Berlin plant den Ausbau des Kreuzfahrt-Terminals in Spandau, um künftig mehr Touristen auf der Havel begrüßen zu können. Während zuletzt Bauarbeiten für 2026 angekündigt worden waren, bleiben viele Details zu Umweltauflagen und Betriebsabläufen unklar. Kritik kommt von der lokalen Grünen-Fraktion, die mehr Transparenz fordert.

Berlin plant einen zweiten Kreuzfahrt-Anleger in Spandau, doch viele Details zu Umweltauflagen, Bauplänen und Betrieb bleiben unklar – die Grünen fordern mehr Transparenz. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Sebastian Rittau, CC BY 4.0
Die Hauptstadt plant einen neuen Kreuzfahrt-Anleger in Spandau. Ziel ist es, die Zahl der Schiffe, die gleichzeitig auf der Havel anlegen können, zu erhöhen. Der Tagesspiegel hatte im vergangenen Jahr von vorläufigen Planungen des Terminalbetreibers Ingo Gersbeck berichtet, der erklärte, dass ein zweiter Liegeplatz im Frühjahr 2026 geschaffen werden solle.
In einer schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus (Drucksache 19/24626) wurde der Senat kürzlich gebeten, Angaben zu Planungsstand, Umweltprüfungen, Emissionen, Lärm sowie Abwasser- und Abfallmanagement zu machen.
Keine Bauanträge, kein Umweltgutachten: Schriftliche Anfrage beleuchtet Details
Die Antwort des Senats bestätigte jedoch weitgehend, dass es bislang weder konkrete Bauanträge noch Umweltgutachten gebe. Auch Maßnahmen zum Schutz von Flora, Fauna und Uferbereichen seien bisher nicht festgelegt.
Die schriftliche Anfrage zeigt, dass viele Aspekte des Projekts offenbleiben: Weder technische Details zu den Anlegern noch Vorgaben für Schiffsantriebe oder Lärmschutz sind bisher geregelt. Als mögliche ökologische Maßnahme wird nur eine Diskussion über alternative Antriebe, Landstromanschlüsse oder hybride Technologien genannt, konkrete Pläne existieren noch nicht.
„Die systematische Depriorisierung zentraler Fragen ist nicht akzeptabel.“ – Grüne kritisieren ausweichende Senatsantwort scharf
Die Grünen in Spandau reagierten auf die Antwort nun mit deutlicher Kritik. Sie werfen dem Senat vor, auf konkrete Fragen ausweichend zu antworten. In einer Stellungnahme heißt es, die unzureichenden Informationen machten eine öffentliche Debatte über ökologische und soziale Folgen des Terminal-Ausbaus unmöglich.
Die Partei fordert, dass ökologischer Schutz, Emissionsbegrenzung und Lärmreduktion frühzeitig eingeplant werden. Besonders betont wird, dass ein wachsender Kreuzfahrttourismus nicht auf Kosten von Anwohnenden, Uferbereichen oder geschützten Arten gehen dürfe. Laut Grünen müsse der Senat Transparenz herstellen und die Bevölkerung in die Planung einbeziehen.
Zwischen Wachstum und Verantwortung: Wie geht es mit dem Terminal-Ausbau weiter?
Der geplante Ausbau zeigt das Spannungsfeld zwischen touristischem Wachstum und ökologischer Verantwortung. Während Berlin seine Attraktivität für Kreuzfahrttouristen steigern möchte, bleiben viele Fragen zu Umweltauflagen, Schiffsantrieben und Überwachung offen.
Ob ein Terminal-Ausbau 2026 umgesetzt werden kann, ist derzeit unklar. Die Kritik der Grünen unterstreicht, dass Transparenz und Umweltstandards künftig entscheidend sind, um die Interessen von Stadt, Tourismus und Natur in Einklang zu bringen.
Quellen: Drucksache 19/24626, Grüne Spandau: Kreisverband Spandau von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Der Tagesspiegel
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