Hamburg hat den Entwurf für den Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke ausgewählt. Das Siegerkonzept setzt auf eine moderne Weiterentwicklung der markanten Schrägseilbrücke, mit zwei Pylonen, reduzierter Materialmenge und einer Konstruktion, die sich in das Hafenpanorama einfügen soll.

Die bestehende Köhlbrandbrücke ist ein Hamburger Wahrzeichen, erreicht jedoch ihre technischen Grenzen. Die neue Brücke soll die markante Form bewahren und fit für die Zukunft des Hafens machen.

Die bestehende Köhlbrandbrücke ist ein Hamburger Wahrzeichen, erreicht jedoch ihre technischen Grenzen. Die neue Brücke soll die markante Form bewahren und fit für die Zukunft des Hafens machen. / © Foto: Wikimedia Commons, Ajepbah, CC-BY-SA-3.0 DE

© Titelbild: GRASSL, sbp, WTM, gmp, PPL / Renderings Gärtner + Christ

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Hamburg richtet derzeit den Blick auf seine Brücken. Während in Altona mit dem geplanten Austausch der Sternbrücke ein spektakulärer Eingriff in die Verkehrsinfrastruktur bevorsteht, nimmt auch eines der wichtigsten Bauwerke im Hafen konkrete Formen an: Für den Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke wurde im Juni der Siegerentwurf ernannt.

Aus einem mehrstufigen Wettbewerb ging eine Arbeitsgemeinschaft aus sbp, Grassl und WTM Engineers sowie gmp und PPL als Sieger hervor. Der Entwurf greift die prägende Gestalt der heutigen Köhlbrandbrücke auf: Auch künftig sollen zwei markante Pylone und Schrägseile das Erscheinungsbild bestimmen. Die neue Brücke soll jedoch nicht einfach eine Kopie des bestehenden Bauwerks werden, sondern die charakteristische Silhouette in zeitgemäßer Form fortführen.

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  • Gesamtlänge des Bauwerks mit Strombrücke und Rampen: 3,8 km
  • Durchfahrtshöhe der neuen Köhlbrandbrücke: 73,5 m
  • Baukosten: voraussichtlich 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro brutto
  • Bauzeit: rund acht Jahre
  • Geplante Verkehrsfreigabe: Ende der 2030er-Jahre
  • Gesamtfertigstellung inkl. Rückbau der alten Brücke: voraussichtlich Mitte der 2040er-Jahre

Neue Konstruktion für eine wachsende Hafeninfrastruktur

Neben der Gestaltung spielt vor allem die technische Weiterentwicklung eine zentrale Rolle. Der Siegerentwurf setzt auf eine effizientere Konstruktion und einen gezielteren Einsatz CO₂-intensiver Materialien wie Stahl. Ziel ist ein Bauwerk, das den Anforderungen des modernen Hafenverkehrs entspricht und zugleich langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann.

Der Neubau ist notwendig, weil die bestehende Köhlbrandbrücke ihre Funktionen zunehmend nicht mehr ausreichend erfüllt. Die 1974 eröffnete Brücke verbindet wichtige Hafenbereiche, schränkt aber aufgrund ihrer heutigen Höhe von rund 53 Metern über Normalhöhennull den Schiffsverkehr ein. Moderne Großcontainerschiffe können die Passage deshalb nur eingeschränkt nutzen.

Die neue Querung soll deutlich höher werden. Vorgesehen ist eine lichte Höhe von rund 73,5 Metern NHN, damit auch größere Containerschiffe künftig die südlichen Hafenbereiche erreichen können.

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Der ausgewählte Entwurf nimmt die ikonische Erscheinung der heutigen Köhlbrandbrücke auf und übersetzt sie in ein neues Bauwerk für die kommenden Jahrzehnte.

Der Entwurf verbindet die vertraute Gestalt der bestehenden Brücke mit einer technisch weiterentwickelten Konstruktion und einem reduzierten Materialeinsatz. / © GRASSL, sbp, WTM, gmp, PPL / Renderings Gärtner + Christ

Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke bis Ende der 2030er-Jahre

Nach der Auswahl des Siegerentwurfs läuft die weitere Planung bereits. Bis 2030 soll der Planfeststellungsbeschluss beantragt werden, mit einer Entscheidung wird Anfang der 2030er-Jahre gerechnet. Anschließend ist eine rund achtjährige Bau- und Umsetzungsphase vorgesehen. Eine Verkehrsfreigabe der neuen Köhlbrandbrücke erscheint damit gegen Ende der 2030er-Jahre realistisch.

Die Kosten für den Brückenneubau werden derzeit auf rund 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro brutto geschätzt. Damit liegt die Variante einer Brücke unter den Kosten eines untersuchten Bohrtunnels. Auch beim späteren Betrieb werden bei einer Brücke geringere Unterhaltungskosten erwartet.

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Visualisierung / Siegerentwurf für Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke in Hamburg, bei Nacht.

Mit ihren markanten Pylonen und der klaren Linienführung soll die neue Köhlbrandbrücke erneut zu einem prägenden Element der Hamburger Hafenkulisse werden. / © GRASSL, sbp, WTM, gmp, PPL / Renderings Gärtner + Christ

Ein neues Bauwerk für den Hafen der Zukunft

Wie die neue Köhlbrandbrücke im Detail aussehen soll, zeigt derzeit eine Ausstellung im Hamburger Rathaus. Neben dem Siegerentwurf werden dort auch weitere Wettbewerbsbeiträge vorgestellt.

Mit dem Neubau stellt Hamburg die Weichen für die langfristige Entwicklung seines Hafens. Die neue Brücke soll nicht nur eine wichtige Straßenverbindung sichern, sondern auch die nautische Erreichbarkeit der südlichen Hafenbereiche für viele Jahrzehnte verbessern. Nach der Fertigstellung und dem späteren Rückbau der alten Brücke könnte das Gesamtprojekt Mitte der 2040er-Jahre abgeschlossen sein.

Quellen: BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG, Drucksache 22/14809, Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, Hamburg Port Authority

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One Comment

  1. Rainer Böhrnsen 23. Juli 2026 at 00:36 - Reply

    Der Bau einer höheren Brücke ist überflüsssig. Lediglich Containerschiffe werden (lt. Gutachten des DNV), und das gilt auch für die Zukunft, so hoch gebaut dass sie eine Durchfahrtshöhe von 73m brauchen.
    Die Erhöhung würde somit nur den Containerverkehr betreffen.
    Hinter der Köhlbrandbrücke befindet sich lediglich der Terminal Altenwerder, der nur Schiffe bis 16.000 TEU abfertigen kann, die gut unter der Brücke hindurch fahren können.
    Die Erschließung des HINTER der Brücke liegenden Köhlbrands für Schiffe mit 24.000 TEU ist nirgendwo geplant, nicht notwendig und auch nicht sinnvoll.
    Die Containerschiffe, die größer sind als 16.000 TEU finden in den VOR der Brücke liegenden Terminals ausreichend Liegeplätze, die noch mit dem geplanten Bau eines 5. Terminals auf der Fläche der Westerweiterung erweitert werden sollen. Damit wäre ein völlig ausreichendes Angebot vorhanden.
    Altenwerder kann sehr gut weiter wie bisher als modernes Terminal für Schiffe bis 16.000 TEU genutzt werden.
    Eine Erhöhung der Brücke wäre dafür nicht erorderlich.

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