In Neukölln ist mit dem ambitionierten Projekt „NLND Berlin“ die Entwicklung eines neuen Innovationscampus gestartet. Auf dem Gelände des ehemaligen Zigarettenwerks von Philip Morris sollen Forschung, Startups und Industrie zusammenarbeiten. Mit der Eröffnung ziehen gleich zwei internationale Partner ein: Plug and Play sowie UNITE Berlin.

Auf dem ehemaligen Philip-Morris-Gelände entsteht ein großflächiger Standort mit begrünten Dachflächen, offenen Plätzen und unterschiedlichen Nutzungsbereichen. Zu den zentralen Funktionen vom Campus gehören ein Konferenzzentrum, Startup-Labore, Büros, Restaurants sowie Flächen für Industriepartner. / © Foto: Green City Developments
© Fotos & Visualisierungen: Green City Developments
In Berlin-Neukölln hat am 18. September 2025 der Innovationscampus „NLND Berlin“ eröffnet. Auf einer Fläche von 150.000 Quadratmetern soll ein Zentrum für Industrie 4.0-Technologien entstehen. Das Projekt befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Philip-Morris-Fabrik, in der jahrzehntelang Zigaretten produziert wurden. Künftig stehen dort Themen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Sensorik und Automatisierung im Fokus. Auch urbane Zukunftsfelder wie Smart City, Logistik und Mobilität gehören dazu.
Der Senat unterstützt den Campus als Teil der Berliner Innovationsstrategie. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, betonte bei der Eröffnung, dass mit dem Projekt ein Industriegebiet der Zukunft entstehe. Es gehe darum, Innovation und Transformation aktiv zu gestalten und wirtschaftliche Perspektiven für die Stadt zu sichern.
Plug and Play und UNITE: Internationale Partner stärken den Innovationscampus in Neukölln
Gleich zu Beginn ziehen zwei namhafte Partner in den Campus ein. Das Plug and Play Tech Center, bekannt für frühe Investitionen in Unternehmen wie Google oder PayPal, eröffnet seinen ersten Berliner Standort. Mit über 100 Innovationszentren weltweit gilt das Unternehmen als einer der größten Startup-Acceleratoren. Ihr Ziel ist es laut eigenen Angaben, Berliner Unternehmen frühzeitig Zugang zu internationalen Technologien und Netzwerken zu verschaffen.
Auch UNITE Berlin wird Teil des Projekts. Das Hochschulnetzwerk verbindet über 50 Institutionen in der Hauptstadtregion und fördert wissenschaftsbasierte Gründungen. Mit einem zweiten Büro in Berlin möchte UNITE eine direkte Schnittstelle zwischen akademischer Forschung, Startups und Industrie schaffen. Der Schwerpunkt liegt auf Programmen, die wissenschaftliche Ideen in marktfähige Gründungen überführen.
NLND als Symbol des Aufbruchs: Unternehmen betonen Kooperation und Berlins Stärken
Veronika F. Rost, Geschäftsführerin von Philip Morris Deutschland, erklärte, „NLND“ stehe für Aufbruch. Man wolle zeigen, wie moderne Industrie funktioniere: offen, vernetzt und wirkungsorientiert. Auch Jobst Schumacher, Gesamtverantwortlicher für „NLND“, sprach von der strategischen Bedeutung starker Partnerschaften. Innovation sei Teil der DNA von Philip Morris und „NLND“ solle genau diesen Austausch fördern.
Martin Eyerer, CEO der Green City Development GmbH, ergänzte, der Campus biete die Chance, die Stärken Berlins sichtbar zu machen. Exzellente Forschung, Gründergeist und industrielle Anwendung sollten hier zusammenkommen.
Offene Innovationsräume und schrittweise Fertigstellung: NLND soll bis 2027 zum Modellcampus werden
Das Konzept von „NLND“ setzt auf offene Innovationsprozesse. Geplant sind Hallen für Entwicklung, flexible Flächen für Startups sowie ein Konferenzzentrum mit Platz für bis zu 8.000 Personen. Damit will man Forschung, Unternehmen und Talente an einem Standort zusammenführen. Auch an anderer Stelle in Neukölln zeigt sich dieser Wandel. Aus dem ehemaligen Karstadt-Gebäude ist das „KALLE Neukölln“ hervorgegangen, in dem heute eine Startup-Universität und verschiedene junge Unternehmen ihren Sitz haben. Das Projekt verdeutlicht, wie bestehende Bauten für neue Nutzungen geöffnet und in die lokale Innovationslandschaft eingebunden werden können.
Schon jetzt gilt der Campus „NLND“ als Modell, wie sich ehemalige Industrieareale in Orte der Transformation verwandeln lassen. Die vollständige Fertigstellung des Areals ist in mehreren Phasen bis 2027 vorgesehen. Ob die ambitionierten Pläne dauerhaft umgesetzt werden können und wie das Projekt aufgenommen wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
Quellen: fiylo.de, event inc, NLND-Berlin
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