Für das Primo-Levi-Gymnasium in Pankow ist die Projektvereinbarung zum Erweiterungsbau unterzeichnet. Der Neubau in Weißensee soll ab 2029 entstehen und frühestens 2033 übergeben werden.
Primo-Levi-Gymnasium
© Titelbild: Wikimedia Commons, Sinuhe20, CC BY 3.0
Das Primo-Levi-Gymnasium verteilt seinen Schulbetrieb seit vielen Jahren auf zwei historische Gebäude in Weißensee. Nun haben Bezirk, Senat und HOWOGE die Grundlage für eine grundlegende Neuordnung geschaffen. Der geplante Erweiterungsbau soll die Schule künftig an der Woelckpromenade bündeln. Bis zum Baustart sind jedoch noch mehrere Planungs- und Genehmigungsschritte nötig.
- Bezirk: Pankow
- Projektstandort: Woelckpromenade 8–10
- Geprüfte Kostenschätzung: rund 63,87 Millionen Euro
- Baubeginn: 2029
- Fertigstellung: 2033
Anfang Juli 2026 schlossen das Bezirksamt Pankow, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie die HOWOGE die Projektvereinbarung für den Erweiterungsbau. Die Vereinbarung regelt die weitere Standortentwicklung, die Schaffung des notwendigen Baurechts sowie die Planung und Errichtung des Neubaus. Der Bau beginnt damit noch nicht. Zunächst müssen die Beteiligten das bestätigte Bedarfsprogramm in eine funktionale Baubeschreibung übertragen und die weiteren Planungsschritte vorbereiten.
Erweiterungsbau des Primo-Levi-Gymnasiums soll zwei Standorte zusammenführen
Der Neubau soll auf den Grundstücken Woelckpromenade 8 bis 10 sowie auf einem Teil der östlich angrenzenden Woelckpromenade 11 entstehen. Pankow plant dort ein 2-6-6-zügiges Gymnasium einschließlich Außenanlagen. Das Projekt soll die räumlich getrennte Organisation des Primo-Levi-Gymnasiums langfristig beenden und einen zusammenhängenden Schulcampus schaffen.
Nach dem derzeit vorgesehenen Ablauf entsteht zuerst der Neubau. Danach kann ein Teil des Schulbetriebs dorthin wechseln, bevor das historische Haus B an der Woelckpromenade saniert wird. Während dieser Sanierung sollen der Neubau und das Gebäude an der Pistoriusstraße weiter genutzt werden. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten soll die Schule den Standort Pistoriusstraße aufgeben.

Die Rückseite des historischen Gebäudes des Primo-Levi-Gymnasiums in Weißensee. Nach dem geplanten Erweiterungsbau soll der denkmalgeschützte Bestand schrittweise saniert werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Angela Monika Arnold, Berlin, CC BY 3.0
Pankow rechnet mit einer Schlüsselübergabe frühestens 2033
Die Taskforce Schulbau ordnete das Projekt im April 2026 der Neubautranche BSO III zu und übertrug die Umsetzung an die HOWOGE. Als nächster Schritt soll die Wohnungsbaugesellschaft gemeinsam mit der Bildungsverwaltung und dem Bezirksamt die Anforderungen an Räume, Funktionen und Bauausführung konkretisieren. Auf dieser Grundlage wollen die Beteiligten einen Wettbewerb für das planerische Konzept vorbereiten. Ein ausgewählter Wettbewerbsentwurf liegt somit noch nicht vor.
Die geprüfte Kostenschätzung des Bedarfsprogramms beträgt rund 63,87 Millionen Euro. Nach aktuellem Projektstand ist die bauliche Umsetzung zwischen 2029 und 2033 vorgesehen. Eine Schlüsselübergabe kann laut Bezirksamt frühestens 2033 erfolgen.
Neubau schafft Voraussetzung für die Sanierung des Bestands
Der Erweiterungsbau soll nicht nur zusätzliche und zeitgemäße Unterrichtsräume schaffen. Er bildet auch die räumliche Voraussetzung, um die bestehenden Gebäude anschließend brandschutztechnisch zu ertüchtigen. Nach Angaben des Bezirksamts soll das Baukonzept ein weiteres Interimsgebäude überflüssig machen. Dadurch könnte der Schulbetrieb während der späteren Arbeiten innerhalb der vorhandenen und neu geschaffenen Standorte organisiert werden.
Das Primo-Levi-Gymnasium ist das einzige Gymnasium im Ortsteil Weißensee. Es besitzt ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil, gehört dem bundesweiten MINT-EC-Netzwerk an und bietet bilinguale deutsch-englische Klassen. Zudem beteiligt sich die Schule am Bildungsprogramm Model United Nations. Der geplante Campus soll diese Angebote künftig an einem gemeinsamen Standort bündeln.
Zwei Standort des Primo-Levi-Gymnasiums werden zusammengeführt
Die Projektvereinbarung schafft dafür den organisatorischen und finanziellen Rahmen. Die Schule nutzt derzeit Haus A an der Pistoriusstraße 133 und Haus B an der Woelckpromenade 38. Haus B entstand zwischen 1908 und 1910 nach Plänen des Weißenseer Gemeindebaurats Carl James Bühring und diente zunächst als Realschule. Das heutige Haus A wurde zwischen 1926 und 1928 als Oberlyzeum gebaut. Beide Einrichtungen führte der Bezirk im Schuljahr 2005/2006 organisatorisch zusammen. Seit 2007 trägt das Gymnasium den Namen des italienischen Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Primo Levi.
Wie der Erweiterungsbau konkret aussehen wird, entscheidet sich jedoch erst im weiteren Planungs- und Wettbewerbsverfahren. Auch der genaue Ablauf der anschließenden Sanierung der Bestandsgebäude bleibt noch festzulegen.
Quellen: Bezirksamt Pankow, HOWOGE, Primo-Levi-Gymnasium
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