Mehrere Hochhäuser verändern derzeit die Skyline von Berlin. Mehrere Projekte werden 2026 fertig. Ein Überblick.
„RED City West“
„John Jahr Haus“
„Estrel Tower“
„M50“
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Berlin befinden sich zahlreiche Hochhäuser im Bau. Besonders am Alexanderplatz, in der City West, an der Mediaspree und entlang der Sonnenallee wachsen neue Türme in die Höhe. Doch bis zur Eröffnung vergehen bei vielen Projekten noch Monate oder Jahre.
Vier Hochhäuser erreichen jedoch bereits 2026 die Fertigstellung. Zwei davon haben die Bauphase inzwischen abgeschlossen. Beim „Estrel Tower“ in Neukölln und beim „M50“ in Kreuzberg laufen dagegen noch letzte Arbeiten. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt, welche Türme die Skyline von Berlin ab diesem Jahr prägen.
„RED City West“: Hochhaus startet im Herbst 2026 in die Nutzungsphase

Die Fassade des Hochhauses „RED City West“ in Mitte zeigt sich in unterschiedlichen Rottönen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Landgrafenstraße 3–4, 10787 Berlin
- Projektstatus: Fertiggestellt und übergeben
- Geschosse: 14
- Fertigstellung: April 2026
- Nutzung: Büros, Aufenthaltsflächen und Tiefgarage
Das Büro-Hochhaus „RED City West“ ist Ende April 2026 fertiggestellt und an den Projektentwickler Edge übergeben worden. Der Neubau an der Landgrafenstraße umfasst 14 Geschosse und rund 13.300 Quadratmeter vermietbare Fläche. Der Entwurf stammt von kadawittfeldarchitektur. Edge nennt für das Gesamtgebäude eine Bruttogrundfläche von rund 15.500 Quadratmetern.
Die rote Fassade gliedert sich in drei ineinandergeschobene Baukörper mit sieben, zwölf und 14 Geschossen. Loggien, Terrassen und begrünte Dachflächen ergänzen die Büroflächen. Das Gebäude erhielt eine DGNB-Gold-Zertifizierung. Der Verband Beratender Ingenieure will im September 2026 einziehen, TROX folgt nach bisherigen Angaben im Oktober.
„John Jahr Haus“: Neues Hochhaus-Ensemble an der Kurfürstenstraße

Das „John Jahr Haus“ in der City West ist fertiggestellt und prägt die Kurfürstenstraße 72–74 mit einem rund 70 Meter hohen Büroturm.
/ © Foto: HAMBURG TEAM
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Kurfürstenstraße 72–74, 10787 Berlin
- Projektstatus: Fertiggestellt
- Geschosse: 17
- Fertigstellung: Frühjahr 2026
- Nutzung: Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie
Das „John Jahr Haus“ ist seit Mai 2026 fertig. Das Ensemble umfasst einen rund 70 Meter hohen Büroturm sowie zwei niedrigere Bauteile. Insgesamt entstanden etwa 22.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Davon entfallen knapp 16.900 Quadratmeter auf Büros. Hinzu kommen 46 Wohnungen, etwa 800 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie 69 Stellplätze.
Der Neubau nach Plänen von Barkow Leibinger steht auf einem Grundstück, das seit 1967 der Familie Jahr gehört. Er ersetzt das frühere Pressehaus „Constanze“. Die Wohnungen verteilen sich auf elf Etagen und orientieren sich teilweise zum begrünten Innenhof. Der Ankermieter Grant Thornton will ab November 2026 rund 5.000 Quadratmeter Bürofläche nutzen. Bis Oktober inszenieren mehr als 700 programmierbare Leuchten rund 3.000 Quadratmeter der Fassade.
„Estrel Tower“: Berlins höchstes Hochhaus soll Ende 2026 öffnen

