Nach einem Jahr Leerstand wurde im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm eine neue Lidl-Filiale eröffnet. Der Bezirk sieht in der neuen Nutzung einen Impuls für den Einzelhandel vor Ort.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann eröffnete die neue Filiale am Tempelhofer Damm feierlich. / © Foto: Lidl
© Fotos: Lidl
Am Tempelhofer Damm 187–191 wurde am 24. Juli eine neue Lidl-Filiale eröffnet. Der Lebensmitteleinzelhändler bezieht damit die Erdgeschossfläche des ehemaligen Karstadt-Warenhauses, das nach rund einem Jahr Leerstand wieder genutzt wird. Der Discounter bietet auf 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Sortiment von rund 4.300 Artikeln und übernimmt damit einen zentralen Standort im Bezirk.
Die Immobilie, die heute im Besitz der Versicherungskammer Bayern ist, steht unter Denkmalschutz. Der Einzug von Lidl gilt als erster Schritt, das Gebäude wieder stärker in die alltägliche Nutzung zurückzuführen. Die alten Filialräume von Lidl am Tempelhofer Damm Ecke Ordensmeisterstraße wurden im Zuge dessen geschlossen.
Umnutzung als städtebauliches Signal: Tempelhofer Damm soll zukunftsfähig gemacht werden
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann war zur Eröffnung vor Ort. Er begrüßte die Entwicklung und betonte, dass der Einzelhandel vor großen Veränderungen stehe. Es sei daher wichtig, neue Nutzungskonzepte zu erproben, um zentrale Lagen wie den Tempelhofer Damm zukunftsfähig zu machen. Besonders positiv hob er hervor, dass die neue Filiale die Nahversorgung im Kiez stärke.
Die Eröffnung war mit mehreren Aktionen verbunden. Oltmann übernahm zeitweise die Rolle des Kassierers. Die Einnahmen dieser besonderen Aktion spendete Lidl an die Kindercircusschule der ufaFabrik.
Karstadt-Gebäude am Tempelhofer Damm: Moderne Ausstattung trifft historische Architektur
Der neue Standort ist rund 600 Quadratmeter größer als der alte. Die Gestaltung im Inneren orientiert sich an aktuellen Standards: breitere Gänge, digitale Kassensysteme mit Selbstbedienung, eine klare Warenanordnung und ein Fokus auf Frischeprodukte, so Lidl. Auch eine verbesserte Orientierung durch Beschilderung solle das Einkaufen erleichtern.
Parkplätze finden sich im angrenzenden öffentlichen Parkhaus und stehen Kundinnen und Kunden, die für mindestens 20 Euro einkaufen, für 90 Minuten kostenlos zur Verfügung. Mit der Neueröffnung wurden rund zehn neue Arbeitsplätze geschaffen, wobei das bestehende Team der alten Filiale vollständig übernommen wurde.
Teil eines größeren Trends in Berlin: Lidl zieht in ehemalige Karstadt-Filialen
Lidl nutzt seit einiger Zeit leerstehende Warenhausimmobilien in Berlin. Bereits im Mai hatte der Discounter eine Filiale am Leopoldplatz in einem früheren Galeria-Standort eröffnet. Auch dort wurde das bestehende Gebäude für eine moderne Nutzung angepasst. Solche Projekte gelten als Antwort auf wachsenden Leerstand in Berliner Innenstädten und werden vielfach als Chance gesehen, um die Passantenfrequenz zu erhöhen und neue Impulse für die Umgebung zu setzen.
In Tempelhof ist die Lidl-Eröffnung allerdings nicht unumstritten. Kritische Stimmen bemängeln, dass ein Discounter keine besonders innovative Nachnutzung darstelle, zumal bereits weitere Lidl-Filialen in der Umgebung existieren. Die Ansiedlung wird dennoch als Auftakt für eine langfristige Entwicklung gesehen, die über das reine Angebot von Lebensmitteln hinausgehen soll. Die Versicherungskammer Bayern will das ehemalige Karstadt-Haus im Rahmen eines schrittweisen Konzepts umnutzen. Perspektivisch sollen auch die oberen Etagen wieder vermietet werden.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann war zur Eröffnung vor Ort und übernahm zeitweise die Rolle des Kassierers. / © Foto: Lidl
Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg via Instagram, Tempelhof-Schöneberg Zeitung, Pressestelle Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG
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Ist schon klar was mit dem alten LIDL Standort Richtung Tempelhofer Hafen passiert?