Berlin baut den Schutz für gewaltbetroffene Frauen und Kinder aus. Im Sommer 2026 sollen zwei neue Frauenhäuser eröffnen und zusätzliche Beratungsstellen ihre Arbeit aufnehmen.
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Berlin erweitert das Hilfesystem für Frauen und Kinder, die von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. Im Sommer 2026 sollen das zehnte und elfte Frauenhaus der Stadt eröffnen. Zusammen schaffen sie 27 zusätzliche Familienplätze mit 70 Betten.
Das zehnte Berliner Frauenhaus soll 15 Familienplätze mit 45 Betten bieten. Das elfte Berliner Frauenhaus ergänzt das Angebot um 12 Familienplätze mit 25 Betten. Mit beiden Häusern steigt die Zahl der Frauenhäuser in Berlin auf elf. Die Standorte bleiben geheim, weil die Sicherheit der Bewohnerinnen und ihrer Kinder Vorrang hat.
Mehr Beratung gegen häusliche Gewalt in Berlin geplant
Nach Angaben des Senats stehen in Berlin nach der Eröffnung insgesamt 430 Familienplätze mit 945 Betten zur Verfügung. Dazu zählen auch 154 Familienplätze in Zufluchtswohnungen. Seit 2020 hat Berlin die Zahl der Familienplätze in Frauenhäusern damit mehr als verdoppelt. Trotzdem bleibt der Bedarf hoch. Aus der Praxis berichten Träger, dass freie Plätze oft sehr schnell wieder vergeben werden.
Neben den neuen Frauenhäusern baut Berlin auch die Beratung aus. Beim Verein „TIO“ entsteht eine neue Fachberatungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt. Sie richtet sich vor allem an Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte sowie an weitere marginalisierte Gruppen. Das Angebot soll mobil arbeiten und Frauen auch in Außenbezirken erreichen, in denen bisher keine vergleichbare Beratungsstelle besteht.
Berlin: Steigende Fallzahlen bei Gewalt in Partnerschaften
Auch der Verein „Wildwasser“ baut eine weitere Fachberatungsstelle auf. Der Träger berät bereits Frauen, die sexualisierte Gewalt in Kindheit oder Jugend erlebt haben. Mit den neuen Angeboten soll Berlin künftig neun Fachberatungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt haben.
Hintergrund sind steigende Fallzahlen. Polizei und Senat registrierten 2025 in Berlin mehr als 13.000 Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Außerdem wurden 8.652 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und fast 1.400 Vergewaltigungen erfasst. Die Polizei rechnet mit einer hohen Dunkelziffer, weil viele Betroffene keine Anzeige erstatten.
Gewaltschutz kostet Berlin mehr Geld
Berlin gibt 2026 mehr als 45 Millionen Euro für Gewaltschutz und Unterstützung von Frauen aus. Für 2027 sind 53,5 Millionen Euro vorgesehen. Davon sollen 10 Millionen Euro vom Bund kommen. Ein neues Frauenhaus mit rund 50 Betten kostet nach Angaben des Senats etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr.
Der Ausbau steht auch im Zusammenhang mit dem bundesweiten Gewalthilfegesetz. Es schafft einen Anspruch auf Schutz und Beratung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Berlin will damit zentrale Vorgaben der Istanbul-Konvention und des Bundesrechts umsetzen.
Quellen: rbb24, Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung Berlin
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