Für das neue Wohnquartier Elisabeth-Aue im Norden Pankows wird die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr konkreter. Die BVG plant eine 3,4 Kilometer lange Straßenbahnstrecke mit fünf neuen Haltestellen und hat nun die Detailplanung ausgeschrieben.

Die Planungen für die Elisabeth-Aue gehen in die nächste Phase. Der prämierte Entwurf setzt auf vier Anger-Kieze und einen zentralen Park als Rückgrat des Quartiers. / © Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: Depositphotos.com
Die Planungen für das neue Stadtquartier Elisabeth-Aue im Norden Pankows schreiten weiter voran; und mit ihnen auch die Verkehrsanbindung. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben nun den nächsten Schritt für den Bau einer neuen Straßenbahnstrecke eingeleitet und suchen per Ausschreibung ein Generalplanungsbüro für die Detailplanung. Ziel ist es, das künftige Wohnquartier mit rund 5.000 Wohnungen frühzeitig an das Berliner Straßenbahnnetz anzubinden.
- Verkehrsprojekt: Neubau von 3,4 Kilometern Straßenbahnstrecke mit fünf barrierefreien Haltestellen zur Erschließung des neuen Wohnquartiers Elisabeth-Aue; Verlängerung der Linien M1 und 50.
- Gebiet: Elisabeth-Aue im Ortsteil Französisch Buchholz (Bezirk Pankow), zwischen Guyotstraße, Dietzgenstraße und Rosenthaler Weg.
- Kosten: Noch nicht bekannt. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Detailplanung durch ein Generalplanungsbüro.
- Zeitplan: Einreichung der Planfeststellungsunterlagen bis 2029, Genehmigung voraussichtlich 2031, Inbetriebnahme der Straßenbahn Ende 2032; Fertigstellung des Quartiers bis 2040.
Das Projekt gehört zu den zentralen Infrastrukturmaßnahmen für die Entwicklung der Elisabeth-Aue. Bereits im Frühjahr hatte der Berliner Senat den sogenannten Tram-Ringschluss beschlossen. Nun wird die Planung konkret: Insgesamt sollen rund 3,4 Kilometer neue Straßenbahnstrecke mit fünf barrierefreien Haltestellen entstehen, wie Der Tagesspiegel berichtet.
Neue Tramstrecke soll Elisabeth-Aue mit Pankow und der Berliner Innenstadt verbinden
Das künftige Wohnquartier soll aus zwei Richtungen erschlossen werden. Einerseits ist eine Verlängerung der bestehenden Linie 50 vorgesehen, deren heutige Endhaltestelle Guyotstraße unmittelbar an das Entwicklungsgebiet grenzt. Andererseits soll die Linie M1 künftig nicht mehr an der Schillerstraße enden, sondern über die Dietzgenstraße weiter nach Norden geführt werden.
Beide Strecken treffen sich künftig im Bereich des Rosenthaler Wegs und verlaufen anschließend gemeinsam durch das neue Quartier. Die M1 gilt dabei als besonders attraktive Verbindung, da sie eine direkte Anbindung an das Zentrum von Pankow sowie weiter bis zum Hackeschen Markt bietet.
Geplant sind entlang der neuen Strecke die Haltestellen Nordend, Dammsmühler Straße, Wiesenkräuterweg, Elisabeth-Aue Süd und Elisabeth-Aue Nord. Am nördlichen Ende der Strecke soll eine Wendeschleife entstehen.
Linie 50 soll zunächst verlängert werden – Herausforderungen bei der M1
Nach den aktuellen Planungen soll zunächst die Verlängerung der Linie 50 umgesetzt werden. Dies wird in den Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich als prioritärer Bauabschnitt bezeichnet.
Komplexer gestaltet sich dagegen die Verlängerung der M1. Insbesondere entlang der Dietzgenstraße stößt die Planung auf räumliche Grenzen. Teilweise steht dort lediglich ein rund 21 Meter breiter Straßenquerschnitt zur Verfügung. Zusätzlich begrenzt eine denkmalgeschützte Friedhofsmauer die möglichen Trassenvarianten.
Im Zuge der Neuordnung sollen außerdem die bisherigen Endhaltestellen Waldemarstraße und Schillerstraße entfallen. Die Haltestelle Nordend wird in die Dietzgenstraße verlegt. Der bisherige Streckenabschnitt nach Niederschönhausen bleibt jedoch für betriebliche Zwecke erhalten.
Fertigstellung wohl erst Ende 2032, neues Quartier wächst bis 2040
Mit einer schnellen Umsetzung ist allerdings nicht zu rechnen. Während ursprünglich eine Inbetriebnahme der neuen Straßenbahn bereits bis 2030 vorgesehen war, gehen die aktuellen Planungen inzwischen von einem deutlich späteren Zeitplan aus.
Die BVG rechnet derzeit damit, dass der Planfeststellungsbeschluss frühestens im März 2031 vorliegen wird. Werden die Genehmigungsverfahren anschließend ohne größere Verzögerungen abgeschlossen, könnten die ersten Straßenbahnen Ende 2032 durch die Elisabeth-Aue fahren. Die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren sollen bis März 2029 eingereicht werden.
Parallel dazu entsteht auf der heute überwiegend unbebauten Fläche bis etwa 2040 ein neues Stadtquartier mit rund 5.000 Wohnungen. Ursprünglich waren bis zu 9.000 Wohnungen vorgesehen, nach intensiven Diskussionen und Protesten aus der Nachbarschaft wurde das Vorhaben jedoch deutlich reduziert. Grundlage der weiteren städtebaulichen Entwicklung ist der Siegerentwurf von Hosoya Schaefer Architects, der bereits die geplanten Straßenbahntrassen berücksichtigt.
Denkmalgeschütztes Straßenbahndepot soll überraschend erhalten bleiben
Eine weitere Neuerung betrifft den historischen Betriebshof in der Schillerstraße. Das seit Jahren wegen Einsturzgefahr stillgelegte und denkmalgeschützte Straßenbahndepot soll nach den aktuellen Planungen nicht aufgegeben, sondern parallel zum Streckenausbau saniert und wieder in Betrieb genommen werden.
Künftig soll der Betriebshof sowohl von Norden als auch von Süden an das Straßenbahnnetz angebunden werden. Allerdings zeichnet sich bereits die nächste planerische Herausforderung ab: Die historischen Hallentore sind lediglich rund 2,20 Meter breit, moderne Straßenbahnen der Typen Flexity und Urbanliner messen dagegen etwa 2,40 Meter. Wie sich Denkmalschutz und ein zeitgemäßer Betrieb miteinander vereinbaren lassen, dürfte die weiteren Planungen daher maßgeblich begleiten.

So könnte das neue Quartier „Elisabeth-Aue“ in Berlin-Pankow aussehen. Auf dem rund 73 Hektar großen Areal sind etwa 5.000 Wohnungen, ein großer Landschaftspark sowie Schulen, Kitas und weitere Einrichtungen geplant./ © Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Quellen: Der Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, BVG, Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue GmbH
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