In Berlin-Rahnsdorf entsteht derzeit eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. An der Grünauer Straße werden bis Ende 2025 rund 340 Menschen in modularen Wohncontainern einziehen. Das Projekt wird vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten koordiniert und begleitet von Gesprächen mit der Nachbarschaft.
Kleingartenanlage mit Schubkarre und vielen Pflanzen.

Die neue Unterkunft für geflüchtete Menschen an der Grünauer Straße, liegt in direkter Nachbarschaft zu der Kleingartenkolonie „Grünauer Straße 1920“. / © Foto: depositphotos.com

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In Berlin-Rahnsdorf entsteht an der Grünauer Straße 150–154 eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Die Anlage wird vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) errichtet und soll im November 2025 in Betrieb gehen. Aktuell sind die Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. Die Unterkunft wird modular in Form von Containern gebaut. Sie besteht aus drei Wohngebäuden mit je drei Etagen sowie einem Eingangsgebäude, das Büroflächen und eine Pförtnerloge umfasst.

Die Gebäude bieten Platz für bis zu 342 Menschen. Insgesamt 171 Zimmer werden gemäß den Qualitätsstandards des LAF ausgestattet. Jeweils zwei Personen teilen sich ein möbliertes Zimmer. Gemeinschaftsküchen und Sanitärbereiche befinden sich auf jeder Etage, zudem gibt es Räume für Beratung, Betreuung und Hausaufgabenhilfe. Die Zimmer im Erdgeschoss sind barrierefrei.

Betreuung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität: So ist die Unterkunft an der Grünauer Straße organisiert

Der Betreiber der Unterkunft wird über ein europaweites Verfahren ausgewählt. Dieser stellt qualifiziertes Personal für Sozialarbeit, Kinderbetreuung, Verwaltung und Hauswirtschaft. Vor Ort werden zudem ein Sicherheitsdienst sowie ein Hausmeister dauerhaft präsent sein. Der Zugang zur Unterkunft ist kontrolliert: Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste müssen sich bei der Pförtnerloge anmelden.

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Für die Freizeitgestaltung entsteht ein Spielplatz mit Sandbereich und Spielgeräten. Auch Sitzgelegenheiten sind geplant. Der Zugang erfolgt von der Grünauer Straße, das Gelände ist eingefriedet. Müll- und Fahrradstellplätze befinden sich an den Außenseiten der Anlage. Die Gebäude werden auf Streifenfundamenten errichtet, die später wieder entfernt werden können.

Umstrittener Standort neben Kleingärten: Bezirk setzt auf Dialog mit der Nachbarschaft in Rahnsdorf

Der Standort liegt direkt neben einer Kleingartenkolonie. Dazwischen verläuft nur ein schmaler Weg. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick bezeichnet die Lage als „nicht ideal“, verweist aber auf die begrenzten Alternativen. Zahlreiche Grundstücke seien geprüft worden, jedoch seien nur wenige überhaupt geeignet gewesen. Die Nutzung an der Grünauer Straße sei daher als temporäre Lösung genehmigt worden, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Im März 2025 informierten Bezirksamt, LAF und Staatssekretär Aziz Bozkurt rund 120 Anwohnerinnen und Anwohner bei einer Veranstaltung in der Friedenskirche. Viele äußerten Kritik an der Standortwahl. Laut Bezirksamt sollen Dialogformate weitergeführt werden, sobald der Betreiber feststeht. Ziel sei es, die Nachbarschaft frühzeitig einzubinden und über Ansprechpartner zu verfügen.

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Abgelegene Lage mit solider Infrastruktur: Inbetriebnahme der Unterkunft für November 2025 an der Grünauer Straße geplant

Die Unterkunft ist mit der Tramlinie 68 und zwei Buslinien gut angebunden. In einem Radius von zwei Kilometern befinden sich mehrere Kitas und Schulen. Der nächste Supermarkt ist etwa 300 Meter entfernt. Dennoch liegt das Gelände eher abgelegen, angrenzend befinden sich ein ehemaliges Betonwerk und ein früheres Frauengefängnis der DDR.

Die Inbetriebnahme ist nun für November 2025 vorgesehen. Ursprünglich war ein früherer Einzug geplant, dieser verzögert sich jedoch wegen der Ausstattung der Räume. Die vorgesehene Grundlaufzeit endet am 31. Dezember 2030, kann jedoch bei Bedarf verlängert werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen die Unterkunft sukzessive verlassen, sobald sie eine Wohnung auf dem freien Markt gefunden haben.

Quellen: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, Berliner Morgenpost

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