Das Oberlinhaus in Potsdam hat eine neue Inobhutnahme-Stelle für Kinder und Jugendliche eröffnet, die sich in akuten Krisensituationen befinden. Der barrierefreie Neubau schließt eine Versorgungslücke in der Region. Zugleich setzt das Projekt ein wichtiges Zeichen für soziale Infrastruktur, unabhängig von den aktuellen Unsicherheiten rund um größere Bauvorhaben des Trägers in Babelsberg.

Leerstehendes Grundstück auf dem alten Gaswerksgelände Potsdam-Babelsberg

Neben der Eröffnung des neuen Schutzraums im Oberlinhaus steht parallel ein größeres Projekt unter erheblicher Unsicherheit. Das rund 1,8 Hektar große Grundstück in der Glasmeisterstraße, auf dem das „Quartier Babelsberg“ entstehen sollte, wird am 7. Januar 2026 zwangsversteigert. / © Foto: Verein Oberlinhaus

© Foto: Verein Oberlinhaus
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Kvikk, CC BY-SA 3.0 

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Das Oberlinhaus hat in Potsdam einen neuen Schutzraum für Kinder und Jugendliche eröffnet. Die sogenannte Inobhutnahme-Stelle richtet sich an junge Menschen, die sich in akuten Krisensituationen befinden und Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch im familiären Umfeld erlebt haben. Auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen können dort aufgenommen werden.

Nach Angaben des Trägers reagiert das Angebot auf einen steigenden Bedarf, wie rbb24 berichtet. Allein im Jahr 2024 registrierte die Landeshauptstadt Potsdam 121 Inobhutnahmen, darunter auch mehrere Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.

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Sechs Plätze für akute Krisen: Neuer Schutzraum für Kinder in Potsdam

In der neuen Einrichtung stehen sechs Plätze für Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 Jahren zur Verfügung. Die ersten jungen Menschen sollen ab Januar aufgenommen werden. Der Aufenthalt ist auf maximal drei bis sechs Monate ausgelegt und dient der kurzfristigen Stabilisierung in einer geschützten Umgebung.

Vertreterinnen des Oberlinhauses erklärten laut rbb24, dass es bislang an einer vergleichbaren Unterbringungsmöglichkeit in der Region gefehlt habe. Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen benötigten im Krisenfall eine barrierefreie und fachlich spezialisierte Betreuung, die kurzfristig verfügbar sei. Diese Lücke solle das neue Angebot nun schließen.

550 Quadratmeter Schutzraum: So ist der Neubau in Potsdam ausgestattet

Der Neubau umfasst rund 550 Quadratmeter Innenfläche sowie etwa 800 Quadratmeter Außenbereich. Die Kinder und Jugendlichen leben jeweils in einem eigenen Zimmer mit kindgerechter Ausstattung. Sämtliche Räume sind barrierefrei gestaltet, einzelne Zimmer verfügen zudem über Pflegebetten.

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Betreut werden die jungen Menschen von qualifiziertem Fachpersonal. Die Planungen für die Inobhutnahme-Stelle begannen bereits 2021, die Bauarbeiten starteten im Januar dieses Jahres. Rund zwei Millionen Euro wurden investiert, finanziert aus Eigenmitteln des Oberlinhauses sowie durch Mittel der Landeshauptstadt Potsdam.

Quartier Babelsberg auf der Kippe: soziale Infrastruktur entsteht dennoch

Die Eröffnung der Inobhutnahme-Stelle fällt in eine Phase, in der größere Entwicklungsprojekte des Oberlinhauses in Babelsberg unter Unsicherheit stehen. Auf dem ehemaligen Gaswerksgelände in der Glasmeisterstraße sollte mit dem „Quartier Babelsberg“ ein umfassendes Wohn- und Sozialprojekt entstehen. Dieses Vorhaben ist jedoch aufgrund der Insolvenz einer Projektgesellschaft und einer anstehenden Zwangsversteigerung derzeit offen.

Unabhängig davon zeigt der neue Schutzraum, dass kleinere, gezielt finanzierte Projekte weiterhin realisiert werden können. Während großmaßstäbliche Quartiersentwicklungen ins Stocken geraten sind, wird hier konkrete soziale Infrastruktur geschaffen, die unmittelbar genutzt werden kann.

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Kinderschutz in Potsdam: Neues Angebot mit unmittelbarer Wirkung

Mit der neuen Inobhutnahme-Stelle stärkt das Oberlinhaus den Kinderschutz in Potsdam nachhaltig. Das Angebot ergänzt bestehende Hilfesysteme und reagiert auf konkrete Bedarfe vor Ort.

Gerade vor dem Hintergrund wachsender Fallzahlen zeigt das Projekt, wie wichtig niedrigschwellige, spezialisierte Schutzräume sind. Der Neubau steht damit exemplarisch für eine soziale Infrastruktur, die nicht auf große Visionen setzt, sondern auf unmittelbare Wirksamkeit.

Quellen: rbb24, Tagesspiegel, Immobilienzeitung, hedera bauwert GmbH, Verein Oberlinhaus

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