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Amazon Web Services plant in Schöneck-Kilianstädten den Bau eines neuen Rechenzentrums. Auf einem sieben Hektar großen Grundstück soll ein Milliardenprojekt entstehen, das der Gemeinde zusätzliche Einnahmen und neue Arbeitsplätze bringen könnte.

Rechenzentrum von innen

Amazon Web Services hat in Kilianstädten bei Frankfurt ein rund sieben Hektar großes Grundstück erworben, um dort ein Rechenzentrum zu errichten. / © Foto: depositphotos.com

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Der Amazon Tochterkonzern Amazon Web Services (AWS) sichert sich ein rund sieben Hektar großes Grundstück im Schönecker Ortsteil Kilianstädten im Main-Kinzig-Kreis. Auf dieser Fläche möchte der Konzern ein neues Rechenzentrum errichten und plant dafür eine Investition in Milliardenhöhe. Das Vorhaben markiert einen bedeutenden Schritt für die Gemeinde und soll langfristig die regionale Wirtschaft stärken.

Die Amazon-Tochterfirma hat sieben der insgesamt zehn zu vergebenden Hektar im Gewerbegebiet gesichert. Die übrigen drei Hektar stehen anderen Gewerbetreibenden zur Verfügung. Für die Gemeinde Schöneck bedeutet der Deal nicht nur einen finanziellen Vorteil, sondern auch einen neuen Impuls für die lokale Arbeitswelt. Schätzungen zu Urteile könnten im neuen Rechenzentrum künftig zwischen 85 und 160 Arbeitsplätze entstehen.

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Lange Projekthistorie: Rechenzentrum bei Frankfurt sollte bereits 2022 durch ein anderes Unternehmen entstehen

Bereits im Jahr 2022 hatte die Firma Hetzner Online GmbH geplant, auf der gleichen Gewerbefläche ein Rechenzentrum zu errichten. Nach eingehender Prüfung des Bauvorhabens konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Daraufhin schrieb die Gemeinde die Fläche erneut in einem Bieterverfahren aus.

Nun bestätigte Bürgermeisterin Carina Wacker, dass AWS als Sieger aus dem Bieterverfahren hervor ging. Auf Wunsch des Investors wurde der Name zunächst nach der Entscheidung im Gemeindeparlament nicht öffentlich gemacht. Mit der Entscheidung ist nun ein klares Ergebnis in der Zukunftsgestaltung des Gewerbegebiets erreicht.

Rechenzentrum in Kilianstädten: Anschluss an L3008 soll gute Erreichbarkeit gewährleisten

Das Gewerbegebiet liegt im Nordosten des Stadtteils Kilianstädten und grenzt an die L3008. Die Zufahrt zum Gelände ist über den bestehenden Kreisel gut erschlossen, sodass die Erreichbarkeit für Baufahrzeuge und künftige Mitarbeiter gewährleistet ist.

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An der Größe des Gewerbegebiets ändert sich durch das neue Projekt nichts. Die Offenlage des allgemeinen Bebauungsplans, der auch die Errichtung eines Rechenzentrums vorsieht, wurde bereits beschlossen und soll in Kürze erfolgen. Parallel dazu läuft die Änderung des regionalen Flächennutzungsplans, die eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets vorsieht, weiterhin planmäßig.

Vorteile durch Amazon-Bau: Geplantes Rechenzentrum könnte positive Auswirkungen für Schöneck haben

Finanziell eröffnet das Projekt für die Gemeinde erhebliche Vorteile. Die Erlöse aus dem Verkauf des sieben Hektar großen Areals will Schöneck zunächst zur Entschuldung nutzen und anschließend so anlegen, dass die Kommune über 30 bis 50 Jahre hinweg profitiert.

Neben den monetären Vorteilen durch den Verkauf und die anfallende Gewerbesteuer bietet das Rechenzentrum auch die Möglichkeit, die entstehende Abwärme sinnvoll zu nutzen. Jedoch hat eine Vorstudie der EAM ergeben, dass ein Nahwärmenetz zwar technisch möglich, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Nichts desto trotz könnte die Wärme direkt an umliegende Gewerbebetriebe weitergegeben werden, was zusätzlichen Nutzen für die Region schaffen könnte.

Schöneck als Standort für Datenzentrum: Neue Impulse durch digitale Infrastruktur oder optimistische Vision?

Das geplante Rechenzentrum bringt für die Gemeinde Schöneck neben neuen Arbeitsplätzen auch zusätzliche Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf. Gleichzeitig wirft das Vorhaben Fragen auf, wie stark die wirtschaftlichen Effekte langfristig spürbar sein werden. In und um Frankfurt entstehen derzeit zahlreiche Rechen- und Datenzentren, die die Stadt als wichtigen Knotenpunkt für digitale Infrastruktur etablieren sollen. Beispiele hierfür sind der Digitalpark Fechenheim, das Neckermann-Areal und das Projekt am Vogelsberg.

Diese Entwicklungen zeigen, dass die Region zunehmend auf Datenzentren setzt, doch welche Auswirkungen dies auf die lokale Wirtschaft, den Energieverbrauch und die Stadtplanung tatsächlich haben wird, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Ob die geplanten städtischen Entwicklungen die erwarteten Effekte tatsächlich entfalten, wird sich daher erst nach einigen Jahren Betriebszeit zeigen.

Quellen: Gemeinde Schöneck, op-online, region-frankfurt

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One Comment

  1. Walter 27. November 2025 at 13:33 - Reply

    Lese ich das richtig? Man schmeißt als deutsche Kommune die deutsche Hetzner Online GmbH – einen deutschen Steuerzahler – raus und holt sich stattdessen Amazon Web Services als US-Unternehmen rein?

    Wir richten unsere eigene Wirtschaft einfach nur zugrunde – danke, Frau Bürgermeisterin!

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