Während in Berlin neue Schulen gebaut werden, könnten im Bezirk Neukölln einzelne Schulgebäude oder -flächen wegfallen. Welche Standorte betroffen sind, ist noch nicht abschließend geklärt.

Schule am Bienwaldring
Hans-Fallada-Schule
Schule am Sandsteinweg
Werkschule Löwenherz

© Titelbild: Wikimedia Commons, Bernard Ladenthin, CC BY 4.0

 

ANZEIGE

In Neukölln wirft ein Rückbaukonzept des Berliner Senats Fragen zur künftigen Schulversorgung auf. Während berlinweit im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive neue Schulen entstehen, könnten in Neukölln ausgerechnet Schulgebäude oder Schulflächen wegfallen.

Das sorgt für Verwunderung. Die Neuköllner Abgeordnete Franziska Brychcy (Linke) wollte deshalb mit einer Schriftlichen Anfrage an den Senat Klarheit schaffen. Sie fragte nach betroffenen Schulgebäuden, möglichen Abrissplänen und Standorten, an denen Schulen derzeit Räume nutzen oder künftig untergebracht werden sollen. Die Antwort zeigt jedoch vor allem eines: Viele zentrale Entscheidungen stehen noch aus.

  • Bezirk: Neukölln
  • Thema: Abriss und Rückbau von Schulgebäuden
  • Betroffene Standorte: u.a. Schule am Bienwaldring, Hans-Fallada-Schule, Schule am Sandsteinweg, Werkschule Löwenherz
  • Projektstatus: Prüfungen laufen

Abriss von Schule in Neukölln: Diese Standorte werden geprüft

Der Bezirk beschreibt das Konzept als baufachliche Grundlage. Es fasse Rückbauten zusammen, die in den kommenden Jahren erforderlich werden könnten. Besonders nennt der Bezirk Mobile Unterrichtsräume, deren Betriebsgenehmigung abgelaufen ist. Außerdem geht es um ältere Bauten, bei denen eine Sanierung nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll sei.

ANZEIGE

Konkrete Prüfungen laufen offenbar für den künftigen Standort der Werkschule Löwenherz ab 2027, die Schule am Bienwaldring und die Hans-Fallada-Schule. Für die Schule am Sandsteinweg bereitet das Bezirksamt eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Entwicklung und zu erforderlichen Ersatzbauten vor.

Neuköllner Schule am Bienwaldring mit erheblichen Problemen

Die Diskussion um die Zukunft der Schule am Bienwaldring wird zusätzlich durch den baulichen Zustand des Standorts geprägt. Anfang 2026 berichtete der rbb über erhebliche Mängel an der Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

Demnach fällt der einzige Aufzug immer wieder aus, wodurch Kinder im Rollstuhl teilweise in ihre Klassen getragen werden müssen. Ein zweiter Aufzug befindet sich bereits seit 2020 im Bau, ohne dass bislang ein Fertigstellungstermin feststeht. Hinzu kommen nach Angaben von Eltern und Schulleitung Sicherheitsprobleme, fehlende Deckenplatten, veraltete Elektrik sowie ein seit mehreren Jahren geschlossenes Schwimmbad.

ANZEIGE

Große Sorgen für Werkschule Löwenherz durch Abriss-Drohung

Auch die Situation der Werkschule Löwenherz verdeutlicht die Herausforderungen rund um die geplanten Rückbauten. Sie besteht seit 2012 und dient der beruflichen Orientierung von Jugendlichen mit erhöhtem sozialpädagogischen und schulischen Förder- und Entwicklungsbedarf. Die Schule nutzt laut Berliner Morgenpost derzeit einen Mobilen Unterrichtsraum (MUR), für den nach Angaben des Bezirksamts keine gültige baurechtliche Genehmigung mehr besteht. Deshalb soll das Gebäude ab Sommer 2027 zurückgebaut werden.

Die Schule sollte an einen Interimsstandort auf dem Gelände der ehemaligen Clay-Schule umziehen. Die Schulleitung äußerte allerdings Zweifel, ob sich dort die für das pädagogische Konzept notwendigen Werkstätten, die Lehrküche und weitere Praxisbereiche in vollem Umfang betreiben lassen. Aus Sicht der Schule wäre daher mehr Vorlauf notwendig, um den laufenden Schulbetrieb und die Abschlüsse der Schülerinnen und Schüler ohne Unterbrechungen sicherzustellen.

Schulen in Neukölln: Ersatzräume noch nicht geklärt

Offen bleibt, welche Schulplätze genau wegfallen könnten. Die Anfrage verweist darauf, dass 36 Neuköllner Schulen im Sommer 2025 überbelegt gewesen seien. Darunter sollen auch Schulen sein, bei denen Gebäude abgerissen werden könnten. Der Bezirk erklärt dazu, viele der geplanten Abrisse beträfen leerstehende Gebäude oder Häuser, deren Leerzug bereits geplant sei.

ANZEIGE

Der Bezirk will erst im nächsten Schritt abstimmen, an welchen Standorten vor einem Rückbau Ersatzbauten erforderlich sind. Die Bedarfe der Schulen, Volkshochschulen und anderer Einrichtungen sollen unabhängig von der baufachlichen Einschätzung mit den betroffenen Einrichtungen und Gremien abgestimmt werden.

 

Quelle: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26249, rbb, Berliner Morgenpost

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. Michael 7. Juli 2026 at 23:12 - Reply

    wie kurzsichtig ist das denn? die bildung ist nachweisbar schlecht ausgestattet, aber noch weniger geht da scheinbar mmer. es geht ja nur um kinder…

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.