Am S-Bahnhof Eichborndamm in Berlin-Reinickendorf soll ein zweiter barrierefreier Zugang entstehen. Geplant sind eine Personenunterführung, Rampen, Aufzug, Gründächer und ein Bau bei laufendem S-Bahn-Betrieb.

S-Bahnhof Eichborndamm

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI

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Am S-Bahnhof Eichborndamm geht es um ein Bauwerk, das auf den ersten Blick klein wirkt, für den Alltag vieler Menschen aber spürbare Folgen haben dürfte. Der Bahnhof an der S25 soll einen zweiten Zugang erhalten. Dahinter steckt nicht nur eine neue Treppe, sondern ein komplexer Umbau mit Personenunterführung, Rampe, Aufzug und Gründächern.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Bereich: S-Bahnhof Eichborndamm
  • Linie: S25
  • Projektstatus: Planfeststellungsbeschluss ist bestandskräftig

Der neue Zugang soll östlich des bestehenden Bahnsteigs entstehen. Heute liegt der vorhandene Zugang im Westen. Künftig soll eine neue Personenunterführung die Straße Im Hufenschlag auf der Nordseite mit der General-Barby-Straße auf der Südseite verbinden. Zugleich führt diese Unterführung zum Bahnsteig. Damit würde der S-Bahnhof Eichborndamm zwei gleichwertige Zugänge erhalten. Vor allem die Wohngebiete nördlich und südlich der Gleise sollen dadurch besser an die S25 angebunden werden.

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Neuer Zugang am S-Bahnhof Eichborndamm mit Rampe

Auf der Nordseite fällt der Ausbau vergleichsweise unkompliziert aus. Zwischen der Straße Im Hufenschlag und der Ebene der neuen Personenunterführung besteht laut Senatsangaben nur ein sehr geringer Höhenunterschied. Deshalb kann dieser Zugang barrierefrei ohne zusätzliche Bauwerke entstehen.

Auf der Südseite sieht die Lage anders aus. Dort liegen die General-Barby-Straße und die Laufebene der Unterführung rund 1,30 Meter auseinander. Diesen Höhenversatz soll eine Rampe parallel zur Böschung ausgleichen. Zusätzlich ist eine Treppe geplant. Die gesamte Rampen- und Treppenanlage auf der Südseite soll eine Überdachung erhalten.

Neue Erschließung für den S-Bahnhof Eichborndamm aus zwei  Richtungen

Auch der Weg von der Unterführung zum Bahnsteig soll barrierefrei funktionieren. Die Planung sieht dafür ein überdachtes Treppenbauwerk und einen parallel angeordneten Aufzug vor. Der Bahnhof bekommt damit nicht nur einen weiteren Eingang, sondern eine neue Erschließung aus zwei Richtungen.

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Für die Lage des Tunnels wurde eine besondere Lösung festgelegt: Die Personenunterführung soll um 10 Grad zur bestehenden Gleisachse gedreht werden. Dadurch entsteht eine möglichst direkte Verbindung zwischen Im Hufenschlag und General-Barby-Straße. Zugleich bleibt die Unterführung kurz, was bei diesem Bauteil auch aus Kostengründen relevant ist.

Das Bild zeigt den S-Bahnhof Eichborndamm in Berlin-Reinickendorf im Jahr 2012. Zu sehen sind der bestehende Zugang unter der Eisenbahnbrücke, das historische Brückenbauwerk aus Backstein sowie das S-Bahn-Logo. Im Rahmen der aktuellen Pläne für den Ausbau des S-Bahnhofs Eichborndamm soll ein zweiter barrierefreier Zugang mit Personenunterführung entstehen.

Der S-Bahnhof Eichborndamm im Jahr 2012. Der bestehende Zugang soll im Zuge des Ausbaus der S25 künftig durch einen zweiten barrierefreien Zugang mit Personenunterführung ergänzt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Andre_de, CC BY-SA 3.0

Eichborndamm: Ausbau auf der Linie S25 bei laufendem Betrieb

Besonders anspruchsvoll wird der Bau, weil die S-Bahn während der gesamten Bauzeit weiterfahren soll. AFRY, das nach eigenen Angaben mit der Objekt- und Tragwerksplanung, der bahntechnischen Ausrüstung und der umwelttechnischen Bewertung beauftragt wurde, verweist aber auf einen erheblichen Eingriff in die bestehende eingleisige S-Bahnlinie und in ein Industriegleis. Der neue Zugang muss also in eine bestehende Bahnanlage eingefügt werden, ohne den Betrieb der S25 grundsätzlich zu unterbrechen.

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Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der über den reinen Bahnhofszugang hinausweist. AFRY nennt als Planungsanforderung den geplanten Streckenausbau der S-Bahn mit einem zweiten Gleis, die Nutzung von Vollzügen und die dafür notwendige Reaktivierung des gesamten Bahnsteigs. Das zeigt, dass der zweite Zugang so geplant wird, dass er zu einem möglichen größeren Ausbau der S25 passt.

S-Bahnhof in Reinickendorf: Gründächer, Glas und Denkmalschutz am Eichborndamm

Die Gestaltung spielt bei dem Projekt eine ungewöhnlich große Rolle. Laut AFRY soll möglichst viel Tageslicht in die Personenunterführung fallen. Glasflächen, farbige Elemente und abgeschrägte Kanten sollen klare Sichtbeziehungen schaffen. Die Unterführung soll dadurch heller und besser einsehbar werden. Für die Farbgestaltung spielt der denkmalgeschützte Bestand im Osten eine zentrale Rolle.

Auch die Berliner Senatsverwaltung bestätigt, dass die Denkmalschutzbehörden intensiv eingebunden wurden. Die planfestgestellte Lösung ist mit ihnen abgestimmt. Die weitere Ausführungsplanung muss außerdem mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirksamts Reinickendorf abgestimmt werden.

Beim Dach setzen die Planer auf mehrere Funktionen. AFRY nennt Gründächer mit einem Stahl-Holztragwerk. Sie sollen weniger Fläche versiegeln, Regenwasser zurückhalten, die Aufheizung der Bauwerke verringern und Insekten Lebensraum bieten. Holz soll außerdem an den Bestand am östlichen Zugang anknüpfen.

Zeitplan für den Ausbau am S-Bahnhof Eichborndamm

Der rechtliche Rahmen ist weit fortgeschritten. Das Land Berlin und die DB InfraGO AG haben den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für den zusätzlichen Zugang am 21. November 2025 unterzeichnet. Damit entstand laut Senatsantwort die Voraussetzung für den Beginn der Ausführungsplanung. Das Eisenbahn-Bundesamt erließ den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben „S-Bf. Berlin Eichborndamm: 2. Zugang – Personenunterführung“ am 30. Dezember 2025. Bestandskräftig wurde der Beschluss am 30. März 2026.

Offen bleiben dagegen die Termine, die für viele Fahrgäste am wichtigsten sind: ein konkreter Baubeginn, eine Bauzeit oder eine Fertigstellung stehen nicht fest. Die Pläne für den Ausbau am S-Bahnhof Eichborndamm sind also rechtlich abgesichert und befinden sich nach dem Finanzierungs- und Realisierungsvertrag in der nächsten Planungsphase. Wann die Bauarbeiten sichtbar starten und wann der zweite Zugang nutzbar ist, geht aus den geprüften Quellen nicht hervor.

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26382, AFRY, DB InfraGO AG

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