Bei der angestrebten Sanierung und Modernisierung des ICC im Berliner Westend kommt Bewegung in den Vorgang. Das Konzeptverfahren befindet sich offenbar in einer entscheidenden Phase, mit nur noch einem verbliebenen Bieterkonsortium.

Seit 2014 steht das ICC leer, nun verdichten sich die Zeichen für eine Perspektive. Hinter verschlossenen Türen wird bereits konkret über künftige Nutzungen gesprochen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Beim seit Jahren stockenden Zukunftsprozess rund um das International Congress Centrum (ICC) im Berliner Westend zeichnet sich erstmals seit Langem konkrete Bewegung ab, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen befindet sich das laufende Konzeptverfahren zur Vergabe des ikonischen Großbaus am Messedamm demnach inzwischen in einer fortgeschrittenen Phase.

In der vergangenen Woche kam es wohl erneut zu Gesprächen zwischen Behördenvertretern, der eingesetzten Jury und einem letzten verbliebenen Bieterkonsortium. Dabei ging es dem Vernehmen nach bereits um mögliche Nutzungen einzelner Gebäudebereiche; ein Hinweis darauf, dass das Verfahren substanziell vorangeschritten ist.

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Nutzungskonzept für das ICC: Konkretisierung hinter verschlossenen Türen

Offiziell äußern sich die Beteiligten weiterhin nicht zum Stand der Verhandlungen. Alle Mitglieder der Jury sowie die Verhandlungspartner unterliegen vertraglich vereinbarter Verschwiegenheit. Dennoch wird aus informierten Kreisen von einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre berichtet. Mehrfach sei intern Optimismus zu vernehmen gewesen, dass die jahrelange Hängepartie um das leerstehende Bauwerk perspektivisch beendet werden könne.

Die Jury setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen, darunter mehrere Architektinnen und Architekten sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung und landeseigenen Institutionen. Vertreten sind unter anderem das Abgeordnetenhaus, die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM, die Investitionsbank Berlin sowie Senats- und Bezirksvertreter aus Charlottenburg-Wilmersdorf.

Sanierung und Erweiterung des ICC im Westend: Nur noch ein Bieterkonsortium im Rennen

Bereits seit Oktober ist bekannt, dass das Land Berlin im Rahmen des zweistufigen Konzeptverfahrens nur noch mit einem einzigen Konsortium verhandelt. Andere Interessenten waren im Verlauf der ersten Phase ausgeschieden.

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Das verbliebene Konsortium vereint nach Angaben der zuständigen Senatsverwaltung Unternehmen aus Bauwesen, Architektur, Projektentwicklung und Gebäudetechnik, jeweils mit starkem Berlin-Bezug, wie es heißt. Konkreter ist der Berliner Senat bislang aber nicht geworden.

Denkmalschutzauflagen und Schadstoffsanierung als zentrale Herausforderungen des Projekts

Das Konsortium habe sämtliche Eignungskriterien erfüllt und verfüge über die notwendige gebündelte Expertise, um ein so komplexes Bestandsgebäude weiterzuentwickeln. Insbesondere der Umgang mit Denkmalschutzauflagen und der notwendigen Schadstoffsanierung gilt als zentrale Herausforderung des Projekts. Zwei gewichtige Punkte, die nach Ansicht des Senats vom Konsortium gelöst werden können.

Das Land Berlin hat zu Beginn des Verfahrens sehr klare inhaltliche Leitplanken für die künftige Nutzung des ICC formuliert. Vorgesehen sind Angebote aus Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft, Innovation und Technologie sowie weiterhin Kongresse und Veranstaltungen. Eine Rückkehr zur ursprünglichen Nutzung als klassisches Kongresszentrum allein gilt jedoch als unwahrscheinlich.

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Die Sanierung des ICC muss ohne finanzielle Unterstützung des Landes Berlin gestemmt werden

Finanziell setzt das Land auf ein vollständig privat getragenes Modell, das Projekt soll über einen langfristigen Erbbaurechtsvertrag umgesetzt werden. Das Grundstück bleibt im Besitz des Landes, das Erbbaurecht ist auf 99 Jahre angelegt.

Um die erheblichen Kosten für Sanierung, Umbau und Wiederinbetriebnahme des denkmalgeschützten Hauptgebäudes zu refinanzieren, räumt das Land den Investoren zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten ein.

