Der Gewerbeneubau „Inspire Neukölln“ an der Ballinstraße in Berlin-Britz schreitet zügig voran. Die Fassade ist fertiggestellt, der Innenausbau weit fortgeschritten.

Die Freitreppe, die in den Innenhof führt, ist bereits fertiggestellt. Der gesamte Gebäudekomplex verfügt über eine barrierefreie Erschließung. Direkt neben der Treppe befindet sich der Aufzug, der ebenfalls in den Innenhof führt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Ausbau des Büroensembles „Inspire Neukölln“ an der Ballinstraße schreitet sichtbar voran. Die auffällige blaugrüne Keramikfassade ist fertiggestellt, das Gerüst bereits entfernt. Auch im Inneren sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Die großflächigen Fenster, die an den Gebäudeecken eingelassen wurden, verleihen dem Bau eine moderne Anmutung und sorgen für viel Tageslicht in den künftigen Arbeitsbereichen.
Die beiden siebengeschossigen Baukörper orientieren sich gestalterisch an der klassischen Berliner Gewerbehofarchitektur, sollen aber zugleich den funktionalen Anforderungen heutiger Arbeitswelten gerecht werden. Entwickelt wurde das Projekt vom Unternehmen CMF Capital, die architektonische Planung stammt vom Büro RKW Architektur +. Die Fertigstellung ist weiterhin für Ende dieses Jahres vorgesehen.
Moderne Arbeitsplätze in Neukölln: Parkplätze, Mensa und flexible Flächen
Mit rund 25.000 Quadratmetern geplanter Nutzfläche richtet sich das Ensemble an Unternehmen mit Bedarf an flexiblen Büro- und Gewerbeflächen. Die Grundrisse lassen verschiedene Nutzungsformen zu, vom Großraumbüro bis hin zu kleinteiligen Einheiten. Im Erdgeschoss sollen hohe Decken mit bis zu fünf Metern lichten Höhen insbesondere gewerbliche Mieter ansprechen. Ergänzt wird das Raumangebot durch eine Cafeteria mit 300 Quadratmetern Fläche sowie eine knapp 1.000 Quadratmeter große Mensa.
Für die Mobilitätsbedarfe der künftigen Nutzenden sind Stellplätze in einem benachbarten Parkhaus vorgesehen. Hinzu kommen rund 150 Fahrradstellplätze. Außerdem sollen der begrünte Innenhöfe und Dachflächen zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.
Unklarer Zweck eines angrenzenden Neubaus: Turm mit Treppenhaus wirft Fragen auf
Direkt neben dem Hauptgebäude entsteht aktuell ein weiterer Baukörper mit offenem Stahlskelett und Treppenturm. Die Nutzung dieses Nebengebäudes ist bisher nicht klar. Aufgrund der Nähe zur Autobahn A100 liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine mögliche Werbeplattform handeln könnte. Eventuell entsteht dort auch das geplante Parkhaus.
Solche Konstruktionen werden in städtischen Randlagen genutzt, um Werbung zu platzieren. Bislang gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung zur Zweckbestimmung des Gebäudes.
Kritik am Zeitpunkt des Projekts: Viel Neubau trifft auf begrenzte Nachfrage in Berlin
Trotz der architektonischen Qualität und der nachhaltigen Planung stellt sich eine zentrale Frage: Gibt es aktuell überhaupt Bedarf für weitere Büroflächen in Berlin? Die Nachfrage nach gewerblichen Mietflächen ist in vielen Berliner Bezirken seit der Corona-Pandemie zurückgegangen. Besonders außerhalb der Innenstadtlagen sind viele Flächen schwer zu vermarkten.
Insbesondere in Neukölln entstehen derzeit mehrere Büroprojekte, ob die Nachfrage nach zusätzlichen Flächen tatsächlich ausreicht, bleibt vorerst offen. Auch wenn nachhaltige Bauweise und flexible Nutzungskonzepte grundsätzlich zu begrüßen sind, muss ein Projekt dieser Größenordnung auch wirtschaftlich tragfähig sein.

Aus dieser Perspektive wird die Dimension des Büroprojekts deutlich. Insgesamt entstehen rund 25.000 Quadratmeter flexibel nutzbare Fläche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die markante Fassadengestaltung mit blaugrünen Keramikfliesen prägt das Erscheinungsbild des Gewerbekomplexes „INK“. Die Fliesen changieren je nach Lichteinfall. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Direkt neben dem Hauptgebäude entsteht derzeit ein Turm mit Treppenhaus und offenem Stahlgerüst. Die Nutzung dieses Nebengebäudes ist bislang nicht offiziell kommuniziert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: INK, CMF Capital, RKW Architektur +, Architektur Urbanistik Berlin
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2 Kommentare
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Gestern ist mir dieser Treppenturm dort auch aufgefallen. Auf den ersten Blick sah es für mich mit den vorbereiteten Rampen aus wie ein Parkhaus.
konstruktiv gemeinter Kommentar des Entwurfsverfassers:
Danke für die Veröffentlichung auf dieser Plattform.
Das Gebäude hat nicht 6, sondern 7 Geschosse – durchgehendes Sockelgeschoss plus 6 Obergeschosse Winkelgebäude.
Treppenturm/Stahlskelett: Hier entsteht ein Parkhaus mit ca. 400 STP (im Text oben steht: 200 STP). Die Nachfrage an Stellplätze ist wegen der Lage in der Nähe der Autobahnauffahrt sehr groß.
Zur Frage des Bedarfs/Nutzung: Das Projekt wurde 2019/2020 geplant und aus genehmigungstechnischen Gründen sehr verzögert fertiggestellt. Wenn man sich einmal auf den Campus und in das Gebäude begibt wird man sehr schnell von der Qualität überzeugt, die für einen für Berlin sehr attraktiven Mietpreis seines gleichen sucht.