An der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte entsteht bis 2026 ein neues Wohn- und Gewerbequartier, das heute zahlreiche Gäste zum Richtfest eingeladen hatte. Die landeseigene WBM verantwortet das Wohnungsbauprojekt, dessen Architekturwettbewerb mittlerweile elf Jahre zurück liegt. Insgesamt 102 Mietwohnungen sollen entstehen.

Zum Richtfest des neuen Wohnquartiers in der Köpenicker Straße sind zahlreiche Gäste erschienen. Darunter waren Bausenator Christian Gaebler, Bezirksstadtrat Ephraim Gothe sowie Geschäftsführer der WBM Lars Dormeyer, die die Gäste begrüßt haben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Heute, am 22. September 2025, hat die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbh das Richtfest ihres neuen Wohn- und Gewerbequartiers gefeiert. Das „Quartier Lilienthal“, bestehend aus zwei Gebäudeteilen – einem Hochhaus mit zwölf Stockwerken sowie einem dreigeschossigen Flachbau – nimmt mittlerweile deutlich Form an.
Der Rohbau beider Gebäudekomplexe ist bereits abgeschlossen. An beiden Gebäuden steht noch das Außengerüst, die Bauarbeiten gehen weiter mit Hochdruck voran. Laut dem aktuellen Stand soll das Projekt im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Wohnungen in Berlin-Mitte: In zwölf Monaten soll das neue Quartier in der Köpenicker Straße einzugsbereit sein
Trotz vielfältiger Herausforderungen bei den vorbereitenden Maßnahmen des Projekts konnte die geplante Bauzeit eingehalten werden. So musste zum Beispiel vor Baubeginn eine Hochspannungsleitung sowie eine Fernwärmeleitung umgelegt werden, wie Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM, gegenüber ENTWICKLUNGSSTADT berichtete.
Mit dem Spatenstich im Dezember 2024 und der geplanten Fertigstellung in zwölf Monaten sei das geplante Bauziel erreicht. Eine Bauzeit von zweieinhalb bis drei Jahren sei für ein solches Vorhaben absolut angemessen, erklärte Dormeyer weiter.
Unweit der Heinrich-Heine-Straße: 102 neue Mietwohnungen für Berlin-Mitte
Geplant sind 102 Mietwohnungen, die sich auf die beiden Gebäudekomplexe verteilen. Davon sollen 40 gefördert und 58 barrierefrei sein. Die Miete der geförderten Wohnungen beginnt bei 6,90 pro Quadratmeter. Damit liegt der Mietpreis deutlich unter dem Berliner Durchschnittswert. Laut Immoscout24 liegt der durchschnittliche Mietpreis bei etwa 13,03 Euro pro Quadratmeter.
Um allen Anforderungen gerecht zu werden, umfasst das Quartier verschiedene Wohnformen: Geplant sind Zwei-Zimmer-Wohnungen ab ca. 56 Quadratmeter, familiengerechte Fünf-Zimmer-Wohnungen mit rund 120 Quadratmetern sowie Clusterwohnungen mit etwa 200 Quadratmetern, um der wachsenden Nachfrage nach gemeinschaftlichem Wohnen gerecht zu werden.
Köpenicker Straße: Über 8.000 Quadratmeter Gewerbefläche sollen den Standort lebendiger gestalten
Während in den oberen Etagen des Flachbaus Wohn- und Büroeinheiten entstehen, ist das Erdgeschoss des Flachbaus für Gewerbe vorbehalten. Es sind kleinteilige Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote geplant, die mit ihren Einkaufsmöglichkeiten die Nahversorgung im Kiez stärken sollen.
Auch das Hochhaus soll neben Wohnungen und Büroflächen einzelne Gewerbeeinheiten beherbergen. Mit dem Projekt schaffe man modernen Wohnraum und gleichzeitig attraktive Gewerbeflächen, die den Standort aufwerten und neue Impulse für die Nachbarschaft bringen soll, so Dormeyer.
Historisch bedeutsames Gelände: Vom Flugpionier zum Wohn- und Gewerbequartier
Das geplante Wohn- und Gewerbequartier in Berlin-Mitte befindet sich auf einem geschichtsträchtigen Grundstück. Im 19. Jahrhundert lebte und arbeitete hier Otto Lilienthal. In seiner „Flugzeugfabrik“ in der Köpenicker Straße 110 – 113 hat der Luftfahrtpionier an seinen ikonischen Gleitflugzeugen gearbeitet und Experimente durchgeführt.
In den letzten Jahren wurde das Gelände als Parkplatz genutzt. Mit dem Bau der WBM und dem Projekt „Quartier Lilienthal“ wird diese Fläche künftig völlig neu genutzt werden. Seit dem Architekturwettbewerb sind mittlerweile bereits erstaunliche elf Jahre vergangen.
Dennoch sei man stolz, dass die Baumaßnahmen aktuell zügig voranschreiten. Neben dem Flachbau, auf der Ecke zur Heinrich-Heine-Straße, wird in den nächsten Jahren ein weiteres Hochhaus entstehen, dass Wohnen und Arbeiten kombinieren soll. Wie sich die Planungen hierzu entwickeln, bleibt abzuwarten, mit konkreten Informationen dazu hielt sich die WBM heute noch zurück.

Auf dem historischen Gelände vor der Köpenicker Straße 104–114 errichtet die WBM ein neues Quartier mit zwei Baukörpern. Damit soll bezahlbarer Wohnraum für Berlinerinnen und Berliner geschaffen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ein Blick in das Innere des Flachbaus zeigt, dass die Bauarbeiten an der Köpenicker Straße auf Hochtouren laufen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Nachdem der Richtkranz angebracht war, versammelten sich die Gäste im Flachbau zu Getränken und Speisen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Entwicklung und Facility, Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM (v.l.n.r.)
Quellen: WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte MBH, Immoscout24
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2 Kommentare
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Da gibt es noch so einige aufgeweichte und weit zurückgesetzte Blockränder, denen man noch etwas davor setzen könnte…Der gesamtte Osten ist faktisch voll davon.
Ich habe bis 2007 in der Köpenicker Straße 108 gewohnt. Ich habe auch einen Parkplatz da gehabt. Aber warum mußte man den Anwohnern die Parkplätze nehmen und einen neuen Wohnblock dahin bringen? Ich habe zu der Seite wo jetzt der Neubau steht Schlafzimmer und Gästezimmer gehabt. Die Aussicht aus dem Fenster ist nicht mehr wichtig oder wie? Man kann dann den neuen Mietern in die Fenster sehen?? Warum?