Die Bundesbank richtet sich in Frankfurt neu aus. Statt an den bisherigen Hauptsitz zurückzukehren, treibt sie nun den Umzug in eine neue Immobilie voran.

Die aktuelle Hauptzentrale der Deutsche Bundesbank in Frankfurt-Bockenheim wird aufgegeben. Die Institution entschied sich für den Kauf einer neuen Immobilie anstelle einer kostspieligen Sanierung. / © Foto: Wikimedia Commons, Dr. Thomas Liptak
© Titelbild: Wikimedia Commons, Torben, CC BY-SA 3.0
Die Bundesbank stellt die Weichen neu und rückt von ihrem bisherigen Hauptsitz in Frankfurt-Bockenheim ab. Während der Standort an der Wilhelm-Epstein-Straße aktuell saniert wird und die Mitarbeitenden auf mehrere Innenstadtadressen verteilt sind, verabschiedet sich die Institution vom ursprünglichen Plan eines Wiedereinzugs. Stattdessen bereitet sie nun den Kauf einer neuen Immobilie in Frankfurt vor.
Hohe Sanierungskosten: Umbau der alten Bundesbank-Hauptzentrale hätte rund 1,6 Mrd. gekostet
Die Entscheidung für den Kauf einer neuen Immobilie fiel aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Diese zeigte, dass der Erwerb einer neuen Immobilie günstiger wäre als der Verbleib in der bisherigen Zentrale, die zwischen 1967 und 1972 entstand und seit Anfang 2022 saniert wird. Die Investitionskosten für die Sanierung des ehemaligen Hauptgebäudes sowie für alle erforderlichen Anpassungen der Liegenschaft wurden auf rund 1,6 Milliarden Euro geschätzt.
Dabei erschweren Schadstoffe im Betonbau sowie Vorgaben des Denkmalschutzes die Arbeiten und treiben die Kosten in die Höhe. Vor diesem Hintergrund richtet die Bundesbank ihren Blick auf einen neuen Standort. Die passende Immobilie soll im Rahmen eines Vergabeverfahrens gefunden werden.
Gute Verkehrsanbindung im Fokus: Bundesbank definiert Kriterien für neue Immobilie
Für die neue Bundesbank-Immobilie spielen mehrere Kriterien eine Rolle. Dazu zählen eine zentrale Lage, ein angemessener Preis, die Qualität des Gebäudes sowie ein verlässlicher Zeitplan für eine Zeitnahe Umsetzung, so Bundesbankpräsident Joachim Nagel.
Zudem misst die Bundesbank einer guten Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr große Bedeutung bei, da diese laut einer eigenen Umfrage maßgeblich zur Zufriedenheit der Beschäftigten beiträgt. In zentraler Innenstadtlage befindet sich bereits die Bundesbank-Hauptverwaltung in Hessen, wodurch sich mögliche Synergien mit einem neuen Standort ergeben könnten.
Das Aus für den Bundesbank-Campus: Frühere Planung scheitert unter anderem an Homeoffice-Regelung
Bereits vor rund zehn Jahren entwickelte die Bundesbank Pläne für einen Campus auf dem Gelände in Bockenheim. Das Vorhaben ließ sich jedoch nicht realisieren. Ursprünglich waren mehrere Neubauten vorgesehen, darunter ein Sportzentrum, ein Gastronomiepavillon und eine Kindertagesstätte.
Ein wesentlicher Grund liegt in veränderten Arbeitsbedingungen. Seit 2023 hat die Bundesbank ihre Homeoffice-Regelungen ausgeweitet. Dadurch benötigt sie für die Zentrale nur noch 3.300 Büroarbeitsplätze statt der geplanten 5.000. Diese Entwicklung könnte auch das neue Vorhaben kostengünstiger machen.
Standort für Europäische Schule? Stadt möchte Hauptzentrale in Bockenheim aufkaufen
Der Standort an der Wilhelm-Epstein-Straße könnte teilweise von der Stadt Frankfurt übernommen werden. Nach aktuellen Überlegungen könnte dort künftig der Neubau für die Europäische Schule realisiert werden. Die Suche nach einem geeigneten Standort für die Schule beschäftigt Magistrat und Stadtverordnete bereits seit vielen Jahren.
Ob, wann und in welcher Form die Schule tatsächlich an den Standort in Bockenheim ziehen könnte, ist derzeit noch offen. Ebenso wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob die Bundesbank eine passende neue Immobilie in Frankfurt findet.
aktueller Standort Deutsche Bundesbank
Quellen: bundesbank, deal magazine
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