In Adlershof entstehen neue Projekte für Forschung, Künstliche Intelligenz und Co. Die Vorhaben stärken den Technologiepark als wichtigen Innovationsstandort in Berlin.

Wissenschafts- und Technologiestandort Adlershof

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Adlershof gehört zu den bedeutendsten Wissenschafts- und Technologiestandorten Deutschlands. Auf dem rund 460 Hektar großen Areal im Bezirk Treptow-Köpenick arbeiten Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen eng zusammen. Jetzt kommen mehrere neue Projekte hinzu, die den Standort weiter stärken sollen.

Von modernen Laborgebäuden über ein geplantes Innovationszentrum für Luft- und Raumfahrt bis hin zu neuer Infrastruktur für Künstliche Intelligenz reicht die Bandbreite der Vorhaben. Sie zeigen, wie sich Adlershof als Standort für Forschung, Innovation und technologische Entwicklung weiterentwickelt.

Neues BAM-Laborgebäude: Adlershof baut Forschungskapazitäten aus

Blick auf den BAM-Neubau in Adlershof mit Bauzaun, Betonrohbau und mehreren Kränen.

Am Groß-Berliner Damm 149 wächst der Neubau für das BAM-Forschungsgebäude sichtbar weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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  • Adresse: Groß-Berliner Damm 149
  • Was entsteht? Neues Labor- und Forschungsgebäude der BAM
  • Schwerpunkte: Materialforschung, Sicherheitsforschung, Prüfverfahren
  • Status: Im Bau
  • Fertigstellung: 2028

Am Groß-Berliner Damm wächst derzeit das neue Laborgebäude der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten hat der Hochbau inzwischen sichtbar Fahrt aufgenommen. Auf der Baustelle prägen Krane, Betonfertigteile und erste Gebäudestrukturen das Bild.

Der Neubau soll moderne Laborflächen für elf Fachbereiche der BAM schaffen. Geplant sind zudem Werkhallen mit Krananlagen sowie Büroflächen für Verwaltung und Forschung. Die Einrichtung ersetzt ältere Gebäude und soll bessere Voraussetzungen für wissenschaftliche Untersuchungen, Prüfverfahren und sicherheitsrelevante Forschung bieten. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll ein Jahr später folgen.

Helmholtz-Zentrum Berlin erweitert Forschungsflächen in Adlershof

Das Bild zeigt den großen eingerüsteten HZB-Neubau in Adlershof mit Baucontainern und Grünfläche im Vordergrund.

Der Neubau des Helmholtz Zentrum Berlin ergänzt den Wissenschaftsstandort Adlershof nahe BESSY II. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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  • Adresse: Albert-Einstein-Straße 15
  • Was entsteht? Verfügungsgebäude und Versorgungstechnikgebäude
  • Schwerpunkte: Energie-, Material- und Photovoltaikforschung
  • Status: Im Bau

Auch das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) investiert in neue Forschungsflächen. Auf dem Wilhelm-Conrad-Röntgen-Campus entstehen nahe dem Ernst-Ruska-Ufer ein neues Verfügungsgebäude sowie ein separates Versorgungstechnikgebäude. Beide Bauten ergänzen den bestehenden Forschungsstandort und schaffen Platz für zukünftige Projekte.

Das Verfügungsgebäude soll rund 270 Mitarbeitenden Platz bieten. Vorgesehen sind flexible Labor- und Büroflächen, die insbesondere von Forschungsgruppen in Drittmittel- und Kooperationsprojekten genutzt werden können. Ergänzt wird das Ensemble durch ein Technikgebäude, das die Versorgung mit Strom, Kälte und IT-Infrastruktur sicherstellen soll. Das HZB stärkt damit seine Kapazitäten in Bereichen wie Solarenergie, Materialwissenschaften und Batterieforschung.

Neues Innovationszentrum für Luft- und Raumfahrt in Adlershof geplant

Zu sehen ist das Das autonome Unterwasserfahrzeug „BlueWhale“.

Das autonome Unterwasserfahrzeug „BlueWhale“ von Israel Aerospace Industries gilt als Beispiel für moderne Dual-Use-Technologien im Bereich Sicherheit und Aufklärung. / © Foto: Wikimedia Commons, Swadim, CC0

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  • Adresse: nicht bekannt
  • Was entsteht? Innovations- und Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrttechnologien
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Raumfahrt, Sicherheitstechnologien, Cybersecurity
  • Status: angekündigt

Berlin plant gemeinsam mit dem israelischen Luft- und Raumfahrtkonzern Israel Aerospace Industries (IAI) die Gründung eines Innovations- und Forschungszentrums für Luft- und Raumfahrttechnologien. Das Vorhaben wurde 2026 angekündigt. Als möglicher Standort gilt der Technologiepark Adlershof.

Das geplante Zentrum soll Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen zusammenbringen. Im Fokus stehen Luft- und Raumfahrttechnologien, Sicherheitslösungen, Cybersecurity sowie sogenannte Dual-Use-Technologien. Ziel ist es, gemeinsame Forschungsprojekte anzustoßen und technologische Entwicklungen schneller in die Praxis zu überführen. Darüber hinaus sollen neue Arbeitsplätze entstehen und die internationale Sichtbarkeit des Innovationsstandorts Adlershof weiter wachsen.