Erweiterung des einstigen Kongresszentrums: Neubauten als wirtschaftliches Fundament

So darf das nicht unter Denkmalschutz stehende Parkhaus des ICC abgerissen und neu bebaut werden. Auch das bislang als Parkplatz genutzte Grundstück an der Stirnseite des Gebäudes am Messedamm 9 gehört zum Gesamtpaket. Dort könnten etwa Hotels oder andere gewerbliche Nutzungen entstehen, deren Einnahmen zur Quersubventionierung des ICC beitragen.

Hintergrund ist eine strukturelle Schwäche des Bestands: Große Teile des Gebäudes bestehen aus weitläufigen Foyers und Verkehrsflächen, während die tatsächlich vermietbare Nutzfläche vergleichsweise gering ist.

Hinzu kommt die technisch überholte Großsaalstruktur, die als kaum teilbar und nur mit hohem Aufwand modernisierbar gilt. Ob und wann es zu einem Vertragsabschluss kommt, ist bislang noch offen. Doch erstmals seit Jahren scheint die Zukunft des Berliner „Raumschiffs“ wieder greifbarer.

Das ICC in Berlin.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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2 Kommentare

  1. Löwe 12. Januar 2026 at 07:03 - Reply

    Hier mal das Ergebnis meiner Ki-Anfrage zur Erklärung..

    Angebote der Kreativwirtschaft umfassen eine breite Palette an Dienstleistungen und Produkten, die aus schöpferischen, kulturellen oder technologischen Innovationsprozessen entstehen. In Deutschland wird dieser Sektor offiziell in 11 Teilmärkte unterteilt.
    Hier sind die zentralen Angebote der jeweiligen Bereiche:

    1. Mediale und digitale Angebote
    Software- & Games-Industrie: Entwicklung von Computerspielen, mobilen Apps, Software-Anwendungen und digitalen Plattformen.
    Film-, Rundfunk- & Pressemarkt: Produktion von Kino- und Fernsehfilmen, Streaming-Inhalten, Radiobeiträgen sowie Zeitungs- und Buchpublikationen.
    Werbemarkt: Konzeption von Marketingkampagnen, Social-Media-Strategien, Branding und PR-Dienstleistungen.

    2. Design und Gestaltung
    Designwirtschaft: Angebote reichen von Produktdesign und Grafikdesign über Webdesign bis hin zu spezialisierter Designermode.
    Architekturmarkt: Planung von Gebäuden, Innenarchitektur und Stadtplanungsleistungen.

    3. Kunst und Kultur
    Musikwirtschaft: Komposition, Musikproduktion, Live-Konzerte und Vermarktung von Tonträgern.
    Darstellende Kunst: Aufführungen in Theatern, Opern, Musicals sowie Kleinkunst und Kabarett.
    Bildende Kunst & Kunstmarkt: Verkauf von Gemälden und Skulpturen, Kunsthandwerk sowie Dienstleistungen von Galerien und Museen.

    4. Vernetzung und Innovation (2026 Fokus)
    Für das Jahr 2026 liegen Schwerpunkte auf technologischen Transformationen:
    KI-Dienstleistungen: Beratung und Implementierung von Künstlicher Intelligenz in kreative Prozesse, wie beim German Creative Economy Summit 2026 thematisiert.

    Veranstaltungen & Messen: Große Treffpunkte wie die CREATIVA 2026 in Dortmund bieten Plattformen für kreatives Gestalten und Vernetzung.

    Förder- und Beratungsangebote: Organisationen wie das Bundeszentrum Kultur- und Kreativwirtschaft (KreativBund) oder regionale Zentren wie Kreativ Kultur Berlin unterstützen Kreativschaffende bei Finanzierung, Professionalisierung und Gründungen.

    -.-

    Btw. „Mit einer beeindruckenden Kapazität von 14.500 Plätzen in 80 vielseitig nutzbaren Räumen bietet das ICC Berlin Raum für Veranstaltungen aller Art..“

    Falls die Kapazitäten noch etwas ausgebaut werden könnten Veranstaltungen welche die Stadt aufgrund von Kapazitätsengpässen verlassen mußten zurückkehren.

    „Der 39. Chaos Communication Congress (39C3), der vom 27. bis 30. Dezember 2025 im Congress Center Hamburg (CCH) stattfand, hatte rund 16.000 Besucher.“

  2. […] Weiter auf ENTWICKLUNGSSTADT … […]

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