Berlin setzt verstärkt auf Hochhäuser, gleichzeitig entstehen neue Projekte auch außerhalb der klassischen Entwicklungsgebiete. In Pankow rückt nun ein bislang nur wenig beachtetes Vorhaben in den Fokus: An der Greifswalder Straße soll ein 13-geschossiges Gebäude entstehen.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Berlin wächst weiter in die Höhe, insbesondere die Zahl geplanter Hochhäuser nimmt spürbar zu. Aktuell befinden sich 58 Vorhaben im Planungsprozess, insgesamt führt der Senat sogar 95 Projekte im gesamten Stadtgebiet auf. Offenbar ist nun auch ein neues Hochhaus an der Greifswalder Straße geplant.

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Ausgangspunkt dafür ist eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Julian Schwarze (Die Grünen) vom 20. Januar 2026. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen veröffentlichte daraufhin eine detaillierte Tabelle, die nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch die räumliche Verteilung der Projekte sichtbar machte.

Neues Hochhausprojekt an der Greifswalder Straße 86: Nutzung und Dimensionen

Aus dieser Übersicht geht auch ein bislang nicht öffentlich bekanntes Vorhaben hervor. In Pankow ist an der Greifswalder Straße 86 ein Hochhaus mit 43,4 Metern Höhe geplant, das sich über 13 Geschosse erstrecken soll und eine Bruttogeschossfläche von rund 10.600 Quadratmetern erreicht.

Gleichzeitig sieht das Konzept eine gemischte Nutzung vor. Während im Erdgeschoss Flächen für Einzelhandel vorgesehen sind, entstehen darüber Wohnungen. Das Grundstück liegt nördlich des S-Bahnhofs Greifswalder Straße und damit in gut erreichbarer Lage.

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Bestandssituation zwischen Greifswalder Straße und Storkower Straße: Nahversorgungszentrum im Wandel

Auf dem Grundstück an der Kreuzung Greifswalder Straße und Storkower Straße befindet sich derzeit ein Nahversorgungszentrum. Dort stehen zwei eingeschossige Gewerbebauten mit angrenzenden Parkplätzen. In den Gebäuden befinden sich mehrere Discounter sowie ein Edeka-Supermarkt.

Künftig soll sich das Areal jedoch grundlegend verändern. Die bestehenden Strukturen werden entweder aufgestockt oder ersetzt. In jedem Fall ist eine deutlich dichtere Bebauung vorgesehen.

Städtebaulicher Kontext und Vergleichsprojekte in Berlin: Nachverdichtung als Leitbild

Das Grundstück liegt am südlichen Rand des Mühlenviertels, das überwiegend von hohen Wohnriegeln aus DDR-Zeiten geprägt ist. Deshalb erscheint eine stärkere bauliche Verdichtung nachvollziehbar, da sich ein Gebäude in vergleichbarer Höhe in die bestehende Struktur einfügen kann und zugleich vorhandene Flächen effizienter nutzt.

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Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch an anderen Standorten beobachten. So entsteht am Maybachufer in Neukölln ein Neubau, bei dem ein eingeschossiger Supermarkt durch ein Wohngebäude mit integriertem Einzelhandel ersetzt wird. Auch hier soll der Neubau an die umliegenden Bestandsgebäude angepasst werden. Dieses Prinzip zeigt, wie sich innerstädtische Grundstücke zunehmend neu organisieren lassen.

Aktueller Planungsstand in Pankow: Abstimmungen und baurechtliche Rahmenbedingungen werden geklärt

Zum aktuellen Stand berichtet der Tagesspiegel, dass bereits Vorabstimmungen mit dem Investor laufen. Dabei geht es vor allem um die baurechtlichen Rahmenbedingungen, die für die Umsetzung des Projekts entscheidend sind.

Damit befindet sich das Vorhaben noch in einer frühen Phase, gleichzeitig deutet sich jedoch an, dass solche Projekte künftig häufiger auch außerhalb klassischer Hochhausstandorte entstehen könnten.

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Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Abgeordnetenhaus Berlin, Der Tagesspiegel

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4 Kommentare

  1. Max 25. März 2026 at 16:30 - Reply

    Wir brauchen dringend neue Begriffe, 13 Stockwerke sind lächerliche 5 mehr als 8 Stockwerke, die in der Innenstadt Standard sein sollten.

    Plushaus, oder Effizenzhaus wäre besser.

    • Herr_Linke 26. März 2026 at 10:52 - Reply

      Hochhäuser sind zumindest energetisch nicht effizient.

  2. Sven Apitzsch 26. März 2026 at 11:16 - Reply

    Das ist doch nicht euer verdammter Ernst?? Dann kommt anscheinend der Parkplatz da völlig weg oder was?? Diese verdammte Nahverdichtung!! Mir recht schon dass in der Barnim Straße, Ecke Otto-Braun-Straße auf einem völlig kleinen Areal da jetzt so ein riesen Schlacht Schiff von Mehr Etagen Bau entstanden ist, das kein Mensch gebracht hat!! Und, ich denke mal auch, dass es natürlich keine bezahlbarer Mit Wohnraum entstehen wird, sondern, ganz bestimmt wieder Eigentums Wohnungen, wie überall!! Ist das zu fassen, wer zum Teufel denkt sich nur sowas aus?? Dann wite vielleicht sogar „Shoe 4 you“ abgerissen??

  3. Jörg Barth 31. März 2026 at 04:35 - Reply

    Finde immer wieder drollig, was in Berlin alles als Hochhaus definiert wird, nur weil ein Gebäudee etwas höher als die üblichen Lehmhütten und Feuerwehrdrehleitern ist. Hier wäre dringend einmal eine neue Begriffsdefinition angebracht. Für mich beginnen Hochhäuser erst ab 100 metern Höhe wirklich Hochhäuser zu sein.

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