KI- und Hochleistungsrechenzentrum stärkt den Innovationsstandort Adlershof

Ein Luftbild zeigt das Helmholz-Zentrum Berlin in Adlershof

Das neue Rechenzentrum für Berlin treiben das Helmholtz-Zentrum Berlin in Adlershof (Foto) und das das Zuse Institute Berlin in Dahlem voran. / © Foto: Wikimedia Commons, euroluftbild.de, CC BY 3.0

  • Adresse: nicht bekannt
  • Was entsteht? Rechenzentrum für KI und Hochleistungsrechnen
  • Schwerpunkte: Künstliche Intelligenz, Simulationen, Datenanalyse
  • Status: Aufbau gestartet
  • Geplante Ausbauphasen: 2026/27 und 2029/30

Mit einem neuen Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen baut Berlin seine digitale Forschungsinfrastruktur aus. Das Projekt wird gemeinsam vom Zuse-Institut Berlin und dem Helmholtz-Zentrum Berlin vorangetrieben. Langfristig soll die Einrichtung am Wissenschaftsstandort Adlershof angesiedelt werden.

Die Infrastruktur soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern leistungsfähige Rechenkapazitäten für datenintensive Forschung zur Verfügung stellen. Geplant sind Anwendungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Simulation, Datenanalyse und Materialforschung. Gleichzeitig soll das Rechenzentrum verschiedenen Forschungseinrichtungen offenstehen und damit eine wichtige Grundlage für neue datengetriebene Innovationen in Berlin schaffen.

Deutschlands größter Wärmespeicher entsteht in Adlershof

Die Thermografieaufnahme zeigt oberirdische Speicheranlagen des Projekts GeoSpeicher Berlin in Adlershof. Das Innovationsprojekt nutzt geothermische Wärmespeicherung, um erneuerbare Energie saisonal zu speichern und für die Wärmewende in Berlin verfügbar zu machen.

Der geplante GeoSpeicher in Adlershof soll überschüssige Wärme saisonal speichern und damit einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeversorgung Berlins leisten. / © Bild: Lioba Virchow, GFZ

  • Lage: Nähe Heizkraftwerk Adlershof / BTB-Standort
  • Was entsteht? Deutschlands größter unterirdischer Wärmespeicher
  • Schwerpunkte: Geothermie, Wärmespeicherung, klimafreundliche Fernwärme
  • Investitionsvolumen: rund 21 Millionen Euro
  • Status: Testphase erfolgreich abgeschlossen, Hauptbohrungen geplant
  • Geplanter Netzanschluss: Ende 2027

Mit dem Projekt „GeoSpeicher Berlin“ entsteht in Adlershof Deutschlands größter unterirdischer Wärmespeicher. Die Berliner Energie und Wärme (BEW), die BTB Blockheizkraftwerks-, Träger- und Betreibergesellschaft, das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und weitere Partner wollen überschüssige Wärme aus den Sommermonaten künftig tief im Untergrund speichern und in der Heizperiode wieder nutzbar machen. Dafür planen die Beteiligten einen saisonalen Aquifer-Wärmespeicher in rund 400 Metern Tiefe. Nach erfolgreichen Erkundungsbohrungen und umfangreichen Untersuchungen sehen die Projektpartner die geologischen Voraussetzungen am Standort Adlershof als geeignet an.

Der Wärmespeicher soll künftig bis zu 30.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr aufnehmen und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Berliner Wärmeversorgung leisten. Nach Angaben der Projektpartner könnten dadurch jährlich rund 10.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die Wärmewende in Berlin und soll zeigen, wie sich erneuerbare Energie effizient speichern und bedarfsgerecht nutzen lässt. Die Hauptbohrungen sind für die kommenden Jahre vorgesehen, der Anschluss an das Wärmenetz soll nach aktuellem Stand Ende 2027 erfolgen.

Adlershof entwickelt sich weiter zum Innovationsstandort

Die fünf Projekte zeigen, wie breit sich der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof inzwischen aufstellt. Neben klassischen Labor- und Forschungsgebäuden gewinnen digitale Infrastruktur, internationale Kooperationen und Zukunftstechnologien zunehmend an Bedeutung.

Die neuen Projekte erweitern die Forschungs- und Innovationskapazitäten des Standorts deutlich. Der Standort baut damit seine Rolle als eines der wichtigsten Forschungszentren Berlins weiter aus.

 

Quellen: Blockheizkraftwerks-Träger- und Betreibergesellschaft, Der Tagesspiegel, Helmholtz-Zentrum Berlin, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM),

 

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One Comment

  1. Hans-Joachim jäkel 22. Juni 2026 at 11:27 - Reply

    Die Großstadt Berlin braucht so einen Wissenschaftsstandort und gerade im ehemaligen Ostteil der Stadt. Danke für diese weitsichtige Politik. Bitte denkt aber auch an die Menschen, die dort den ganzen Tag arbeiten und forschen. Es werden immer mehr, aber Ihre Bedürfnisse werden nicht ausreichend berücksichtigt. Ich denke an Versorgungseinrichtungen, wie Ärztehäuser, Einkaufsmöglichkeiten, Sport-und Freizeiteinrichtungen, kleine grüne Erholungsorte, die die Betonumwelt etwas verschönern und zur Pausenerholung beitragen. Menschen, die intensiv forschen brauchen diese Erholungsphasen. Schafft bitte eine Infrastruktur, die zu diesem Wissenschaftstandort und für die Forschenden passt.

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