In der Neuendorfer Straße in Spandau entsteht ein neuer Wohn- und Pflegecampus mit 240 Plätzen. Der „Neuendorfer Hof“ bündelt betreutes Wohnen, stationäre Pflege und Beschäftigungsangebote an einem Standort. Die Fertigstellung ist für April 2026 geplant.

In der Neuendorfer Straße in Berlin-Spandau entsteht der „Vitanas Neuendorfer Hof“. Der Neubau soll künftig 240 Plätze für betreutes Wohnen, stationäre Pflege sowie einen Beschäftigungs- und Förderbereich vereinen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: Ten Brinke
Auf einem rund 5.086 Quadratmeter großen Grundstück in der Neuendorfer Straße entwickelt Ten Brinke derzeit den „Vitanas Neuendorfer Hof“. Dort sollen künftig Wohnen, Pflege und Beschäftigung räumlich zusammenrücken. Insgesamt umfasst das Vorhaben rund 13.000 Quadratmeter Fläche, die Mietfläche liegt bei etwa 12.000 Quadratmetern. Damit entsteht ein Standort, der unterschiedliche Angebote unter einem Dach vereint und zugleich kurze Wege schafft.
Ten Brinke betont, man wolle nicht nur ein Gebäude errichten, sondern einen Ort schaffen, der soziale Teilhabe ermögliche und langfristige Perspektiven eröffne. Gleichzeitig reagiert das Projekt auf einen wachsenden Bedarf an integrativen Einrichtungen in Berlin. Der Neubau ersetzt eine bestehende Einrichtung im Spandauer Ortsteil Kladow und soll künftig moderne räumliche Bedingungen für Betreuung und selbstbestimmtes Leben bieten.
Baufortschritt in der Neuendorfer Straße: Fassaden nahezu fertig, Innenausbau im Fokus
Anfang 2024 begannen die Bauarbeiten, und inzwischen prägt der Neubau deutlich das Straßenbild. Die Fassaden sind bis auf wenige Details fertiggestellt, während im Inneren der Ausbau voranschreitet. Nach aktuellem Stand bleibt der Zeitplan stabil, sodass die Gesamtfertigstellung im April 2026 erreichbar erscheint.
Vitanas plant, das Pflegezentrum bereits im Frühjahr zu beziehen. Eigentümer wird künftig der Investmentmanager PATRIZIA, der das Objekt ab 2025 in seinen „Social Care Fund III“ integrieren will. Der Mietvertrag mit der Vitanas GmbH läuft über 30 Jahre, wodurch der Standort langfristig gesichert ist und Planungssicherheit entsteht.
Nutzungskonzept und Kapazitäten der neuen Pflegeeinrichtung in Spandau: 240 Plätze für unterschiedliche Bedarfe
Der Campus bietet insgesamt 240 Plätze. Bis zu 120 Erwachsene mit Unterstützungsbedarf sollen in betreuten Wohngruppen leben. Weitere 120 Personen finden in der stationären Pflegeeinrichtung Platz, insbesondere Seniorinnen und Senioren mit intellektuellen Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen. Damit deckt das Konzept sowohl Wohn- als auch Pflegebedarfe ab und verbindet beide Bereiche eng miteinander.
Ergänzend richtet Vitanas einen Beschäftigungs- und Förderbereich für 60 Personen ein, die nicht in einer klassischen Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten können. Eine integrierte Großküche übernimmt die Versorgung der gesamten Einrichtung. Darüber hinaus organisiert Vitanas Pflege, Speisenversorgung, Reinigung und Verwaltung am Standort. Zusätzlich entstehen Arbeitsplätze im Pflege- und Betreuungssektor, was auch für den Bezirk Spandau Bedeutung hat.
Demografischer Hintergrund in Berlin: Alternde Stadt erhöht Druck auf barrierefreien Wohnraum
Berlin gilt mit einem Durchschnittsalter von 42,8 Jahren weiterhin als vergleichsweise junge Metropole. Dennoch steigt der Anteil der über 65-Jährigen seit Jahren an. Seit 2000 wuchs ihr Anteil von 15 auf 19 Prozent, und Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Trend mindestens bis 2040 fortsetzt. Gleichzeitig leben viele ältere Menschen in Wohnungen, die nicht barrierefrei sind, während der Wohnungsmarkt insgesamt angespannt bleibt.
Vor diesem Hintergrund beschloss der Berliner Senat die „Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik“, um Zugehörigkeit und Teilhabe der Generation 60plus langfristig zu sichern. Das Projekt in der Neuendorfer Straße setzt genau an dieser Schnittstelle an und schafft zusätzliche, barrierearme Wohn- und Pflegeangebote, die den demografischen Wandel in Berlin konkret berücksichtigen.
Quellen: Ten Brinke, Vitanas, Spandau bewegt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung
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