In Schöneberg startet der Umbau der Belziger Straße zur Fahrradstraße. Mit neuen Markierungen, geänderter Parkordnung und sichereren Knotenpunkten soll der Rad- und Fußverkehr gestärkt werden. Das Projekt ist Teil eines größeren Vorhabens für mehr Verkehrssicherheit im Bezirk.

Radfahrende sollen auf der Belziger Straße künftig Vorrang haben. Dazu werden auf der Fahrbahn regelmäßige Piktogramme angebracht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Noch in dieser Woche sollen die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der künftigen Fahrradstraße Belziger Straße in Schöneberg starten. Die Straße verbindet Wilmersdorf, Schöneberg und Kreuzberg und gilt als eine stark frequentierte Radverkehrsachse. Der erste Bauabschnitt reicht von der Martin-Luther-Straße bis zur Eisenacher Straße und soll bis Ende Juli 2025 abgeschlossen sein. Während dieser Zeit bleibt der Abschnitt für den allgemeinen Verkehr gesperrt, lediglich Rettungsfahrzeuge und die Stadtreinigung dürfen passieren. Anwohnerinnen und Anwohner erreichen ihre Häuser weiterhin zu Fuß über die Gehwege.
Die Belziger Straße gehört zum Ergänzungsnetz des Berliner Radverkehrsplans. Ziel ist es, die Bedingungen für Radfahrende deutlich zu verbessern. Autos dürfen die Fahrradstraße künftig weiterhin nutzen, jedoch nur als Anliegerverkehr. Damit die neue Verkehrsregelung im Straßenbild klar erkennbar ist, wird die Fahrbahn mit verschiedenen Markierungen versehen.
Mehr Sicherheit durch neue Markierungen: Belziger Straße in Schöneberg wird Fahrradstraße
Radfahrende sollen auf der Belziger Straße künftig Vorrang haben. Dazu werden auf der Fahrbahn regelmäßige Piktogramme angebracht. An den Kreuzungen sind großflächige Rotmarkierungen vorgesehen. Außerdem wird der sogenannte Dooringbereich, in dem Autotüren geöffnet werden können, deutlich gekennzeichnet, um Unfälle zu vermeiden. Zusätzliche Grünmarkierungen sollen die neue Verkehrsführung unterstützen.
Auch die Parkordnung wird angepasst. Das bisher übliche Querparken wird durch Längsparken ersetzt. Laut Bezirksamt soll so die Sicherheit erhöht und die Sichtbarkeit im Straßenraum verbessert werden. Die Umgestaltung basiert auf zwei Beschlüssen der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg.
Gehwegvorstreckungen mit Pollern und Fahrradparkplätzen: Knotenpunkte werden fußverkehrsfreundlich
Neben der Umwidmung zur Fahrradstraße wird die Belziger Straße an mehreren Stellen auch für den Fußverkehr verbessert. An Kreuzungen entstehen bauliche Gehwegvorstreckungen. Diese verkürzen die Wege über die Fahrbahn und verbessern die Sicht zwischen den Verkehrsteilnehmenden. Am Knotenpunkt Gothaer Straße wurden bereits drei solcher Vorstreckungen gebaut, ebenso wurden dort neue Fahrradabstellanlagen installiert.
Weitere Kreuzungen sind in den kommenden Monaten an der Reihe. Ende 2024 wurde bereits der Bereich an der Vorbergstraße angepasst, 2025 folgt der Umbau am Knotenpunkt Merseburger Straße. Dort sollen vier neue Gehwegvorstreckungen mit Pollern und Fahrradparkplätzen abgesichert werden. Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck betonte, dass diese Maßnahmen die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen und auch für Schulkinder wichtig seien.
Umgestaltung der Belziger Straße ist Teil eines größeren Radverkehrskonzepts in Berlin
Die Belziger Straße ist nicht die einzige Straße, die in Schöneberg zur Fahrradstraße umgewandelt wird. Auch die nördlich gelegene Monumentenstraße soll im Laufe dieses Jahres folgen. Anfang April hatte das Bezirksamt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um die Planungen vorzustellen. Dort wurden Fragen beantwortet und Details zum Bauablauf erläutert.
Mit den neuen Fahrradstraßen und weiteren Projekten, wie geschützten Radwegen an Haupt- und Grunewaldstraße, will der Bezirk den Radverkehr fördern. Gleichzeitig soll die Schulwegsicherheit verbessert werden. Informationen zum aktuellen Baufortschritt veröffentlicht das Straßen- und Grünflächenamt regelmäßig online.
Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, infraVelo
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Super Nachrichten, in der Straße ist sowieso so viel Fahrradverkehr, da ergibt es total Sinn. Generell ist es echt schön anzusehen, wie sehr Tempelhof-Schöneberg daran arbeitet, den Radverkehr zu stärken (im Gegensatz zu Steglitz-Zehlendorf oder Charlottenburg-Wilmersdorf). Vielleicht dient das irgendwann mal als Vorbild für die restlichen Bezirke, denn eine Sache, die Autofahrer immer wieder vergessen: mehr Radfahrer = weniger Autos.