Während Schloss Bellevue für mehrere Jahre grundlegend saniert wird, steht auch die Neugestaltung seiner repräsentativen Räume an. Den Wettbewerb für die künftige Innenarchitektur hat das Berliner Büro Henn gewonnen.

Schloss Bellevue wird in den kommenden Jahren umfassend saniert. Für die repräsentativen Innenräume steht nun auch das Konzept für die künftige Gestaltung fest. / © Henn GmbH, Berlin
© Titelbild: Henn GmbH, Berlin
Schloss Bellevue wird in den kommenden Jahren nicht nur technisch und energetisch grundlegend erneuert. Auch im Inneren soll sich der Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten verändern. Für die repräsentativen Räume des Schlosses steht nun fest, wie die künftige Innenraumgestaltung aussehen könnte: Das Berliner Büro Henn hat den entsprechenden Wettbewerb gewonnen.
Die Entscheidung wurde bei der Eröffnung der Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse im Ernst-Reuter-Haus bekanntgegeben. Insgesamt waren elf Büros mit Entwürfen an dem vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ausgelobten Verfahren beteiligt. Den zweiten Preis erhielt das ebenfalls in Berlin ansässige Büro bfs d Stefan Flachsbarth Michael Schultz. Anerkennungen gingen an Nidus Studio aus Düsseldorf und Henning Larsen aus München.

Der Große Saal im Obergeschoss bleibt ein zentraler Veranstaltungsraum des Schlosses. Vorgesehen ist eine Gestaltung, die sowohl Staatsbankette als auch weitere offizielle Veranstaltungen ermöglicht. / © Henn GmbH, Berlin
Schloss Bellevue: Historisches Mobiliar trifft auf neue Ausstattung
Im Mittelpunkt des Siegerentwurfs steht ein Zusammenspiel aus vorhandenen Ausstattungsstücken und neu ausgewählten Möbeln und Gestaltungselementen. Die Jury hob insbesondere die Kombination von historischem und modernem Mobiliar hervor. Auch die zurückhaltende Farbgestaltung soll dem repräsentativen Charakter der Räume gerecht werden.
Ein besonderes Element des Konzepts sind sogenannte Teppichinseln. Sie sollen mit unterschiedlich geformten Rändern verschiedene Bereiche innerhalb der Räume definieren und dabei flexibel auf die jeweiligen Raumsituationen reagieren.
Bei der Auswahl der Ausstattung spielte zudem die Herkunft der Produkte eine Rolle. Vorrangig sollten deutsche Hersteller und Designer berücksichtigt werden, in Ausnahmefällen waren Anbieter aus anderen EU-Ländern vorgesehen. Nachhaltigkeit und eine möglichst inklusive Nutzung der Räume gehörten ebenfalls zu den Kriterien des Wettbewerbs.

Schloss Bellevue in Berlin-Tiergarten wird in den kommenden Jahren umfassend saniert. Für die Dauer der Arbeiten ist das Bundespräsidialamt in einen temporären Neubau am Spreebogen umgezogen. / © Foto: depositphotos.com
Innenräume als Teil der umfassenden Sanierung
Die Neugestaltung findet vor dem Hintergrund der umfassenden Sanierung von Schloss Bellevue statt. Das Gebäude weist inzwischen erheblichen technischen und baulichen Erneuerungsbedarf auf. Unter anderem müssen technische Anlagen, Dach, Fassade und Fenster erneuert werden. Auch die Barrierefreiheit soll verbessert werden.
Für die Sanierung des Schlosses und weiterer Bereiche am Standort sind insgesamt 601 Millionen Euro an Bau- und Planungskosten vorgesehen. Hinzu kommen eine Risikoreserve von 188 Millionen Euro sowie 71 Millionen Euro für mögliche Baupreissteigerungen. Die Arbeiten sollen rund acht Jahre dauern.
Derzeit ist Schloss Bellevue bereits geräumt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und das Bundespräsidialamt arbeiten vorübergehend aus dem neuen Amtssitz an der Elisabeth-Abegg-Straße am Spreebogen. Erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll der Bundespräsident wieder in das Schloss zurückkehren.
Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse ist noch bis zum 2. September 2026 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Ernst-Reuter-Haus in der Straße des 17. Juni 112 zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Ersatzneubau am Spreebogen
Schloss Bellevue
Quellen: Henn, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BundesImmobilien, Bundespräsident, Berliner Landeszentrale für politische Bildung, rbb, Sauerbruch Hutton
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