In Reinickendorf wächst ein ungewöhnliches Angebot für wohnungslose Menschen. Auf dem Gelände einer bestehenden Unterkunft sind die ersten mobilen Tiny Houses eingetroffen. Das Konzept unterscheidet sich dabei in mehreren Punkten von einem ähnlichen Projekt im Bezirk.

Mobile Tiny Houses für wohnungslose Menschen
An der Finsterwalder Straße 64 stehen mobile Tiny-House-Anhänger für wohnungslose Menschen. Home & Care übernimmt die sozialpädagogische Begleitung.

© Titelbild: Bezirksamt Reinickendorf

 

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In Berlin-Reinickendorf setzt der Bezirk erneut auf kleine Wohneinheiten für Menschen ohne eigene Wohnung. Diesmal handelt es sich jedoch nicht um fest aufgestellte Holzhäuser, sondern um mobile Tiny-House-Anhänger. Die ersten Exemplare stehen inzwischen an ihrem künftigen Einsatzort.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Finsterwalder Straße 64, 13435 Berlin
  • Projektstart am Standort: September 2026
  • Nutzungsdauer: voraussichtlich sieben Jahre

Auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft an der Finsterwalder Straße 64 sind nach Angaben des Bezirksamts die ersten zwei von insgesamt vier Tiny-House-Anhängern angekommen. Die Anlage liegt am Rand des Märkischen Viertels. Die dortige Gemeinschaftsunterkunft betreibt Home & Care bereits als Standort für wohnungslose Menschen. Das Unternehmen unterhält nach eigenen Angaben weitere Einrichtungen in Lankwitz und Mariendorf.

Die kleinen Einheiten sollen vor allem einen eigenen Rückzugsraum schaffen. Ihre Ausstattung bleibt bewusst überschaubar: Jedes Tiny House erhält eine Schlafgelegenheit mit Matratze, einen Tisch, einen Stuhl und einen Kleiderschrank.

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Tiny Houses in Reinickendorf: Betreuung gehört zum Konzept

Entscheidend für das Projekt ist jedoch nicht allein die Unterkunft. Home & Care soll die Bewohnerinnen und Bewohner intensiv sozialpädagogisch begleiten. Dazu gehören Unterstützung im Alltag und bei der Wohnungssuche sowie Hilfe bei Behördengängen. Auch soziale Fähigkeiten sollen gezielt gefördert werden.

Nach Angaben des Bezirksamts soll diese Begleitung Menschen dabei unterstützen, wieder reguläre Wohn- und Hilfsangebote annehmen zu können. Die Tiny Houses bilden damit eine Zwischenstufe und keinen Ersatz für eine dauerhafte Wohnung.

Die voraussichtliche Nutzungsdauer der mobilen Häuser liegt bei sieben Jahren. Erst danach will das Bezirksamt prüfen, ob und wie sie weiterverwendet werden.

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Ein kleines Tiny House aus Holz steht zwischen Bäumen in Berlin-Reinickendorf und wird während des Aufbaus von einem Handwerker eingerichtet.

In Reinickendorf entstanden bereits 2025 kleine Holzhäuser als geschützte Unterkunft für wohnungslose Menschen. Das damalige Tiny-House-Projekt unterscheidet sich von den neuen mobilen Anhängern an der Finsterwalder Straße. / © Foto: Berliner Help Stiftung

Bereits 2025 startete ein anderes Tiny-House-Projekt in Reinickendorf

Ganz neu ist die Idee kleiner Unterkünfte im Bezirk allerdings nicht. Bereits 2025 startete in Reinickendorf ein Tiny-House-Projekt für obdachlose Menschen. Damals arbeitete das Bezirksamt mit der Berliner Help Stiftung zusammen. Das erste Haus entstand an der Gotthardstraße, später kamen drei weitere Tiny Houses in der Bürgerstraße hinzu.

Bei den neuen Einheiten an der Finsterwalder Straße handelt es sich dagegen ausdrücklich um mobile Tiny-House-Anhänger. Schon Ende 2025 hatte die Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt aufgefordert, mit Home & Care über solche mobilen Unterkünfte am Standort zu sprechen. Damals ging es zunächst um zwei zusätzliche Schlafplätze.

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Finsterwalder Straße: Vier mobile Tiny Houses sind vorgesehen

Inzwischen ist das Vorhaben größer angelegt. Insgesamt sollen vier Anhänger zur Verfügung stehen. Wann die beiden noch fehlenden Einheiten an der Finsterwalder Straße eintreffen und wann die ersten Bewohner einziehen, ist derzeit aber noch offen.

Das Reinickendorfer Modell stößt zugleich außerhalb Berlins auf Interesse. Eine Delegation des Vereins „Dach über dem Kopf e.V.“ aus Lünen besuchte den Standort, um sich über die praktische Umsetzung zu informieren. Nach Angaben von Home & Care wird der Ansatz außerdem in einem Netzwerk des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit Dortmund und Münster vorgestellt.

Damit existieren in Reinickendorf inzwischen zwei unterschiedliche Ansätze mit kleinen Unterkünften: die 2025 gestarteten Tiny Houses der Berliner Help Stiftung und die neuen mobilen Anhänger von Home & Care. Gemeinsam ist beiden Konzepten, dass die kleinen Häuser nur einen geschützten Zwischenraum schaffen sollen. Der weitere Weg in regulären Wohnraum hängt deshalb wesentlich von der begleitenden Sozialarbeit und verfügbaren Wohnungen ab.

 

Quellen: Bezirksamt Reinickendorf, Home & Care Berlin

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