Hamburg hat die Brücke Entenwerder eröffnet. Das 135 Meter lange Bauwerk verbindet Rothenburgsort direkt mit der HafenCity und dem Bahnhof Elbbrücken.

Aus der Luft wird der geschwungene Verlauf der Brücke Entenwerder sichtbar. Das neue Bauwerk schafft in Hamburg eine direkte Verbindung für den Fuß- und Radverkehr. / © Foto: Stephan Zeller
© Titelbild: Stephan Zeller
Zwischen HafenCity und Rothenburgsort ist eine neue Verbindung über das Wasser entstanden. Seit dem 7. September 2026 können Fußgänger und Radfahrer die Brücke Entenwerder nutzen. Das Bauwerk verkürzt jedoch nicht nur Wege. Es ist Teil eines größeren Umbaus rund um die Elbbrücken und den Elbpark Entenwerder.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Lage: Zwischen HafenCity und Elbpark Entenwerder in Rothenburgsort
- Bauzeit: 17 Monate
- Länge: rund 135 Meter
- Breite: rund 6,50 Meter
- Geplante Nutzungsdauer: rund 100 Jahre
Die neue Brücke überspannt die Mündung des Oberhafenkanals in die Elbe. Damit entsteht erstmals eine direkte Verbindung zwischen Rothenburgsort und der HafenCity für Menschen zu Fuß und auf dem Rad. Besonders relevant ist die Lage unmittelbar östlich des Bahnhofs Elbbrücken. Mit der neuen Querung wächst nun sein Einzugsbereich in Richtung Rothenburgsort.
Für das südliche Rothenburgsort hat die Verbindung noch eine weitere Bedeutung. Nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Mitte erhält dieser Teil des Stadtteils erstmals seit 1943 wieder einen direkten Zugang zur U-Bahn. Statt die stark befahrene Billhorner Brückenstraße zu queren, führt die neue Verbindung aus Richtung HafenCity hinter dem Bahnhof Elbbrücken weiter zum Elbpark.
Brücke Entenwerder in Hamburg: 135 Meter lang und 6,50 Meter breit
Technisch gehört das Bauwerk zu den größeren Fuß- und Radwegbrücken Hamburgs. Die Brücke misst rund 135 Meter, die Stützweite zwischen den tragenden Punkten beträgt 75 Meter. Auf der insgesamt rund 6,50 Meter breiten Verkehrsfläche entfallen vier Meter auf einen Radweg für beide Fahrtrichtungen und 2,50 Meter auf den Fußweg. Rund 370 Tonnen Stahl stecken nach aktuellen Angaben in dem Bauwerk. Die Stadt gibt eine geplante Nutzungsdauer von etwa 100 Jahren an.
Der Weg von der Planung zur Eröffnung dauerte allerdings länger als ursprünglich vorgesehen. In den Unterlagen zum Architekturwettbewerb von 2020 war noch ein früherer Baubeginn vorgesehen. Tatsächlich starteten die Arbeiten erst im Februar 2025. Die Brückensegmente entstanden nicht direkt über dem Wasser, sondern wurden auf der nahe gelegenen Peute montiert. Im September 2025 folgte der Einhub der vorgefertigten Teile. Danach bauten die Projektbeteiligten die Brücke aus und stellten die anschließenden Wege her.
Neue Radverbindung führt vom Elbpark weiter Richtung Bergedorf
Mit der Verkehrsfreigabe endet das Projekt jedoch nicht an den beiden Brückenköpfen. Radfahrer sollen den Elbpark künftig auf einem kurzen Weg im Nordosten durchqueren. Am Alexandrastieg schließt die Strecke an die Radroute 2 zwischen Eidelstedt und Bergedorf an. Der direkte Weg durch den Elbpark bleibt dagegen Fußgängern vorbehalten. Außerdem soll der Weg zwischen der neuen Brücke und der bestehenden Brücke am Alexandrastieg auf vier Meter verbreitert werden. Damit reagiert der Bezirk auf das erwartete zusätzliche Verkehrsaufkommen.
Die Brücke fügt sich zugleich in die weitere Entwicklung Rothenburgsorts ein. Am Alexandrastieg ist ein neues Stadtteilzentrum geplant, das Billebogen-Quartiers entwickelt sich zu einem Standort für Produktion, Labore und Büros. Auch beim Wohnungsbau verändert sich das Umfeld: Am Billhorner Mühlenweg entstehen 59 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Die neue Brücke verbessert damit die Anbindung eines Stadtteils, in dem parallel mehrere größere Stadtentwicklungsprojekte laufen.
Brücke Entenwerder in Hamburg
Quellen: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende Hamburg, Billebogen Entwicklungsgesellschaft, Bezirksamt Hamburg-Mitte
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