Die Witterung spielt mit: In den Nächten vom 21. bis 23. November wird Berlin per Laserscan aus 1.500 Metern Höhe erfasst. Die neuen Daten sollen Stadtplanung, Klimamodellierung und technische Infrastrukturprojekte unterstützen.

Berlin wird am kommenden Wochenende in mehreren Nächten per Laserscanning aus der Luft vermessen. Die Flüge dienen der Aktualisierung des digitalen Oberflächen- und Geländemodells der Stadt. Die Daten unterstützen zahlreiche Bereiche von der Stadtplanung bis zur Klimaforschung. / © Visualisierung: Depositpthotos.com
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Am kommenden Wochenende wird Berlin erneut aus der Luft vermessen. In den Nächten vom 21. bis 23. November 2025, jeweils zwischen 23:00 und 05:00 Uhr, findet ein flugzeuggetragenes „Airborne Laserscanning“ (ALS) statt. Die Vermessungsflüge erfolgen im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und dienen der umfassenden Erfassung der Berliner Gelände- und Oberflächenstrukturen.
„Airborne Laserscanning“ am Wochenende in Berlin: Warum die Vermessung notwendig ist
Die amtliche Geotopographie hat gemäß Berliner Vermessungsgesetz den Auftrag, ein aktuelles und flächendeckendes Abbild der Erdoberfläche zur Verfügung zu stellen. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für digitale topografische Karten, für stadtplanerische Analysen sowie für technische Fachanwendungen.
Laserbasierte Höhenmodelle werden beispielsweise im Tunnel-, Verkehrs- und Wasserbau, in der Geotechnik oder bei der Planung großer Infrastrukturprojekte benötigt, wie die Senatsverwaltung mitteilt. Auch im Bereich der Klimaforschung spielen die präzisen Datensätze eine zunehmend wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe lassen sich Starkregenrisikokarten, Hitzeanalysen oder Klimamodelle erstellen, zentrale Instrumente für klimaresiliente Stadtentwicklung.
Digitale Kartographie von oben: Wie die nächtlichen Flüge über Berlin ablaufen sollen
Geflogen wird mit einem Kleinflugzeug in rund 1.500 Metern Höhe, das Berlin streifenweise von Ost nach West und zurück überquert. Die Fluglinien sind etwa 800 Meter voneinander entfernt. Am Ende jeder Linie folgt ein Kurvenflug, meist über dem brandenburgischen Umland.
Insgesamt wird jeder Ort im Berliner Stadtgebiet zwei- bis dreimal überflogen, damit ein vollständiges und hochauflösendes digitales Gelände- und Oberflächenmodell entsteht. Die Laserstrahlen, die das Flugzeug aussendet, sind nicht sichtbar und tasten die Erdoberfläche sowie darauf befindliche Objekte wie Gebäude, Leitungen oder Vegetation ab, wie der Senat versichert.
Das Ergebnis ist eine dreidimensionale Punktwolke, die eine besonders präzise Darstellung der Stadt ermöglichen soll. Laut Senatsverwaltung besteht keinerlei gesundheitliche Gefahr durch das Verfahren.
Laserscanning der Hauptstadt am kommenden Wochenende: Warum nachts geflogen wird
Die Vermessungsflüge finden bewusst in den Nachtstunden statt. Zum einen hat die Deutsche Flugsicherung aufgrund der Nähe zum Flughafen BER tagsüber Flugbeschränkungen erlassen. Zum anderen kann die geforderte Produktgenauigkeit nachts besser gewährleistet werden, da weniger Störungen durch Sonnenlicht, Sichtflugverkehr und andere atmosphärische Einflüsse auftreten.
Trotz der relativ großen Flughöhe kann es zu kurzen Geräuschentwicklungen kommen. Die Stadt bittet daher die Berlinerinnen und Berliner um Verständnis, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt. Bei anhaltend guter Wetterlage sind in den Wochen danach weitere nächtliche Befliegungen geplant, bis das gesamte Berliner Stadtgebiet vollständig erfasst wurde, so der Senat.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, RBB, Der Tagesspiegel, Deutsche Flugsicherung
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