkplätze sind beschränkt. Wer auch immer sich das ausgedacht hat ,hat nicht zu ende gedacht.
Wenn dann mal die Sanierung beendet ist ,hoffe ich das es hier aber kein neuer Sammelbecken für partyleute wird im Sommer ,davor habe ich echt Angst. Hier leben überwiegend Familien ich hoffe das es auch so bleibt und man ab 21 uhr auch zur ruhe kommt. Herr Gerd Sie haben alles so toll zusammengefasst das ich mit all dem nur zustimmen kann ,denn es erklärt genau die Problematik.
Der Umbau des Platzes und die Fahrrad- freundliche Umgestaltung sind sehr zu begrüßen . Reduzierung der Parkplätze löst zwar immer wieder Proteste aus, ist aber nötig, da der öffentliche Raum sinnvoller und flächengerechter genutzt werden soll statt mit privaten PKW verstopft zu werden. Da die meisten sich mit Umweltschutz nicht auseinandersetzen wollen, verstehen sie nicht die Notwendigkeit einer Reduzierung des Autoverkehrs in Innenstädten. Die Behauptung, man brauche “ als Familie“ ein Auto ist falsch, da in der Umgebung alles fußläufig zu erreichen ist: Einkaufsmöglichkeiten, Spielplätze, Parks, Schulen, Kitas, Restaurants, Kultur , U- Bahn, Busse usw, usw…Jammern auf hohem Niveau!
Ich denke nicht das dass es ein jammern ist,sondern ein Recht ein Auto zu besitzen, man wird gezwungen sein Auto abzugeben. Warum ? Das ist ein Eingriff meiner persönlichen Rechte . Aber vorschriften für Fahrradfahrer gibt es keine. Sie fahren wie sie wollen, wo sie wollen und stellen es überall ab.Dabei sind viele von ihnen eine Gefährdung für den Verkehr. Ich möchte mit meinem Auto ausserhalb der fußläufigen Umbegung fahren. Es ist schon krass das man sich rechtfertigen muss, warum man ein Auto besitzen möchte. Aber gut auch dafür gäbe es Lösungen ,statt nur Parkplätze weg zu streichen, kann man auch z.b. mehr Parkhäuser /Tiefgaragen bauen. Innenhöfe umbauen. Man sollte nicht immer so egoistisch auf Kosten anderer handeln. Es gibt genug Wege um beide Seiten glücklich zu machen.
Und wie wird es danach aussehen? Gibt es so Bilder
Und wie wird es danach aussehen? Gibt es schon Bilder
Die Kommentare bestätigen meine Aussage: keine Reflexion über die Notwendigkeit der Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt. Die eigene Bequemlichkeit steht über allem…Ich..
Ich…Ich …Dann die Schuldzuweisung an andere und Täter- Opfer- Umkehr. Ein Recht auf einen kostenfreien Parkplatz gibt es jedenfalls nicht. Die Schäden an Mensch und Umwelt durch den PKW müssen von der Allgemeinheit bezahlt und ertragen werden, da die Kfz- Steuer schon lange nicht mehr ausreicht um das zu kompensieren. Traurig das so viel Gedankenlosigkeit herrscht. Die Umgestaltung des Platzes mit einem Anteil an Grünflächen ist sehr zu begrüßen!
Liebe Marina mit zwang einer Autoreduktion wird man nicht weit kommen. Also an deinen Kommantaren merkt man das du kein Auto besitzt. Der Verkehr und der Parkplatzmangel ist keines weges Umweltfreundlich . Denn statt vor meiner Tür parken zu können,suche ich seit dem durchschnittlich 1 stunde einen Parkplatz. Ah und am Richardplatz die Poller zu umfahren,nur um auf die andere Straßenseite zu gelangen umfahre ich sie in 15 min. Also der gedanke allein etwas wegzustreichen was für dich unnötig ist ,ist für andere millionen von Menschen nötig. Ja ich lasse mir mein Auto nicht erzwingen abgeben zu müssen. Ich brauche es PUNKT so wie viele andere auch. Also statt der Umwelt was gutes tuhen zu wollen ,schadet man nur mehr mit überfüllten Seitenstraßen ,Stau ,Parkplatzsuche und umfahren der sinnlosen Poller.. ich sage ja es gibt genug wege beide seiten glücklich zu machen. Die Umwelt wird nicht nur verschmutzt durch Abgase.. Traurig das so viel egoistisches Handeln herrscht…