Die mehr als 100 Jahre alte Neuköllner Schleuse soll abgerissen und neu gebaut werden. Parallel plant das Land Berlin die Sanierung mehrerer Kilometer Uferwand entlang des Neuköllner Schifffahrtskanals.

Blick auf den Kanal in Neukölln, zu sehen ist das Industriegebiet.

Die 1912 eröffnete Neuköllner Schleuse verbindet den Neuköllner Schifffahrtskanal mit dem Landwehrkanal und gilt bis heute als unverzichtbarer Bestandteil des innerstädtischen Berliner Wasserstraßennetzes. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Rund um den Neuköllner Schifffahrtskanal verändert sich derzeit ein ganzes Stadtgebiet: Mit dem Estrel Tower, dem Campus der SRH University und neuen Verkehrsprojekten wie dem Radweg entlang der verlängerten A100 entstehen zwischen Sonnenallee und Grenzallee neue Büro-, Bildungs- und Infrastrukturstandorte.

Nun steht auch der Kanal selbst vor umfassenden Veränderungen: Die mehr als 100 Jahre alte Neuköllner Schleuse soll neu gebaut und mehrere Kilometer Uferwand entlang des Schifffahrtskanals saniert werden, um die Wasserstraße langfristig zu sichern und an die dynamische Entwicklung der umliegenden Stadtquartiere anzupassen.

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Für 100 Mio. Euro: Neuköllner Schleuse wird vollständig erneuert

Die Neuköllner Schleuse gehört zu den ältesten wasserbaulichen Anlagen Berlins. Seit 1912 verbindet sie den Neuköllner Schifffahrtskanal mit dem Landwehrkanal und gleicht die unterschiedlichen Wasserstände aus. Gemeinsam mit der Sanierung von rund vier Kilometern Uferwand entlang des Kanals plant das Land Berlin eines der größten Wasserbauprojekte der vergangenen Jahre in Neukölln.

Nach Angaben der Senatsverwaltung könne die Standsicherheit der Schleuse derzeit nur noch provisorisch gesichert werden. Um eine spätere Sperrung zu verhindern, soll das Bauwerk daher mittelfristig ersetzt werden. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden laut Berliner Morgenpost aktuell mit rund 100 Millionen Euro angegeben. Finanziert werden soll das Vorhaben über Infrastrukturmittel des Bundes.

Neukölln: Schleuse bleibt für Berliner Kanalnetz unverzichtbar

Die Schleuse erfüllt weiterhin eine zentrale Funktion für die Berliner Wasserstraßen. Sie reguliert die Wasserstände zwischen Landwehrkanal und Neuköllner Schifffahrtskanal und sichert damit sowohl die Schiffbarkeit als auch den Schutz angrenzender Bebauung. Ohne das Bauwerk könnten Wasser- und Grundwasserstände im Umfeld ansteigen.

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Der ursprünglich für 2025 avisierte Baustart hat sich inzwischen verschoben. Derzeit liefen vorbereitende Maßnahmen, darunter Kampfmittelsondierungen, Baugrunduntersuchungen, Baggerarbeiten und erste Sicherungen an Uferwänden nahe der Wildenbruchbrücke und am Kiehlufer. Mit größeren Bauarbeiten an den Uferanlagen wird aktuell erst ab 2028 gerechnet.

Forderungen nach attraktiveren Uferbereichen in Neukölln

Parallel zur technischen Erneuerung wächst im Bezirk die Diskussion über die zukünftige Gestaltung der Kanalufer. Die Sanierung solle dafür genutzt werden, um Aufenthaltsqualität und Zugänglichkeit entlang des Wassers zu verbessern. Gefordert werden unter anderem Sitzmöglichkeiten, barrierearme Zugänge und neue Stege.

Der Senat verweist bislang jedoch darauf, dass gestalterische Maßnahmen nicht Bestandteil des laufenden Infrastrukturprojekts seien. Zwar solle der Bezirk eingebunden und die Öffentlichkeit informiert werden, konkrete Zusagen zur Aufwertung der Ufer gibt es bislang jedoch nicht.

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Am „Shed“ am Schifffahrtskanal wurden bereits Maßnahmen ergriffen: Sitzgelegenheiten am Ufer sollen Studierende und Anwohnende gleichermaßen zum Verweilen einladen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

„Shed“-Quartier entsteht am Schifffahrtskanal

Gleichzeitig verändert sich das Umfeld des Kanals spürbar. Entlang des Neuköllner Schifffahrtskanals entstehen mehrere größere Entwicklungsprojekte. Dazu zählt auch das „Shed“-Quartier gegenüber dem Estrel-Hotel, wo sich zunehmend technologieorientierte Unternehmen ansiedeln.

Das Quartier mit Büro-, Forschungs- und Bildungsflächen gilt als Teil der großflächigen Entwicklung „Neue Ufer“, zu der auch der Estrel Tower gehört. Während große Teile des Areals bereits genutzt werden, dauern die Arbeiten an den Außenanlagen und Uferbereichen weiterhin an.

Schleuse Neukölln
Estrel-Tower
Gewerbeprojekt „Shed“

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berliner Morgenpost, Dr. Spang, Klingsöhr Unternehmensgruppe, BATEG GmbH, Bezirksamt Neukölln, ECC Berlin

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