Im Frankfurter Allerheiligenviertel nähert sich das Bauprojekt „Main Yard“ seiner Fertigstellung. Während die Gebäude weitgehend stehen, rücken nun Fassaden, Außenräume und Begrünung in den Fokus. Ein Rundgang über die Baustelle zeigt, wie weit das neue Quartier inzwischen fortgeschritten ist.


Ende August bis Mitte Dezember: in knapp vier Monaten hat sich einiges im aktuell entstehenden Stadtviertel „Main Yard“ getan. Mit dem Projekt verfolgt der Münchner Projektentwickler OrT Group das Ziel, das Allerheiligenviertel städtebaulich neu zu definieren und es als Bindeglied zwischen Innenstadt und Ostend zu etablieren. / © Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild und Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Frankfurter Allerheiligenviertel schreiten die Arbeiten am neuen Stadtquartier „Main Yard“ sichtbar voran. Das Bauprojekt soll das Viertel nachhaltig aufwerten. Auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern entstehen Wohnungen, Gewerbe- und Gastronomieflächen sowie ein Hotel und Serviced Apartments.
Fassadenarbeiten im Main Yard: Hotel am südlichen Quartierseingang ist bereits größtenteils fertiggestellt
Die Fassadenarbeiten scheinen an den meisten Quartiersgebäuden weitestgehend abgeschlossen. Anschließend beginnen mutmaßlich die umfangreiche Begrünungs- und Landschaftsbauarbeiten, die vor allem in der zentralen Quartiersachse und den Innenhöfen mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden. Die Entwicklung des öffentlichen Raums nimmt wahrscheinlich erst danach sichtbar Form an.
Das Hotel Ruby am südlichen Eingang des Viertels ist bereits größtenteils fertiggestellt, inklusive angebrachtem Leuchtschild und der externen Fassadenbegrünung. Dennoch prägen gelagerte Baumaterialien und zahlreiche Baumaschinen weiterhin das Bild des modernen Quartiers. Die zentrale Straße bleibt bislang hinter Bauzäunen verborgen, sodass die endgültige Verbindung durch das neue Stadtquartier aktuell nur erahnt werden kann.
Image-Wandel im Allerheiligenquartier: Problemviertel soll zu buntem und belebtem Mischquartier werden
Mit dem Projekt „Main Yard“ steht dem Allerheiligenviertel eine tiefgreifende bauliche und funktionale Veränderung bevor. Neue Mietwohnungen, Gewerbeflächen, Gastronomieangebote sowie ein Hotel und Serviced-Apartments sollen das bislang belastete Quartier beleben, besser mit der Innenstadt verknüpfen und ihm neue Aufenthaltsqualitäten verleihen.
Das Viertel, lange Zeit als sozialer Brennpunkt wahrgenommen, könnte dadurch auch im öffentlichen Bewusstsein eine deutliche Aufwertung erfahren.
Kritik an neuem Stadtviertel: Alte Planungsgrundlagen sorgen für fehlende soziale Ausgewogenheit
Die Fertigstellung des Projekts ist offiziell weiterhin für dieses Jahr vorgesehen, erscheint jedoch zunehmend unrealistisch. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die verschiedenen Nutzungen schrittweise in Betrieb gehen und das Quartier städtebaulich neu ordnen. Unabhängig vom genauen Zeitplan markiert das „Main Yard“ bereits jetzt einen wichtigen Einschnitt für die Entwicklung des Allerheiligenviertels und birgt das Potenzial, das Gebiet langfristig zu stabilisieren und stärker in das innerstädtische Gefüge einzubinden.
Gleichzeitig bleibt das Projekt sozialpolitisch nicht unumstritten. Vor allem der geringe Anteil öffentlich geförderter Wohnungen wird kritisiert und verweist auf die Grenzen älterer Planungsgrundlagen, auf denen das Vorhaben beruht. Damit steht das „Main Yard“ exemplarisch für den grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen städtebaulicher Aufwertung und sozialer Durchmischung – ein Spannungsfeld, das auch über dieses Projekt hinaus die Stadtentwicklung prägt.

Bei dem Blick durch die Bauzäune lassen sich erste Eindrücke vom neuen Stadtquartier „Main Yard“ gewinnen. Nach der Fertigstellung soll hier ein buntes, belebtes und durchmischtes Viertel entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

So sah das neue Stadtquartier „Main Yard“ noch Ende August aus. Seither hat sich einiges getan, nun steht das Projekt kurz vor der Fertigstellung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: journal, Main Yard, OrT
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