Beim seit Jahren stockenden Elbtower in der Hamburger HafenCity zeichnet sich neue Bewegung ab. Rossmann-Gründer Dirk Roßmann will sich an einem Investorenkonsortium beteiligen, das den Weiterbau des Hochhauses ermöglichen soll. Parallel sichert sich die Stadt Hamburg mit dem geplanten Naturkundemuseum eine zentrale Rolle im Projekt.

Seit der Insolvenz der Signa-Gruppe kam der Bau des Elbtowers im Jahr 2023 zum Stillstand. Nun versuchen die Stadt Hamburg und einzelne Investoren, das Projekt mit eigenen Beteiligungen wieder in Bewegung zu bringen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Beim Hamburger Elbtower könnte es nach dem Baustopp erstmals wieder vorangehen. Der Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann, Dirk Roßmann, strebt eine Beteiligung an einem Investorenkonsortium an, das den Weiterbau des Hochhauses finanzieren soll. Entsprechende Pläne liegen derzeit dem Bundeskartellamt zur Prüfung vor.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Verfahrens hat die Rossmann HafenCity GmbH gemeinsam mit weiteren Partnern die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angemeldet. Ziel ist es, das seit Herbst 2023 ruhende Projekt an den Elbbrücken wieder aufzunehmen.
Investorenkonsortium für den Elbtower: Bundeskartellamt prüft Zusammenschluss
Zu dem geplanten Zusammenschluss gehören neben Rossmann unter anderem Signal Iduna, Kühne Immobilia, das Bauunternehmen Adolf Lupp sowie ein Unternehmen aus dem Umfeld des Hamburger Immobilienunternehmers Dieter Becken.
Das Bundeskartellamt prüft nun, ob durch das Konsortium wettbewerbsrechtliche Bedenken entstehen könnten. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens kann entschieden werden, ob das Gemeinschaftsunternehmen tatsächlich gegründet wird.
Baustopp seit 2023: Signa-Insolvenz ließ Elbtower zur Bauruine werden
Der Elbtower war eines der ambitioniertesten Hochhausprojekte Deutschlands. Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe kam der Bau jedoch im Herbst 2023 zum Erliegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rohbau eine Höhe von rund 100 Metern erreicht.
Der Generalunternehmer stoppte die Arbeiten, nachdem Zahlungen ausblieben. Seither gilt der Elbtower mit einem Investitionsvolumen von rund 950 Millionen Euro als eine der größten Bauruinen Deutschlands.
Stadt Hamburg plant Einstieg: Naturkundemuseum soll Elbtower beleben
Parallel zu den privaten Investoren verfolgt auch die Stadt Hamburg eigene Pläne. Der Senat will rund zwölf Etagen des Elbtowers erwerben und dort ein neues Naturkundemuseum, das sogenannte Evolutioneum, ansiedeln. Dafür sind etwa 46.000 Quadratmeter vorgesehen, die die Stadt für rund 595 Millionen Euro kaufen möchte.
Mit diesem Schritt sichert sich Hamburg Einfluss auf das Projekt. Gleichzeitig soll der Turm architektonisch angepasst werden: Statt der ursprünglich geplanten 245 Meter soll er künftig rund 199 Meter hoch werden.
Kritik und offene Fragen: Elbtower in der Hamburger Hafencity bleibt politisch umstritten
Das Engagement der Stadt stößt nicht überall auf Zustimmung. Aus der Opposition kommt Kritik an der finanziellen Beteiligung an einem ursprünglich privatwirtschaftlichen Projekt. Kritisiert werden vor allem Kosten, Transparenz und die Abkehr von bisherigen Senatslinien.
Ob der Einstieg von Rossmann und weiteren Investoren den entscheidenden Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit der kartellrechtlichen Prüfung und den städtischen Plänen gewinnt der Elbtower erstmals seit Langem wieder an Dynamik.
Quellen: Hamburger Abendblatt, Welt, NDR, Immobilienmanager
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