Wo einst Klassiker wie „Der dritte Mann“ und „Das Leben der Anderen“ entstanden, wird in den kommenden Jahren neuer Wohnraum geschaffen. Das Projekt „BUWOG SET 44“ in Berlin-Neukölln vereint denkmalgeschützte Filmgeschichte mit modernen Wohnungen, einer Kita und neuen Grünflächen.
© Visualisierung Titelbild: BUWOG
In Berlin-Neukölln entsteht mit „BUWOG SET 44“ ein Wohnensemble, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Auf dem Gelände der ehemaligen Geyer-Werke, einer der bedeutendsten Filmproduktionsstätten Europas, wird eine Mischung aus Eigentumswohnungen, gefördertem Wohnraum, einer Kita und Gewerbeeinheiten realisiert. Bis 2028 sollen hier insgesamt 173 Wohnungen und eine Kita für 27 Kinder entstehen.
Das rund 6.000 Quadratmeter große Grundstück an der Harzer Straße liegt direkt an der Grenze zwischen Neukölln und Treptow-Köpenick. Das Projekt soll laut BUWOG nicht nur dringend benötigten Wohnraum schaffen, sondern auch die historische Bausubstanz erhalten. Die denkmalgeschützten Gebäude der Geyer-Werke bleiben bestehen und werden in die Planung integriert.
Mischung aus Eigentum und Förderung: Über 170 Wohnungen entstehen zwischen Neukölln und Treptow-Köpenick
Das Konzept sieht vor, dass 150 Eigentumswohnungen sowie 23 öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen. Die Wohnflächen reichen von kompakten 36 bis hin zu großzügigen 131 Quadratmetern. Ein Großteil der Wohnungen wird barrierefrei geplant, viele verfügen über Balkon, Loggia oder Terrasse. Neben dem Wohnen ist auch an Gewerbe gedacht: Drei Gewerbeeinheiten sollen das Ensemble ergänzen, hinzu kommen eine Tiefgarage und ein Innenhof mit Spiel- und Erholungsflächen.
Besonderen Wert will man beim Entwurf auf grüne Rückzugsorte legen. Zwei Dächer sollen intensiv begrünt werden und den Bewohnerinnen und Bewohnern als Gemeinschaftsterrassen zur Verfügung stehen. Für die Freiräume im Innenhof ist eine vielfältige Bepflanzung vorgesehen, die Begegnungszonen und Spielflächen schafft.
Wohnen auf dem Gelände der ehemaligen Geyer-Werke: Architektonischer Bezug zur Filmgeschichte
Die Gestaltung greift die industrielle Vergangenheit des Standorts auf. Das Architekturbüro KSP Engel bezieht sich bei den Klinkerfassaden der Neubauten auf die historische Industriearchitektur der Geyer-Werke. So soll ein harmonisches Gesamtbild zwischen Alt und Neu entstehen. Der Projektname „BUWOG SET 44“ will bewusst an die filmische Tradition des Areals erinnern und gleichzeitig auf den früheren Postzustellbezirk Neuköllns verweisen.
Die Geschichte der Geyer-Werke reicht bis ins Jahr 1914 zurück. Über Jahrzehnte hinweg wurden hier zahlreiche Klassiker produziert, die teils Weltruhm erlangten. In den 1920er Jahren kam jeder zweite europäische Film aus den Werkhallen an der Harzer Straße. Auch der Neue Deutsche Film der 1970er Jahre war eng mit dem Standort verbunden. Regisseure wie Fassbinder, Wenders oder Herzog nutzten die Produktionsmöglichkeiten vor Ort.
Baubeginn 2025: Wohnraum und Gewerbe zwischen Neukölln und Treptow-Köpenick soll 2028 fertig werden
Für die BUWOG steht das Projekt in einer Reihe von Quartiersentwicklungen, mit denen das Unternehmen bundesweit neuen Wohnraum schaffen will. Die Geschäftsführerin betont, dass die Mischung aus geförderten und freifinanzierten Wohnungen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden soll. Ein erster Bauabschnitt mit 48 mietpreisgebundenen Wohnungen wurde auf dem Areal bereits Anfang des Jahres fertiggestellt und an die landeseigene HOWOGE übergeben.
Der Baubeginn für „BUWOG SET 44“ ist für Oktober 2025 vorgesehen. Die Fertigstellung soll ab Herbst 2028 erfolgen. Für Neukölln bedeutet das Projekt nicht nur neue Wohnungen, sondern auch eine behutsame Weiterentwicklung eines Areals mit besonderer Geschichte.
Quellen: BUWOG SET44, Presseportal
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Neuer Wohnraum auf historischem Boden: „BUWOG SET 44“ entsteht in Neukölln