In Berlin-Friedenau wächst derzeit am Innsbrucker Platz bis 2027 der Gewerbekomplex „The Friedenauer“. Dieser wird unter anderem der neue Firmensitz für das Unternehmen Kieback & Peter. Der Neubau ist Teil der Quartiersentwicklung „Friedenauer Höhe“ und soll klimaneutral betrieben werden. Mittlerweile hat das Gebäude die Höhe des S-Bahnhofs erreicht.

So soll der Neubau am Innsbrucker Platz nach seiner Fertigstellung aussehen. Die Lage ermöglicht eine gute Anbindung an ÖPNV, Radverkehr und Autobahn. / © Visualisierung: bloomimages, OFB Projektentwicklung
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Vom S-Bahnhof Innsbrucker Platz aus hat man bislang einen hervorragenden Blick auf die in südlicher Richtung verlaufende Hauptstraße sowie das Wohn- und Gewerbeprojekt „Friedenauer Höhe“, welches direkt an der S-Bahnstation realisiert wird.
Doch mit dieser Aussicht wird es in wenigen Wochen vorbei sein, denn das zukünftige Bürogebäude „The Friedenauer“, welches derzeit entsteht, wird diese Sicht zukünftig verdecken. Aktuell hat das Gebäude exakt das Höhenlevel des S-Bahnhofs, einzelne Elemente ragen bereits darüber hinaus.
Innsbrucker Platz: Gewerbeprojekt „The Friedenauer“ wird zum dominierenden Gebäude
Soweit es die Witterung zulässt, werden in den kommenden Wochen und Monaten die ersten Etagen entstehen, die über dem Höhenniveau des S-Bahnhofs liegen – und damit eine völlig neue städteräumliche Ordnung schaffen. Am Innsbrucker Platz entsteht ein neuer Solitär, der den Platz neu sortieren und künftig dominieren wird. Das wird bereits jetzt deutlich.
Die OFB Projektentwicklung realisiert den Neubau auf einer Fläche von rund 8.700 Quadratmetern. Das Gebäude soll über sieben bis elf Geschosse verfügen und flexible Flächen für Büros, Einzelhandel und Gastronomie bieten. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant.
Neuer Hauptsitz für Kieback & Peter: Unternehmen zieht auf 7.000 Quadratmeter an einen Standort in Friedenau
Das Unternehmen Kieback & Peter wird rund ein Drittel der Mietfläche nutzen und künftig alle Berliner Geschäftsbereiche in „The Friedenauer“ zusammenführen. Der neue Standort soll vernetztes Arbeiten unter einem Dach ermöglichen. Zusätzlich sollen digitale Anwendungen wie Arbeitsplatzbuchung, Zugangssysteme und Gebäudesteuerung zum Einsatz kommen.
Mit dem Umzug will das Unternehmen auf veränderte Arbeitsanforderungen reagieren. Die direkte Lage an öffentlichen Verkehrsmitteln und die geplanten Mobilitätsangebote rund um das Gebäude schaffen Bedingungen, die sowohl für Mitarbeitende als auch für Besucherinnen und Besucher attraktiv sind.
Nutzungsmix im Quartier „Friedenauer Höhe“: Büro, Gewerbe und Versorgung auf 21.000 Quadratmetern Mietfläche
Neben den Büroflächen entstehen im Erdgeschoss des Gebäudes Flächen für Einzelhandel und Gastronomie. Diese sollen das Umfeld beleben und auch die angrenzenden Wohnquartiere versorgen. Insgesamt bietet das Gebäude rund 21.000 Quadratmeter nutzbare Mietfläche auf mehreren Etagen.
Die Planung sieht außerdem 114 Pkw-Stellplätze und 70 Fahrradabstellplätze vor. Begrünte Innenhöfe, Dachterrassen und Aufenthaltsbereiche ergänzen das Nutzungskonzept. Damit sollen sowohl funktionale als auch soziale Anforderungen an eine moderne Arbeitsumgebung erfüllt werden.
Energieversorgung mit Pilotprojekt: Wärmegewinnung aus Abwasser und Photovoltaik
Ein zentrales Element des Bauvorhabens ist das geplante Energiekonzept. Die OFB Projektentwicklung arbeitet mit den Berliner Wasserbetrieben an einem Pilotprojekt, bei dem Wärme aus dem städtischen Mischwasserkanal genutzt werden soll. Diese Technik soll einen Teil des Heizbedarfs des Gebäudes decken und zugleich CO₂-Emissionen verringern.
Zusätzlich wird das Gebäude mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern ausgestattet. Die erzeugte Energie fließt in den Eigenverbrauch. Die Gebäudetechnik von Kieback & Peter soll dabei eine kontinuierliche Erfassung und Steuerung der Verbräuche ermöglichen, wodurch der Betrieb möglichst klimaneutral erfolgen kann.
Verbindung zum neuen Wohnquartier: Gewerbebau bildet Auftakt zur „Friedenauer Höhe“
„The Friedenauer“ grenzt direkt an das neue Wohngebiet „Friedenauer Höhe“. Auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs entstehen rund 1.100 Wohnungen, davon über 200 als geförderter Wohnraum durch die landeseigene Howoge. Das gesamte Quartier wird autofrei angelegt und bietet Grünflächen, Spielplätze und öffentliche Erholungsräume.
Durch die Kombination von Wohnen, Arbeiten und Versorgungsangeboten entsteht ein gemischtes Stadtquartier, das unterschiedliche Nutzungen miteinander verbindet. Die Entwicklung soll auch zur Belebung der Hauptstraße beitragen und das bestehende Umfeld ergänzen.
Nachhaltiges Bauen im Fokus: Projekt soll neue Standards im Berliner Gewerbebau setzen
Die OFB Projektentwicklung verfolgt mit dem Projekt ein ESG-konformes Konzept. Dazu zählen umweltfreundliche Baumaterialien, digitale Infrastruktur, soziale Nutzungsmöglichkeiten und eine gute Anbindung. Das Gebäude strebt unter anderem eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen in Gold an.
Bernd Schade, Geschäftsführer der OFB, sieht in der Zusammenarbeit mit Kieback & Peter ein Beispiel für zukunftsorientierte Entwicklung im urbanen Raum. Die Kombination aus Architektur, Technik und Standortqualität soll einen neuen Maßstab für Gewerbebauten in Berlin setzen. Derzeit wird immer stärker sichtbar, wie dies zukünftig auch räumlich in Berlin-Friedenau aussehen wird.

Autofreies Quartier: Hier entsteht die Einfahrt zur Tiefgarage des Gewerbeprojekts „The Friedenauer“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Erdgeschoss von „The Friedenauer“ sind Flächen für Gastronomie und Einzelhandel geplant. Diese sollen das neue Quartier ergänzen und zur Nahversorgung für Beschäftigte und Anwohnende beitragen. / © Visualisierung: bloomimages

Das Bürogebäude „The Friedenauer“ entsteht am Rand des neuen Quartiers „Friedenauer Höhe“. Es bildet künftig den städtebaulichen Auftakt zu einem Wohngebiet mit rund 1.100 Wohnungen, öffentlichen Grünflächen und verkehrsberuhigten Bereichen. / © Visualisierung: bloomimages
Quellen: The Friedenauer, OFB, Kieback & Peter, Berliner Woche, Friedenauer Höhe, Howoge, OFB Projektentwicklung
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