Mit der Unterzeichnung eines Mehrparteienvertrags beginnt eines der größten Bauvorhaben Deutschlands. In Hamburg-Jenfeld soll der Campus der Helmut-Schmidt-Universität grundlegend erneuert und erweitert werden – klimaneutral, gebündelt und über ein neues Kooperationsmodell organisiert.

Modell des zukünftigen Campus DOK

Mit der Unterzeichnung der Verträge durch alle Bau- und Planungspartner ist der erste Meilenstein erreicht und das Großprojekt startet in die Planungsphase. Auf dem Gelände der Douaumont-Kaserne soll ein grundlegend erneuerter, neu strukturierter Campus mit Neubauten, saniertem Bestand und moderner Infrastruktur entstehen. / © Foto: Carolin-Steffan / Schwan-Studios

© Titelbild: HSU_UniBw H

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In Hamburg-Jenfeld nimmt ein Bauprojekt Gestalt an, das bundesweit Beachtung findet. Mit der Unterzeichnung aller Verträge zwischen Bauherrin, Planern und ausführenden Unternehmen ist der offizielle Startschuss für die umfassende Neuentwicklung des Campus der Helmut-Schmidt-Universität gefallen. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren beginnt nun die konkrete Planungsphase.

Rund eine Milliarde Euro stellt die Bundeswehr für das Vorhaben bereit. Auf dem Gelände der Douaumont-Kaserne, künftig „Campus DOK“ genannt, sollen auf etwa 205.000 Quadratmetern neue Gebäude entstehen. Außerdem werden Bestandsbauten modernisiert und Infrastruktur sowie Freianlagen neu geordnet. Mehr als 100.000 Quadratmeter Nutzfläche stehen dabei im Fokus. Ziel ist es, die bislang ausgelagerten Fachbereiche wieder an einem Ort zusammenzuführen.

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Douaumont-Kaserne wird „Campus DOK“: Klimaneutralität und Denkmalschutz im Blick

Der neue Campus soll nicht nur funktional, sondern auch klimaneutral konzipiert werden. Neben energetischer Sanierung und moderner technischer Ausstattung spielen laut Projektverantwortlichen nachhaltige Baustandards eine zentrale Rolle. Zugleich stellt der teilweise denkmalgeschützte Bestand besondere Anforderungen an Planung und Bauablauf.

Hinzu kommt, dass der Universitätsbetrieb während der rund zehnjährigen Bauzeit weiterlaufen muss. Die logistische und organisatorische Komplexität des Projekts ist entsprechend hoch. Um dem zu begegnen, setzt die öffentliche Hand auf ein vergleichsweise neues Modell der Zusammenarbeit.

„Best for Project“: Allianzmodell statt klassischer Projektsteuerung

Gewählt wurde die sogenannte Integrierte Projektabwicklung (IPA). Dabei bilden Bauherrin, Planer und ausführende Unternehmen von Beginn an eine vertraglich gebundene Allianz. Chancen und Risiken werden gemeinsam getragen, Entscheidungen partnerschaftlich getroffen. Das Prinzip folgt dem Leitgedanken „Best for Project“ und soll Kosten- sowie Terminrisiken besser kontrollierbar machen.

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Beteiligt sind unter anderem Architekturbüros wie Heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB und MO Architekten – Moritz + Krause PartGmbB, Fachplaner für technische Ausrüstung sowie große Bauunternehmen wie HOCHTIEF Infrastructure GmbH und Lindner SE. Die Bundesbauabteilung Hamburg übernimmt als Bauherrenvertretung die Koordination des Gesamtprojekts.

Bundeswehr investiert in zukünftige akademische Ausbildung ihres Offiziernachwuchses

Das Vorhaben hat nicht nur bauliche, sondern auch politische Dimensionen. Vor dem Hintergrund aktueller sicherheits- und verteidigungspolitischer Debatten gilt die Modernisierung der Universität als Investition in die Ausbildung des Offiziernachwuchses. Gleichzeitig will das Projekt den Wissenschaftsstandort Hamburg stärken.

Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein verweist auf die Signalwirkung des Projekts, sowohl mit Blick auf innovative Vergabemodelle als auch auf die Weiterentwicklung öffentlicher Infrastruktur. Für Hamburg entsteht in Jenfeld ein neuer, gebündelter Hochschulcampus, der militärische Ausbildung und wissenschaftliche Forschung künftig unter zeitgemäßen Bedingungen vereinen möchte.

Luftbild HSU

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Quellen: Buro Happold GmbH

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