Der „Estrel Tower“ in Berlin-Neukölln hat seine Endhöhe erreicht. Im Gebäude und an den Außenanlagen laufen noch Arbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Neukölln
- Adresse: Sonnenallee 228, 12057 Berlin
- Projektstatus: Innenausbau und Arbeiten an den Außenanlagen
- Geschosse: 45
- Fertigstellung: Ende 2026
- Nutzung: Hotel, Serviced Apartments, Büros, Veranstaltungsflächen und Gastronomie
Mit 176 Metern überragt der „Estrel Tower“ inzwischen alle anderen Hochhäuser in Berlin. Der Entwurf von Barkow Leibinger umfasst 45 Geschosse. Vorgesehen sind 522 Hotel-Zimmer und Suiten, rund 3.800 Quadratmeter Veranstaltungsfläche, Büros sowie Gastronomieangebote. Das Hochhaus ergänzt den bestehenden Estrel-Komplex auf der gegenüberliegenden Seite der Sonnenallee.
Die Glasfassade des Turms ist weitgehend geschlossen. Auch der mehrgeschossige Sockelbau zeigt bereits sein endgültiges Erscheinungsbild. Im Inneren laufen der Trockenbau, die Installation der Gebäudetechnik und die Verlegung der Böden. Das Parkhaus ist fertig. Am Haupteingang und an den Freiflächen stehen dagegen noch Arbeiten aus. Das Estrel hält weiterhin an einer Eröffnung Ende 2026 fest.
„M50“: Ehemaliges Postscheckamt wird zum Büro-Hochhaus

Das frühere Postscheckamt am Halleschen Ufer wird als „M50“ zum Bürohochhaus im Quartier „Die Macherei“ umgebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSTADT
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Hallesches Ufer 60, 10963 Berlin
- Projektstatus: Umbau kurz vor dem Abschluss
- Geschosse: 23
- Fertigstellung: Sommer 2026
- Nutzung: Büros, Gastronomie, Sport- und Freizeitflächen
Beim „M50“ handelt es sich nicht um einen Neubau. Das frühere Postscheckamt entstand zwischen 1965 und 1971 und erreicht knapp 90 Meter Höhe. Art-Invest Real Estate lässt den Turm als Mittelpunkt des Quartiers „Die Macherei Berlin-Kreuzberg“ umfassend umbauen. Nach Angaben des Projektentwicklers umfasst das Gebäude rund 30.500 Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Für den Umbau wurde das Hochhaus entkernt und von seiner früheren Glasfassade befreit. Die neuen Fassadenelemente sind inzwischen weitgehend montiert. Auf dem Dach ist eine öffentlich zugängliche Gastronomiefläche mit Blick über Berlin vorgesehen. Auf dem Sockelbau entstehen Sportflächen, eine Laufbahn, Grünbereiche und Aufenthaltsangebote. Die Fertigstellung nennt die Projektgesellschaft weiterhin für Sommer 2026.
Weitere Hochhäuser in Berlin bleiben über 2026 hinaus im Bau
Aber auch nach der Fertigstellung dieser vier Hochhäuser bleibt die Zahl großer Baustellen in Berlin hoch. Am Alexanderplatz haben der 146 Meter hohe „The Berlinian“ und das rund 130 Meter hohe Projekt „030BLN“ ihre Rohbauhöhe weitgehend erreicht. Beide sollen nach derzeitigem Stand 2027 fertig werden.
An der Mediaspree laufen zudem die Arbeiten am Doppelhochhaus „Brooks on East“. Der erste Turm soll 2027 eröffnen. Weitere langfristige Projekte entstehen unter anderem am Südkreuz, auf dem Siemens-Campus und rund um den Alexanderplatz.
Quellen: Edge; kadawittfeldarchitektur; HAMBURG TEAM; Jahr-Gruppe; Barkow Leibinger; Estrel Berlin; Estrel Tower; Art-Invest Real Estate; Die Macherei Berlin-Kreuzberg; Eike Becker Architekten
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2 Kommentare
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Und noch mehr HOCHHÄUSER in Berlin.
Was soll das.
Bürohäuser stehen leer ,drinnen wohnen ist unbezahlbar und Eigentumswohnungen wollen/brauchen wir nicht!
SCHANDE FÜR BERLIN !!!!!!
Weshalb sollten wir keine Eigentumswohnungen brauchen … ganz im Gegenteil, Deutschland hat einer der geringsten Eigentumsquoten bei Wohnraum. In Bürohäusern darf nicht gewohnt werden, sodass die Feststellung, dies sei unbezahlbar, völlig ins Leere geht.
Und gegen den Bau von Hochhäusern bieten sie keinerlei Argumente! Ehrlich gesagt: Erbärmlich!