Beim Strandbad Müggelsee gibt es neue Details zur Sanierung und zur künftigen Nutzung. Der Bezirk Treptow-Köpenick plant gravierende Änderungen – und nennt Gründe.

Das Bild zeigt Schuttberge, Sandaufschüttungen und einen Bagger auf der Baustelle des „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf.

Neben umfangreichen Erdarbeiten laufen am „Strandbad Müggelsee“ auch Rückbau- und Abbrucharbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Beim Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf geht es nicht mehr nur um die Sanierung der historischen Gebäude, die Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Eine neue Schriftliche Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus zeigt: Der Bezirk Treptow-Köpenick rückt vom früher angedachten Modell eines Gesamtbetreibers ab. Stattdessen soll das Areal künftig stärker in bezirklicher Regie organisiert werden.

  • BezirkTreptow-Köpenick
  • Adresse: Fürstenwalder Damm 838, 12589 Berlin
  • Projekt: denkmalgerechte Sanierung des „Strandbad Müggelsee“
  • Zeitplan: Gebäude bis Ende 2026, Restarbeiten 2027
  • Baukosten: 20,1 Millionen Euro
  • Badebetrieb: laut Bezirksamt gewährleistet
  • Betriebskonzept: künftig bezirkliche Steuerung statt Gesamtbetreiber

Die neue Linie betrifft vor allem den späteren Betrieb. Der Bezirk begründet den Kurswechsel mit den engen Vorgaben für das Gelände. Große Veranstaltungen oder Märkte sind dort ausgeschlossen. Im Mehrzweckgebäude sollen nur kleine Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich sein, im Denkmal bis zu 120 Personen. Außerdem liegt das Areal nahe am Flora-Fauna-Habitat Müggelspree-Müggelsee.

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Das Bild zeigt den Blick durch das sanierte Eingangsgebäude des „Strandbad Müggelsee“ auf die Baustelle und den Müggelsee.

Durch die offenen Durchgänge des Eingangsgebäudes fällt bereits wieder der Blick auf den Müggelsee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Neue Details zum Betrieb des Strandbad Müggelsee

Der Bezirk will den Zugang zum Strand- und Erlebnisbad weiterhin ohne Eintritt ermöglichen. Genau das erschwert nach seiner Darstellung ein rein privat getragenes Modell. Ein externer Gesamtbetreiber hätte wegen begrenzter Einnahmen vermutlich Zuschüsse gebraucht. Zugleich will der Bezirk Einfluss auf Angebote, Mieten, Raumvergaben, Gewerbeflächen, kostenfreie Toiletten und kostenpflichtige Zusatzangebote wie Sonnenschirmverleih behalten.

Offen bleibt die Finanzierung des laufenden Betriebs. Der Bezirk ermittelt derzeit eine auskömmliche Miete auf Grundlage der geschätzten Baukosten. Erst danach kann ein Finanzierungskonzept vorgelegt werden. Auch die jährlichen Sachkosten stehen noch nicht fest. Verlässlichere Angaben erwartet das Bezirksamt erst bis zur Haushaltsplanaufstellung 2028/2029.

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Das Bild zeigt die Baustelle des „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf mit Baumaterialien, Baufahrzeugen und einem teilweise sanierten Gebäude im Hintergrund.

Baugeräte, Materialien und provisorische Arbeitsflächen prägen derzeit weite Teile des Geländes am „Strandbad Müggelsee“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Sanierung, Vergabe und Sicherheit am Strandbad Müggelsee

Das Interessenbekundungsverfahren soll ab Herbst 2026 veröffentlicht werden. Alle freien Flächen sollen darüber vergeben werden. Eine Vergabe unterhalb der Ausschreibung soll es laut Senatsantwort nicht geben. Über die Eröffnung entscheiden später auch die ausgewählten Mieterinnen und Mieter nach Abschluss der Verträge.

Neu sind auch Details zu bestehenden Nutzungen. Die Surf- und Segelschule am Borkenstrand erhielt nach wasserrechtlicher Genehmigung für sechs Überseecontainer eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Dezember 2029. Der Bezirk sieht sie als wichtigen Bestandteil des Areals. Während der Badesaison soll zudem weiter ein Sicherheitsunternehmen die Hausordnung überwachen.

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Das Bild zeigt die Bautafel zur Sanierung des „Strandbad Müggelsee“ in Rahnsdorf mit Angaben zu Bauherrn, Planern und Projektumfang.

Eine Bautafel informiert am „Strandbad Müggelsee“ über die denkmalgerechte Sanierung des historischen Strandbades in Rahnsdorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Künftige Angebote im Strandbad Müggelsee noch offen

Beim früher kritisierten Abriss des „Disco-Würfels“ verweist der Bezirk auf den Bund als Fördermittelgeber. Aus Sicht des Bundes kam aus Denkmalschutzgründen nur der Abriss infrage. Eine Sanierung hätte laut Bezirksamt voraussichtlich mehr als zehn Millionen Euro gekostet. Zudem nennt der Bezirk Renaturierung und Entsiegelung als Ziel.

Erstmals wird mit den Details aus der Schriftlichen Anfrage deutlich, wie sich der Bezirk den späteren Betrieb konkret vorstellt. Während die Bauarbeiten weiterlaufen, stehen zentrale Entscheidungen zur Vergabe der Flächen und zur Finanzierung noch aus. Erst mit dem geplanten Interessenbekundungsverfahren wird sich zeigen, welche Angebote das Strandbad Müggelsee nach Abschluss der Sanierung tatsächlich bereithalten wird.

Strandbad Müggelsee

 

Quelle: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26149

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