In der Frankfurter Innenstadt wird ein Gebäudeensemble aus dem Jahr 1903 saniert. Hinter der denkmalgeschützten Fassade sollen neue Büro- und Einzelhandelsflächen entstehen. Das Vorhaben fällt in eine Zeit, in der Innenstadt intensiv über ihre Zukunft diskutiert wird.

Blick auf die eingerüstete Baustelle mit grauem Baucontainer und Kran, links ein Juweliergeschäft, im Hintergrund die Filiale von Primark.

An der Ecke Stiftstraße und Brönnerstraße saniert die CLL Switzerland AG aus Zürich ein Gebäudeensemble aus dem Jahr 1903. Hinter der denkmalgeschützten Fassade sollen rund 4.467 Quadratmeter Bürofläche und etwa 865 Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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In der Frankfurter Innenstadt entstehen aktuell neue Büro- und Gewerbeflächen. Das Projekt trägt den Namen „Bonwit & Bär“ und liegt an der Stiftstraße 8-10 beziehungsweise der Brönnerstraße 5-9. Nach Angaben des Vermieters entstehen dort rund 4.467 Quadratmeter Bürofläche im ersten bis sechsten Obergeschoss und etwa 865 Quadratmeter Einzelhandelsfläche im Erd- und Untergeschoss. Als Geldgeber tritt die CLL Switzerland AG aus Zürich auf. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2026 angesetzt.

Bemerkenswert ist vor allem, was das Vorhaben nicht ist. Es handelt sich um eine Sanierung im Bestand ohne Nutzungsänderung, denn das Haus bleibt ein reines Büro- und Geschäftsgebäude. Die Lage befindet sich in einer Seitenstraße nahe der Zeil, jedoch nicht auf der Einkaufsmeile selbst.

Frankfurter Innenstadt: Einkaufslagen zunehmend unter Druck

Schmale Fußgängerzone mit Ladenschildern, im Hintergrund ein gelber Baukran, rechts eine große Glasfassade mit dem Schriftzug Primark.

Das Vorhaben liegt in einer Seitenstraße der Zeil, der wichtigsten Frankfurter Einkaufsmeile. Anders als bei vielen Umbauten im Umfeld bleibt die Nutzung erhalten, denn das Haus dient weiterhin als Büro- und Geschäftsgebäude. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Hintergrund ist ein spürbarer Wandel des Zentrums. Auf der Zeil wächst der Leerstand, Händler wie Görtz oder Eckerle haben aufgegeben, und große Kaufhäuser schließen. Zugleich setzen der Onlinehandel und ein verändertes Konsumverhalten die reinen Handelsflächen unter Druck.

Die planerische Antwort darauf zielt auf eine Mischung der Nutzungen. Statt reiner Einkaufsflächen sollen Wohnen, Bildung und Kultur in die Innenstadt zurückkehren. Außerdem rückt das Bauen im Bestand in den Vordergrund, weil eine Sanierung als ressourcenschonender gilt als ein Zyklus aus Abriss und Neubau.

Gemischte Nutzung der Frankfurter Innenstadt: Umbauten von Peek & Cloppenburg und dem früheren Karstadt

Blick auf die Baustelle mit Baucontainer und Kran.

Die künftigen Einzelhandelsflächen verteilen sich auf Erd- und Untergeschoss, während sich die rund 4.467 Quadratmeter Bürofläche über das erste bis sechste Obergeschoss erstrecken. © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Diesen Anspruch lösen vor allem zwei Vorhaben ein. Das Haus von Peek & Cloppenburg an der Zeil 71-75 wird nach einem Entwurf des Büros Renzo Piano Building Workshop zu einem gemischt genutzten Gebäude umgebaut, das neben Handel auch eine Grundschule, Wohnungen und Kultur aufnehmen soll. Der Planungsdezernent Marcus Gwechenberger habe diese Entwicklung als wichtiges Signal für die Zukunft der Innenstadt bezeichnet, hieß es bei der Vorstellung.

Auch das frühere Karstadt-Gebäude an der Schäfergasse entwickelt der Projektentwickler Midstad zu einer gemischten Nutzung weiter. Im Vergleich dazu schreibt das „Bonwit & Bär“ die bestehende Büro- und Handelsnutzung lediglich fort. Von einem möglichen Frequenzgewinn der Zeil-Projekte profitiert das Haus deshalb höchstens mittelbar.

Quellen: CLL Switzerland, blackolive advisors 

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